Japanische Regierung plant Verlegung der Hauptstadt
Sowohl eine mögliche Fortsetzung der schweren Erdstöße als auch die Gefahr erhöhter Strahlenbelastung in Tokio, soll zu Plänen geführt haben, den Regierungssitz zu verlegen. So bereichtet die bulgarische Nachrichten-Agentur Novinite.com unter Berufung auf ITAR-TASS. Als mögliche Ausweichquartiere sollen Osaka oder Nagoya in Frage stehen. Nagoya liegt von Fukushima etwa doppelt so weit entfernt wie Tokio und Osaka liegt noch weiter südwestlich. Beide Städte wären groß genug, um Platz für die gesamte Regierung zu bieten.

Am 9. März setzte die Serie von Erdbeben mit einem Vorbeben der Stärke 7,2 ein. Am 11. März folgte das tragische Ereignis, ein Beben mit Stärke 9.0, begleitet von einem vernichtenden Tsunami, wodurch das Atomkraftwerk in Fukushima schwer beschädigt wurde. Das nächste nennenswerte Beben mit Stärke 7,1 folgte am 7. April und kurz darauf, am 11. April, ein weiteres mit Stärke 7,1. Die Epizentren aller genannten Beben lagen etwas nördlich des 38. Breitengrades.
Tokio liegt zwar drei Breitengrade weiter südlich, doch würde ein starkes Beben in dieser Stadt mit 13 Millionen Einwohnern katastrophale Auswirkungen nach sich ziehen. Der Meinung von Experten zufolge, so wird berichtet, würde ein Erdbeben der Stärke 7,2 in Tokio geschätzte 11.000 Todesopfer und 210.000 Verletzte mit sich bringen. Inwieweit die Gefahr nuklearer Belastung bei den Überlegungen zur Verlegung des Regierungssitzes eine Rolle spielt, geht aus der Meldung nicht hervor.
Als Grundbedingung für die Auswahl einer neuen – vermutlich temporären – Hauptstadt gelten nicht nur Möglichkeiten der Unterbringung aller Mitglieder der Regierung und zentraler Organisationen, auch den ausländischen Vertretungen müssten passende Residenzen zur Verfügung gestellt werden.
Den 13 Millionen Bewohnern Tokios würde dies die unsichere Lage in ihrer Stadt noch weiter bestätigen. Die Zahl leerstehender Büro- und Geschäftsräumlichkeiten ist während der vergangenen Wochen bereits sprunghaft angestiegen. Viele Bürger, insbesondere schwangere Frauen, denen entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung standen, sollen sich schon kurz nach dem Einsetzen der Probleme in Fukushima in entferntere Regionen in Sicherheit gebracht haben.
Quelle: Novinite.de (Sofia News Agency)









