Donnerstag , 22 August 2019
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Handys beeinträchtigen die Gehirnentwicklung

pregnant womanHinweise auf Gefahren im Umgang mit Geräten, an deren Verwendung wir uns einmal gewöhnt haben, sind selten willkommen. Nicht bei den Benützern und noch weniger bei den Vertreibern. Trotzdem darf diese Einstellung nicht dazu dienen, Studien, die unter wissenschaftlichen Voraussetzungen erstellt wurden, zu verschweigen. Ob der Einzelne nun meint, was kümmern mich ein paar Rattenbabys, oder vielleicht doch seine Konsequenzen zieht, bleibt natürlich ihm – oder besser ihr – überlassen. Durchgeführt wurden die Experimente von einem Forscherteam der Shandong-Universität in China.

Selten wird auf mögliche Gefahren bei der Verwendung von Mobiltelefonen hingewiesen. Der überwiegende Teil der Benutzer vertraut auf jene Studien, durch welche deren Ungefährlichkeit bestätigt werden soll, die allerdings fast ausschließlich im Auftrag der Handyerzeuger und –Betreiber erstellt wurden. Dass die Medien mit kritischen Berichten äußerst vorsichtig umgehen, könnte vielleicht vom Volumen der, von dieser Branche in Auftrag gegebenen, Werbung beeinflusst sein.

Die drahtlose Kommunikation mittels Mobiltelefonen basiert auf Mikrowellen. Mit der Frage, ob und inwieweit sich diese negativ auf die menschliche Gesundheit – oder auch die Umwelt – auswirken könnten, beschäftigen sich Skeptiker seit langem. Das, der Shandong-Universiät in China angehörende, „Institut für Chemie- und Bakterienerkennung“ führte eine Versuchsreihe an trächtigen Ratten durch, um festzustellen, ob, von Mobiltelefonen ausgesandte, Mikrowellen einen Einfluss auf die Entwicklung der Gehirne der Föten ausüben. Veröffentlicht wurde das Ergebnis der Studie von NCBI (National Center for Biotechnology Information), einer Abteilung der US-Gesundheitsbehörde.

32 trächtige Ratten wurden in vier Gruppen unterteilt. Beginnend mit dem ersten Tag der Trächtigkeit, wurden sie für zwanzig Tage mit unterschiedlicher Intensität den Wellen ausgesetzt, und zwar für jeweils dreimal täglich 10 Minuten, 30 Minuten und 60 Minuten. Die vierte Gruppe blieb dabei frei von jeglicher Belastung durch Mikrowellen.

Am 21. Tag wurden den Gehirnen der Föten folgende Proben entnommen und untersucht: Superoxid-Dismutase (SOD), Glutathionperoxidasen (GSH-Px), Malondialdehyd (MDA), Noradrenalin (NE), Dopamin (DA) und 5-Hydroxytryptamin (5-HT). Dabei wurden signifikante Unterschiede in der Konzentration dieser Substanzen, Enzyme, Hormone und Säuren, in den Fötengehirnen der einzelnen Gruppen festgestellt. Dementsprechend kam das Forscherteam zur Schlussfolgerung, dass „der Kontakt mit von Mobiltelefonen ausgesandten Mikrowellen über gewisse Zeiträume während der Schwangerschaft, zu gewissen Schädigungen in der Entwicklung der Gehirne von Rattenföten führt“.

Ob mit ähnlichen Auswirkungen bei Menschen zu rechnen ist, lässt sich auf diesem Wege – nach wissenschaftlichen Grundsätzen – natürlich nicht eindeutig feststellen. Entsprechend reduzierter Umgang mit Handys während der Schwangerschaft könnte allerdings trotzdem empfehlenswert sein.

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