Montag , 8 August 2022
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Warnung im Kleingedruckten: Handy nicht direkt am Körper tragen

kind_mit_handy_Renata_Osinska_PhotoxpressWer liest den Text in dem kleinen Heftchen, das mit praktisch jedem neu erworbenen Gerät mitgeliefert wird, vom Anfang bis zum Ende durch? Wenn die Verwendung wirklich gefährlich wäre, dann würde es doch nicht frei verkauft werden, nicht wahr? Handys verwenden die meisten von uns seit Jahren – und niemand scheint Probleme damit zu haben. Trotzdem, seit einiger Zeit finden sich, vorläufig in den USA, kleingedruckte Warnungen in den Gebrauchsanweisungen mehrerer Mobiltelefone. Apple rät, das Gerät nicht näher als 15 mm am Körper zu tragen. BlackBerry-Hersteller RIM schlägt sogar 25 mm vor.

Auch wenn es sich bei der Geschichte der alten Dame, die ihren Hund zum Trocknen in die Mikrowelle steckte, um eine gar nicht so gut erfundene Story, um eine sogenannte „Urban Legend“, handelt, Gebrauchsanweisungen in Amerika regen wirklich oft zur Verwunderung an. Auf Sektflaschen „Made in California“ finden sich tatsächlich Hinweise, die Flasche beim Öffnen nicht gegen „Menschen, Tiere oder Gegenstände“ zu richten. Andernfalls könnte der Hersteller schließlich verklagt werden, wenn der Korken die chinesische Vase in Scherben verwandelt. Warnungen können, um teuren Klagen vorzubeugen, wirklich oft übertrieben sein. Allerdings, völlig grundlos setzen Hersteller natürlich keine besorgniserregenden Hinweise ein. Der Sektkorken könnte ja wirklich die Vase treffen. Und vom Handy werden elektromagnetische Wellen ausgesandt, die intensiv genug sind, um bis zur nächstgelegenen Antenne zu reichen.

Haben Sie es nach dem Lesen des Beibackzettels eines Medikaments, das Ihnen Ihr Arzt verschrieben hat, noch fertig gebracht, die Pille auch tatsächlich zu schlucken? Und wenn der Hersteller eines BlackBerry rät, das Gerät in einer Distanz von 25 mm zum Körper zu tragen? Vermutlich haben auch Sie Ihr Mobiltelefon oder Ihren Mini-Computer in der Tasche stecken und halten das technische Wunderwerk schlicht ans Ohr, sobald Sie jemand anruft. Wie sonst, sollten Sie es verwenden?

Die Empfehlung für Apples iPhone 4 liest sich folgendermaßen: „When using iPhone near your body for voice calls or for wireless data transmission over a cellular network, keep iPhone at least 15 mm (5/8 inch) away from the body, and only use carrying cases, belt clips, or holders that do not have metal parts and that maintain at least 15 mm (5/8 inch) separation between iPhone and the body.” – zusammenfassend übersetzt: Beim Telefonieren nicht direct ans Ohr halten und ansonsten in einer Spezialtasche ohne Metallteile am Gürtel tragen.

Aber, nach all den Jahren der Verwendung von Mobiltelefonen, sollten mögliche Gesundheitsprobleme, erhöhte Fälle von Tumoren oder Krebs, nicht schon lange erkennbar sein? Besagen Statistiken nicht, dass kein Anstieg zu verzeichnen ist?

Die New York Times berichtete kürzlich über die Epidemiologin Devra Davis, die in ihrer jüngsten Publikation darauf verwies, dass Gehirntumore in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen durchaus im Ansteigen begriffen sind, was durch ein gleichzeitiges Absinken bei älteren Jahrgängen statistisch jedoch wieder ausgeglichen wird. In dem Artikel wird auch daran erinnert, dass durch mobiles Telefonieren allein in den USA jährlich 109 Milliarden Dollar an Umsätzen generiert werden. Ein Beschönigen „wissenschaftlicher Studien“ wäre bei solchen Summen keine Überraschung.

Die größte Sorge der Skeptiker richtet sich in erster Linie gegen die bedenkenlose Verwendung von Mobiltelefonen durch Kinder und Jugendliche, deren Körper noch nicht voll entwickelt sind. Wie ließe sich ein Zehnjähriger dazu motivieren, sowohl die Zahl der Handy-Gespräche als auch deren Dauer niedrig zu halten, wenn die gesammelten Eindrücke aus der Umgebung zum Gegenteil raten? Wenn Hersteller bereits damit beginnen, sich durch gedruckte Warnungen vor Klagen zu schützen, dann wäre es an der Zeit, die Situation neu zu überdenken. Es wäre traurig, wenn eine ganze Generation in zehn oder zwanzig Jahren lernen müsste, was ihnen im Kindesalter angetan wurde.

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