Auf eigenen Füßen stehen und Autos überholen
Brüssel plant die Einführung rollender Fußwege in den Innenstädten. Nein, das ist kein Aprilscherz, aber leider trotzdem nicht wahr. Aber man stelle es sich nur einmal vor. Keine Autos mehr in den Innenstädten, keine Parkplatzprobleme, keine morgendlichen und abendlichen Staus, bessere Luft, mehr Platz und mehr Ruhe. Statt der ständigen Autoflut haben wir dann leise vor sich hin rollende Gehwege. Wie in den großen Flughäfen. Je nach Jahreszeit überdacht. An den Rändern bewegen sich die Rollbänder eher langsam, zur Mitte hin immer schneller. So könnte jeder durch das Wechseln des Rollbandes seine Geschwindigkeit selbst bestimmen. Für Ehepaare könnte es ein kombiniertes geben: sie zuckelt ganz langsam an den Schaufenstern vorbei und er pendelt zwischen den Biergärten. Somit wären auch gleich wieder alles Klischees erfüllt.
Viel zu teuer? Wohl kaum. Wir haben uns nur daran gewöhnt sehr viel für unsere vermeintliche große Bewegungsfreiheit auszugeben. Wir arbeiten durchschnittlich eine halbe Stunde pro Tag nur für des deutschen liebstes Kind, also die ca. 1 Tonne Blech mit Elektronik-Schrott. Mit der stehen wir dann täglich eine Stunde im Stau. Mit Sachargumenten ist das nicht mehr erklärbar, unser Hang zum Auto-Immobil. Das hat schon eher religiöse Züge. Und auch die Abkehr von Benzin-Motor hin zum Elektromotor wird uns nicht von Energieverschwendung und verstopften Straßen befreien.
Warum sollte ich, um nur mich zu transportieren, ein komplettes Auto bewegen? Für Überland-Strecken taugen Transportbänder natürlich nicht. Zu langsam und im Winter etwas sehr frisch. Da könnten eher vermehrt öffentliche Busse und Bahnen zum Einsatz kommen. Kombiniert mit den heutigen Möglichkeiten der Kommunikation über Handy und SMS kommt man mit wenig Nachdenken auf luxuriöse Systeme. Kurz eine SMS mit Zielort an den zentralen Dispatcher schicken, nach wenigen Minuten bekommt man ein Transport-Angebot zurück. Fährt mit dem komfortablen Stadtbus, welcher auch wiederum über eine Zentrale gelenkt wird an den Stadtrand, natürlich mit Kaffee- und Teeversorgung inklusive, und dann eben mit dem rollenden Transportband weiter.
Aber leider hat es die Politik noch nicht verstanden und die Werbung hat uns noch fest im Griff. Man stelle sich nur einmal Autos vor auf denen steht: wir verursachen jedes Jahr 20.000 Verletzte und ca. 7.000 Verkehrstote, kosten jede Menge Geld und verschwenden Energie. Bis dahin ist noch ein weiter Weg. Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben. Vielleicht gründe ich ja eine ultra-grüne Partei mit einem entsprechenden Parteiprogramm.





