Mittwoch , 20 Oktober 2021
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Britischer Geheimdienst MI6 plant Attacke gegen Gaddafi

RFA_argusWie die Zeitung Mail-Online wissen lässt, plant Großbritannien ein Team von Spionen und Diplomaten nach Libyen zu entsenden, um die Rebellen in ihrem Kampf gegen Muammar Gaddafi zu unterstützen. Eine mögliche Bestätigung derartiger Pläne findet sich in der heutigen Ausgabe von Spiegel-Online. Es wird berichtet, dass ein Regierungsvertreter und bis zu acht Elitesoldaten von den Rebellen festgenommen worden seien. Der Umstand, dass ausländische Interventionen, die sich gegen Gaddafi richten, von den Aufständischen selbst unterbunden werden, erlaubt einen Einblick in die Kompliziertheit der Situation.

Der Artikel in Mail-Online, der am Samstag erschienen ist, beruft sich auf Informationen, die in der vorangegangenen Nacht bekannt geworden sein sollen. Demzufolge stünden nicht nur 600 Soldaten des schottischen Black-Watch-Regiments bereit, in Libyen einzugreifen, auch versuche eine Gruppe von Geheimagenten und Diplomaten mit den Rebellen Kontakt aufzunehmen, um sie in ihrem Kampf gegen die Regierung von Muammar Gaddafi zu unterstützen. Die Entsendung von Armeeangehörigen nach Libyen sei von den zuständigen britischen Politikern bewilligt worden. Gleichzeitig sind Vorbereitungen im Gange, zwei Schiffe der Kriegsmarine, die HMS Westminster und die RFA Argus, in die Region zu entsenden.

Unter Berufung auf eine Meldung in der Sunday Times berichtet der Spiegel, dass bis zu acht britische Soldaten von den Rebellen im Osten Libyens festgenommen worden seien, die einen Diplomaten – oder möglichen MI6-Agenten – auf einer Mission begleiteten. Auch wenn, jüngsten Berichten der Sunday Times zufolge, die Männer mittlerweile wieder freigelassen wurden, so scheint es sich jedenfalls um eine Bestätigung der Bemühungen Englands zu handeln, die Rebellen in ihren Kampf gegen Muammar Gaddafi zu unterstützen.

Die grundsätzliche Frage, die seit Beginn des Aufstandes im Raum steht, ist, ob den Gegnern Gaddafis eine Einmischung des Auslandes überhaupt willkommen ist. Ein altes arabisches Sprichwort beleuchtet die Denkweise der dort lebenden Menschen: „Unterstütze deinen Bruder im Streit gegen den Vetter. Unterstütze deinen Vetter im Streit gegen den Fremden.“ Wie in einem kürzlich bei The Intelligence erschienen Bericht erklärt wird, sind die Ursachen für die Revolten in Libyen rein politischer Natur und wurzeln keineswegs in wirtschaftlicher Not oder Armut. Sollten sich ausländische Kräfte direkt in die Kampfhandlungen einmischen, so könnte dies zur Folge haben, dass sich die Unterstützung für Gaddafi weiter verstärkt. Insbesondere jene Menschen, die sich politisch nicht zu engagieren versuchten, konnten mit ihrem bisherigen Leben durchaus zufrieden sein. Das folgende, ursprünglich von Al-Jazeera veröffentlichte, Foto zeigt ein Transparent mit dem Text: „Keine Einmischung aus dem Ausland. Das libysche Volk kann sich alleine helfen.“

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