Donnerstag , 22 August 2019
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Das Märchen vom guten Ausgang der Bank-Sanierung (Achtung: Satire!)

parkbankUnd es geschah zu der Zeit, als die Politikerinnen und Politiker ernsthaft annahmen, die Bürger seien nicht nur ziemlich blöde, sondern sie ließen sich auch alles gefallen. Und weil da noch die peinliche Geschichte eines Geldinstituts im Raum stand, eine Geschichte von verschleudertem Geld, von absolut unfähigen Politikern, welche über eine Bank wachen sollten, diese aber mit der Bank im Stadtgarten von Delmenhorst verwechselten, und weil die Geschichte endlich begraben werden sollte, wie die Arbeitsplätze der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch, deswegen strebte man das an, was die Politik immer gerne Sanierung nennt.

Und dabei hatte alles so gut angefangen. Die Bank, sie arbeitete mit dem Geld anderer Leute, wie es sich halt für eine Bank gehört, und sie wollte größer und größer werden. Da die Flächen des Landes NRW und die der Bundesrepublik nicht ausreichten, deshalb suchte man den Weg ins Ausland. Alle wollten das, auch die Menschen, welche darüber wachen sollten, dass die Bank mit dem Geld der Bürger sorgsam umging. Aber die Politiker hatten dies in ihrer aktiven Zeit nicht gekonnt, wie sollten sie es denn danach bewerkstelligen? Keine Frage, man verlangte Unmögliches von Ihnen. Die böse Weltwirtschaft tat ihr Übriges dazu – und schwupps, schon war die Bank pleite. Nun ja, das war nicht weiter schlimm, gab es doch noch diverse Fonds, von denen die Banken behaupteten, sie wären von ihnen gegründet worden, um alle Risiken auszuschließen. Das Geld für die Fonds kam von den Bürgern, die Bank, welche ich meine, sie behielt diese Information aus Datenschutzgründen lieber für sich.

Andere Politiker beschlossen flugs, dass die Bank, man wollte sie kurzfristig in „Sandbank“ umbenennen, unverhältnismäßig unter Fehlern der Vergangenheit litt. Wieder andere Politiker und auch andere Banker gaben den erstgenannten Politikern Recht – die Bank litt, dies durfte nicht sein. Also bekam die Bank für eigene Fehler wieder einmal das Geld der Bürger, ein ehemaliger Politiker erhielt pro Stunde 1.000,- €, damit er sich um die Bank kümmern konnte, die bösen Risiken wurden separiert. Und die neue Gesellschaft wurde wieder von den Bürgerinnen und Bürgern gesponsert. So war bald wieder alles in Ordnung. Die Bank konnte wieder groß, mächtig und reich werden – und bezahlt wurde und wird es wie immer vom Volk.

Die herrschende Kaste glaubte und glaubt wahrhaftig, wir hätten dies alles vergessen. Man vermeldete eine Einigung, einen Erfolg – und der Herr Almuniaist, das ist ein ganz mächtiger Mann in Brüssel bei der EU, er stimmte zu, wollte prüfen, vor allen Dingen wollte er sich damit beeilen.

Die gute Nachricht wurde sofort in sich wehrende und unwillige Buchstaben gezwängt, in eine Meldung gegossen – und veröffentlicht. Banker und Politiker haben anschließend diese Meldung begossen. Dies war die Meldung, welche auch in BILD veröffentlicht wurde, damit wir uns alle ein Bild machen können:

Brüssel begrüßt Einigung zur WestLB

Brüssel – Die EU-Kommission hat den Umbauplan für die Landesbank WestLB begrüßt.

EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almuniaist froh darüber, dass die Eigner der WestLB eine Einigung erreicht haben“, teilte eine Sprecherin am Freitagabend in Brüssel mit. Dies sei ein wichtiger Schritt nach vorne. Die EU-Kommission erwarte den Sanierungsplan aus Deutschland bis zum Ende des Monats. Zugleich versprachen die europäischen Wettbewerbshüter eine rasche Prüfung des Falls; ein Datum nannten sie nicht.

Es sollte und soll so werden wie immer. Die Politik und die Banker haben ihre Arbeit gemacht, saniert und kassiert. Kassiert wird weiter auch bei uns. Als die Bürgerinnen und Bürger dies gelesen hatten, da bekamen sie alle ganz viel Lust auf einen Urlaub, um sich zu erholen. Was wäre es schön, jetzt mitten in der Natur zu sein, zelten könnte man auch. Warum nicht? Ein geeigneter Platz für das Campen mit Freundinnen und Freunden, er drängte sich förmlich auf – der Rasenplatz zwischen Tiergarten und Reichstag.

© Peter Reuter

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