Samstag , 25 Mai 2019
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Mehr Bestätigung für enorme Ölmengen im Golf

loop_current_zangariWährend unabhängige Wissenschaftler seit einigen Tagen erklären, dass sich noch immer rund 80 Prozent der ausgetretenen Ölmenge von geschätzten 800 Millionen Litern im Golf von Mexiko befinden, wurde nun ein 35 km langer Ölschwaden, Hunderte Meter unter der Meeresoberfläche, entdeckt. Während wir gespannt auf den nächsten Bericht von Dr. Zangari warten, der mittels Satellitenbildern festgestellt hat, dass sich der sogenannte Loop Current, der den Golfstrom speist, deutlich verändert hat, sind sich Wissenschaftler noch lange nicht über die Konsequenzen des biologischen Abbaus des Öls einig.

Ein Artikel in Science&Technology setzt sich mit den möglichen Folgen einer extremen Vermehrung jener Bakterien auseinander, auf deren Hilfe eigentlich sehnsüchtig gewartet wird, um den Golf von Mexiko von der Ölseuche zu reinigen. Eine der möglichen Auswirkungen könnte sich auf den Sauerstoffgehalt des Wassers beziehen, der auf ein Niveau abfallen könnte, der den Meeresbewohnern das Atmen nicht mehr erlaubt.

Doch, von dieser Naturkatastrophe, über die in den Medien weitgehend berichtet wird, abgesehen, fast unbeachtet bleiben die Studienergebnisse von Dr. Zangari, ein Physiker der staatlichen Laboratorien in Frascati, Italien. Wie wir bereits mehrmals berichtet haben, konnte Dr. Zangari anhand von Satellitenbildern veranschaulichen, dass, seit dem Austreten des Öls, der Loop Current seine Drehbewegung eingestellt hat. Obwohl es diesbezüglich noch keine Daten gibt, so wäre ein Einfluss auf den Golfstrom, der für das relativ milde Klima in Europa sorgt, zu befürchten. Nachdem Dr. Zangari die Aufnahmen des Golfs vor und während der Ölkatastrophe verglichen hatte, kam er zu dem Schluss, dass die Veränderungen der Strömung auf das Vorhandensein von Öl zurückzuführen sein müssten.

In diesem Zusammenhang stieß ich auf ein simples Experiment, dass sich jederzeit problemlos im Spülbecken nachvollziehen lässt. Ich habe mir die wenigen Minuten Zeit genommen, um es zu probieren. Und siehe da, die Auswirkungen von Öl im Wasser machen sich sofort bemerkbar.

Füllen Sie ein Spülbecken mit kaltem Wasser. Einen Topf heißen Wasser färben Sie ein, um den Vorgang des Vermengens beobachten zu können. (Mir selbst ist nichts besseres eingefallen als roter Paprika.) Gießen Sie das heiße Wasser langsam in eine Ecke des Beckens, so werden Sie erkennen, dass sich dieses in einer Spirale, gegen den Uhrzeigersinn, mit dem kalten Wasser vermischt. Es ist die Erdrotation, die für diese Drehung verantwortlich ist. Südlich des Äquators würde sich der gleiche Vorgang im Uhrzeigersinn vollziehen.

Und nun schütten Sie etwas Speiseöl, vielleicht ein Achtel Liter, ins Spülbecken mit kaltem Wasser und wiederholen Sie den Vorgang. Die Schwaden des warmen Wassers werden sich zwar wieder mit dem kalten vermengen, allerdings nicht mehr in einer Drehbewegung. Auch die Öltropfen an der Oberfläche bewegen sich zwar, aber nicht im Sinne einer Strömung.

Das folgende Video zeigt die Veränderungen, mit Tagesangabe, des Loop Currents, während der ersten Wochen des Ölaustritts.

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Auch wenn diese Graphiken den Eindruck vermitteln, dass Wasser weiterhin in Richtung Atlantik fließt, so lässt sich eine Reduktion der Fließgeschwindigkeit des Golfstroms keineswegs ausschließen. Während der kommenden Woche sollte Dr. Zangaris nächster Bericht zur Verfügung stehen.

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