Deutschland braucht Klartext!
Alternativlos, systemrelevant und die politische Korrektheit. Mit diesen drei Begriffen wird in Deutschland alles weggebügelt, was zu unangenehmen Diskussionen führen kann. Oder sagen wir es im Klartext: Zu unangenehmen, aber unumgänglichen Diskussionen führen muss! Denn unser Land braucht eine neue Debattenkultur, die es ermöglicht den Karren aus dem Dreck zu ziehen, in dem er weit tiefer steckt, als uns von Seiten der Politik zugetragen wird. Das meint auch Ulrich Stockheim, Autor des Buches „Land der Empörer“.
Das Werk trägt den Untertitel „Euro-Krise, Integration, Schulden und Sozialstaat: Warum Deutschland nur mit Klartext seine wichtigen Probleme lösen wird“. Genau diese Themen werden ausführlich behandelt und am Ende stellt Stockheim noch „Zehn Gebote für eine gelungene Debatte“ auf, die, sofern man sie denn beherzigt, helfen werden, dass endlich Schluss ist mit endlosen Diskussionen an deren Ende man genauso schlau ist wie zu Beginn. Oder noch schlimmer, Diskussionen, die gar nicht erst stattfinden.
An Hand vieler aktueller Beispiele, darunter auch die Atomkatastrophe in Japan und der Guttenberg-Rücktritt, zeigt Stockheim, wo es klemmt, im Land der Dichter und Denker. Aus langen Reden werden einzelne Sätze herausgenommen, die dann wochenlang durch alle Medien getrieben werden und der ursprüngliche Verfasser entsprechend abgewatscht wird. Margot Käßmann und Ex-Bundespräsident Horst Köhler wissen ein Lied davon zu singen. Im Gegenzug wird jegliche Debatte rund um die potentiell 8 Billionen Euro Staatsschulden – nein das ist kein Tippfehler – ignoriert, obwohl genau das DER Punkt ist, der dem Land, über eher kurz als lang, das Genick brechen wird. Hier besteht dringendster Handlungsbedarf und niemand aus der Hochpolitik scheint sich dafür zu interessieren.
Man würde sich wünschen, dass dieses Buch vor allem in politischen Kreisen gelesen, verstanden und umgesetzt wird, aber machen wir uns nichts vor, dem wird nicht so sein. Allerdings hat auch der normalsterbliche Leser nach der Lektüre einen Überblick darüber, was zu tun wäre und kann es weitersagen. Dem Nachbarn, dem Arbeitskollegen, der Verwandtschaft oder auch dem zuständigen Abgeordneten. Im Idealfall empört er sich, so wie Stéphane Hessel es in „Empört Euch!“ gefordert hat. Im Gegensatz zu der in Deutschland herrschenden künstlichen Empörung, die ebenfalls in Stockheims Buch erklärt und angeprangert wird, wäre das ein probates Mittel, um „die da oben“ darauf aufmerksam zu machen, dass Rumseiern, Lamentieren und Ignorieren ausgedient haben.
„Land der Empörer“ ist eine absolute Leseempfehlung für alle, denen daran gelegen ist, dass Deutschland nicht vor die Hunde geht! Oder um es in Facebook-Sprache zu sagen: Gefällt mir!
Das im Riva-Verlag erschienene Buch hat 240 Seiten und ist für 19,99 € im Buchhandel oder direkt hier erhältlich.









