Montag , 13 Juli 2020
Startseite » Gesellschaft » Philosophie Religion » Achtung Satire: Aller Anfang war leicht

Achtung Satire: Aller Anfang war leicht

einsame_kircheDie meisten von uns wissen es, und der Rest sollte es wissen. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. So – und nur so – hat alles angefangen. Die erste Zeit hat das auch geklappt, nicht immer richtig gut, aber es hat geklappt. Irgendwie muss der Schöpfer einen kurzen Augenblick eingenickt sein, schon ist es passiert. Die Menschen haben eine Kirche gegründet. An und für sich nicht weiter schlimm, jetzt aber kommen die Germanen ins Spiel. Die Nachfahren dieser Gruppe beweisen es auch heute noch. Sie gründen Vereine und Verbände, und das auf Teufel komm raus.

Also wurden ganz schnell, ganz viele Kirchen gegründet. Der Ausgangspunkt für alle war der Schöpfer selbst. Aber als dieser sprach hat er entweder genuschelt, oder man hörte ihm nicht richtig zu. Kurz und gut, ein Schöpfer, ein Gottessohn und ein Heiliger Geist. Und dann ungefähr 500 Gruppen, von denen jede behauptete, der Herr habe ihnen den richtigen Weg eingegeben, sonst niemandem, und damit basta.

Der Rest ist schnell erzählt. Alle 500 glauben heute noch, scheinbar nur nicht an den lieben Gott. Einer aus der Gruppe, ein gewisser Herr Ratzinger, auch bekannt unter dem Tarnnamen Benedikt, ist der einzige mit einer DSL-Verbindung zum Allmächtigen. Der hat ihm jetzt gesagt, dass Schwule keine richtigen Menschen sind, poppen ohne Nachwuchs gilt nicht, und vor AIDS wird sich auch nicht geschützt. Dank DSL bekäme er täglich eine Mail vom Allmächtigen, alles hätte seine Richtigkeit.

Via Mail erhielt der Vorsitzende des Vorstands außerdem die Genehmigung zur Führung einer eigenen Bank. Momentan ist es in dieser etwas unruhig. Den Grund mag keiner richtig verstehen. Es geht um Geldwäsche. Die Kirche, insbesondere der Ortsverband Rom, legt sehr viel Wert auf Sauberkeit. Und so gab es auch die Anweisung, das Geld zu waschen. In der Kirche versteht keiner, dass sich über diesen Tatbestand der vorbeugenden Hygiene ein Staatsanwalt aufregt. Noch dazu wenn man dann bedenkt, dass genau dieses Geld für die Sektion in Deutschland bestimmt war. Mit diesem Geld sollte eine ziemlich schmutzige Sache blütenrein werden. Sauber – sauber, sage ich da.

Jetzt kommt noch ein weiteres Problem hinzu. Da hat doch ein Gericht entschieden, dass man nicht einfach Mitarbeiter entlassen darf, weil diese ihr eigenes Leben leben, das kann so doch wirklich nicht gehen. Die Kirche wird sich etwas einfallen lassen, der Mitarbeiter trotzdem einen neuen Job brauchen. Das man solche Sachen, speziell jene, bei denen die Körperlichkeit eine Rolle spielt, auch anders lösen kann, die katholische Kirche hat es bewiesen. Intern nicht den Regeln entsprechende Verhaltensmuster bestimmter Männer (Frauen gibt es in oberen Positionen nicht) werden auf das Härteste bestraft. Entweder wird der Vorfall einfach verschwiegen, oder man greift zu dem brutalsten aller Mittel, der Kollege muss sofort in Rente. Sie tragen alle schweigend ihre Last, oder haben sie schon einmal die Beschwerde eines ehemaligen pädophilen Priesters vernommen? Sie sehen also, geht doch. Schmerzensgeld haben diese Menschen weder gefordert, noch haben sie es erhalten.

Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den betroffenen Zivilisten. Diese Naivlinge fordern doch tatsächlich Geld für Sünde. Wie sagte der Chef-Bischof, Geld könne Wunden nicht heilen. Da hat er Recht.

Deutsche Politiker fürchten jetzt um die Kirche, nicht um den Herrn Ratzinger. Da legen die Politiker Wert drauf. Und weil die Kirche in fast jeder Ortschaft Dependancen unterhält, ist sie, die Kirche, nicht ganz unwichtig.

Da hat doch vor 2000 Jahren der Schöpfer seinen Sohn auf die Erde geschickt, damit er sich um die Menschen und ihre Sünden kümmert. Den weiteren Verlauf dieses Schicksals setze ich als bekannt voraus. Der Geburtstag von diesem Kind war kurz vor Ende des Jahres, und er wird heute noch gerne gefeiert. An dem Tag besuchen viele Menschen die Filialen und lauschen dem, was der jeweilige, örtliche Filialleiter zu erzählen hat. Das passt nicht allen Politikern, weil einige der Hörenden nicht Mitglieder im jeweiligen Verein sind, damit auch keine Beiträge entrichten. Das darf so nicht sein.

Also fordert man flugs die Erhebung von Eintrittsgeldern, bzw. den Ausschluss der Nichtmitglieder von der Möglichkeit, einen Sitzplatz zu benutzen. Das haben die jetzt davon, hätten sie Beiträge bezahlt, alles wäre gut – haben sie aber nicht. Die Politiker waren aus der Partei mit dem großen C. Sie hätten es besser wissen sollen. Bei solchen Aussagen drängt sich bei mir der Verdacht auf, die gelesenen Schriften gehörten alle in die Rubrik der „Jerry-Cotton“-Romane.

Der Schöpfer, dieser Gutmeinende, er kann es nicht fassen. Immer wieder dieselbe Leier mit denen, die glauben, sie hätten etwas zu sagen. An ihn glauben sie schon lange nicht mehr. Hören sie Nachrichten, alle Beweise hierzu werden täglich mehrmals erbracht.

Deswegen die Frage oder die Bitte an ihn, den Schöpfer, und dies nicht einmal provozierend gemeint: Wäre es nicht besser, noch mal von vorne anzufangen – mit und für die Menschen?

© Peter Reuter

Check Also

Von mafiöser Gier zur Läuterung: Papst Franziskus und die Vatikanbank IOR

Papst Franziskus mahnte gestern erneut zu Solidarität mit den Armen und weniger Gier bei den …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.