Regelmäßige Angriffe somalischer Piraten
Acht sogenannter Dau-Boote mit indischer Besatzung wurden auf ihrem Weg von Somalia in die Vereinigten Arabischen Emirate von Piraten angegriffen und gefangen genommen. Die indische Marine spricht von bis zu 120 Geiseln. Bis jetzt sind noch keine Lösegeldforderungen gestellt worden. Bei diesem Fall handelt es sich nur um einen von vielen, mit unglaublicher Regelmäßigkeit vorfallenden Angriffe gegen Handelsschiffe- und Boote vor der somalischen Küste. Kürzlich stellte die deutsche Fregatte Emden ein Schiff mit Piraten. Zwar wurden die zum Entern eingesetzten Boote beschlagnahmt, doch das Mutterschiff wurde nicht nur unbehelligt entlassen, es wurde sogar mit Treibstoff und Nahrungsmitteln versorgt.
Über den Erfolg der deutschen Fregatte berichtete The Intelligence am 12. März. Erst gestern schrieb Focus-Online von 27 Geiseln, sechs seychellischen Fischern und 21 Iranern, die aus der Hand somalischer Piraten befreit wurden. Einem Artikel in The National zufolge, brachten Piraten das 4.500-Tonnen Schiff MV Iceberg 1 (Vereinigte Arabische Emirate) mitsamt einer internationalen, aus 24 Mann bestehenden, Besatzung unter Waffengewalt in ihren Besitz. Vor wenigen Tagen gelang es der zivilen Sicherheitsbesatzung des Schiffes MV Almezzan einen Angriff abzuwehren, wobei ein Pirat getötet wurde. Kurz darauf wurde das Piratenschiff von einer spanischen Fregatte gestellt und, wie die Times-Online berichtet, wiederum freigelassen, weil sich der Kapitän der angegriffenen MV Almezzan angeblich weigerte, Evidenz zur Verfügung zu stellen.
Am Dienstag erfolgte der Angriff gegen die Dau-Boote, (auch Dhau geschrieben) ein Schiffs-Typ mit langem, aus dem Kiel hervorgehenden, Vorsteven, traditionell mit Segeln, in vielen Varianten aber auch mit Motoren ausgestattet. Zumindest 100 Mann der indischen Besatzung, manche Quellen berichten von 120, werden von den Piraten gewaltsam festgehalten. Berichten indischer Zeitungen entsprechend, wurden noch keine Lösegeldforderungen gestellt, doch zeigen sich die Autoritäten bereit, diesbezügliche Verhandlungen zu führen.
Entsprechende Härte im Vorgehen gegen die Piraten scheitert in vielen Fällen an den philanthropisch motivierten Protesten, die mehr Verständnis für die Probleme der lokalen Bevölkerung fordern.








