Dienstag , 2 März 2021
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Das Geschäft der Revolutionsberater – Verbindungen zur CIA

tahir_squareKann es Revolutionsstrategen geben? Menschen, die den Sturz eines Regimes bewusst inszenieren und diesen als gewaltfreies Event planen? Nicht nur Franz Hörmann, Wirtschaftsprofessor an der WU Wien (The Intelligence führte unlängst ein Interview mit ihm) ist der Meinung, dass der Umsturz des Mubarak-Regimes von langer Hand gezielt vorbereitet wurde. Er meint: „Das ist nicht die Bevölkerung, die sich da erhebt. Leider Gottes, muss man sagen. Schön wär´s. Das sind gezielte Aktionen, die Machthaber dort zu vertreiben. Und man kann sich auch überlegen, warum. Das eine ist das knapper werdende Öl, und der andere Punkt ist das Islamic Banking, das nicht gewünscht wird. Denn die Idee, dass man Geld ohne Schulden und Zinsen produzieren kann, schmeckt halt den meisten Leuten nicht. Das ist der springende Punkt.“

serbien_optorNun hat sich ein österreichischer TV-Sender an dieses Thema gewagt und im „Weltjournal“ vom 11.05.2011 die Hintermänner dieser Revolutionen befragt. Der große Revolutionsberater schlechthin ist Sridja Popovic von der serbischen Organisation Canvas (vormals Otpor, die das Milosevic-Regime 2000 zu Fall brachte). Der Demokratie-Aktivist verkauft heute weltweit sein Know How, wie man mit zivilem Ungehorsam Diktaturen stürzt. Als Revolutionsberater schult er Menschen in Staaten, deren totalitäre und diktatorische Regime zu Fall gebracht werden sollen. Popovic hatte im Jahr 2000 über eine Million Menschen in Serbien mobilisiert. Die Strategie dieser Revolutionäre ist, die Regime lächerlich zu machen und damit zu Fall zu bringen. Die finanzielle Rückendeckung dazu kommt aus den USA. Das Symbol ist die geballte Otpor-Faust, die in Ländern wie Venezuela, dem Iran und Russland, in Georgien und Ägypten von den Oppositionsgruppen übernommen wurde.

Der deutsch-amerikanische Wirtschaftsjournalist und Publizist F. William Engdahl meint: „Die Oppositionsgegner handeln nicht allein.“ Die Institution „Canvas“ führe einen Plan aus, der in Wahrheit in Washington erstellt wird. Der Journalist glaubt, dass diese Oppositionsbewegungen vom CIA finanziert werden. Schließlich würden diese Revolutionäre in jenen Staaten aktiv sein, die auf einer Liste des Pentagon stehen, welche für Destabilisierung und Regimewandel steht. Auch wurde Otpor, die damalige Revolutionsgruppe in Serbien, von amerikanischen Steuergeldern finanziert, zu dem sich heute Popovic nicht gerne äußert. Man möchte anscheinend diese Verbindung für den Sturz des serbischen Regimes zu den USA ruhen lassen.

Franz Hörmann bezog sich im TI-Interview auf das Buch von Gene Sharp: Von der Diktatur der Demokratie – er meint, dieses Buch sei eine Art Informationsinstrument für revolutionäre Gruppen. Sharp dazu: „Man muss stur sein, wie man nur stur sein kann“ und sein Buch gilt als Bibel für den zivilen Ungehorsam und den friedlichen Widerstand. Engdahl sieht in dieser Bewegung weniger eine demokratische Bürgerbewegung, mehr eine Strategie der USA, die seit dem Ende des Kalten Krieges jene Staatsregime zu Fall bringen möchte, die nicht der weltweiten Agenda – diese wird in Washington gemacht – folgen. Scheint also dahinter ein Plan zu stecken, der, wie Hörmann sagt, den Zugang zum Öl, und das Ausschalten des Islamic Banking zum Ziel hat? Das wäre dann eine Art Induktionsschluss, einen vermeintlichen geheimen Gegner vor sich zu haben mit Sitz in Washington. Sharp ist Politikwissenschaftler und Gründer der Albert Einstein Institution, die sich mit Studien zur und für die Verbreitung gewaltfreier Aktionen beschäftigt.

Die Äußerungen einflussreicher Politiker erscheinen hinter diesem Kontext unter einem völlig anderen Licht. So meint Engdahl, dass Präsident George Bush ein Projekt mit dem Namen „Neuer Naher Osten“ verfolgte. Eine neue Freihandelszone sollte geschaffen werden. „Die USA fördern eine Freihandelsstrategie im Nahen Osten“, so Bush am 20. Jänner 2004 beim G-8 Gipfel. Hillary Clinton sprach am 11. April 2011 am US-Islamic World Forum folgende Worte dazu: „Ihre Wirtschaft und ihre Systeme werden geöffnet“ – sie meinte damit die Staaten im Nahen Osten. George Bush hatte schon ein paar Jahre zuvor deutlich gemacht, dass die USA Demokraten und Reformer im Nahen Osten unterstützt (am 19.09.2006 vor der UN in New York). Am 06.11.2003 meinte der damalige Präsident der USA: „Von Damaskus bis Teheran, Freiheit ist die Zukunft für jede Nation“. Doch auch der deutsche Westerwelle schlägt in diese Kerbe am 08.02.2011 bei der 47th Munich Security Conference: „Dass kein Eindruck entstehen darf, dass diese freiheitliche Bewegung, die wir derzeit in Kairo auf der Straße sehen, eine Sache des Westens oder anderer ausländischer Staaten wäre“. Wie soll man eine solche Aussage verstehen? Bedeutet sie, dass der Westen in dem Ereignis in Kairo involviert war? Weshalb sollte dieser Eindruck vermieden werden? Und kann es sein, dass man Demokratiebewegung instrumentalisiert um damit wirtschaftliche und Machtinteressen zu verfolgen? Eine solche wäre gegeben, wenn politische Eliten Demokratiebewegungen finanzieren, und das sogar mit Steuergeldern.

Angesichts dieser Äußerungen westlicher Politiker ist die Reaktion betroffener Staaten erklärbar. Im Iran sieht man eine Propaganda mit Verschwörungstheorie der USA im Aufwiegeln von Demonstranten, die gegen ihre Regierungen auf die Straße gehen. Ähnlich sieht man das auch in Venezuela, man spricht dort von einem sanften Putsch. Und Gaddafi klagt die USA an, Anstifter der Revolution in Libyen zu sein. Auch er spricht von Inszenierungen.

Die Organisatoren solcher Revolutionsgruppen sehen das anders. Sie sehen in der Revolution ein Event, das man inszenieren kann. Die Rosenrevolution in Georgien 2003, die Orange Revolution in der Ukraine 2004, die Tulpenrevolution in Kirgisien 2005, alle gehen auf das Konto der Canvas-Leute, die ihre Verbündeten in den betroffenen Staaten schulen und derzeit in 37 Ländern der Welt aktiv sind. Die Blume als Motiv einer gewaltfreien Demontage eines Regimes.

Das Sponsoring solcher Events kommt aus den USA. Eine in Washington ansässige Stiftung finanzierte nun auch ein Videospiel, mit dem man diese sanfte Form der Revolution lernen kann. Für Popovic ist dieses Computerspiel ein Unterrichtsmaterial. Nebenbei ließ er im Interview mit dem österreichischen TV-Sender auch durchblicken, dass man Rockkonzerte organisiert um dann die Besucher dort für revolutionäre Anliegen zu rekrutieren. Ist das gezielte Steuerung der Massen? Ist das moderne Kriegsführung mittels Mind Control, versteckt hinter Tulpen, Rosen oder Farben? Wann beginnt dabei der Missbrauch, der durch Gruppenzwang quasi sanft erfolgt? Popovic dazu: „Die Leute müssen was zu tun haben, dann gibt es keine Zeit um Angst zu haben. Trommeln, singen, ein gemeinsamer Rhythmus und gemeinsame Kleidung…“, das alles wären Methoden, die man auch bei militärischen Ausbildungen verwendet um die Massen zu bewegen. Jetzt würde man diese eben für friedlichen Widerstand anwenden. Die Revolution als Love-Parade, als Spaß-Event mit hohem Erlebnisfaktor, trainiert mit einem Computerspiel?

Wer steuert diese Manipulation der Massen in Washington und welche Ziele verfolgt dieser jemand damit? Kann man wirklich, unter dem Deckmantel Demokratie, „Gutmenschen“ derart für die eigenen Zwecke instrumentalisieren? Weshalb fällt eine solche Manipulation niemandem auf? Ist das eine neue Form der Kriegsführung des Westens um sich die Wirtschaftsmacht zu erhalten? Welche Rolle spielt ein Herr Westerwelle dabei – die politisch strategische Partnerschaft der Europäischen Union mit den USA ist ja durch die Organisation mit Namen „Atlantikbrücke“ besiegelt. Handelt es sich um einen Strategiefeldzug, und wenn ja, mit welchem Endziel? Die Beantwortung obliegt wohl dem Hausverstand. Denn von offizieller, westlicher Seite wird man kaum eine Stellungnahme dazu erhalten. Angesichts der Fakten darf sich der zivile Bürger aber gerne der Vorstellung eines Filmes hingeben, den Hollywood äußerst erfolgreich bei seinem Publikum platziert hat: Matrix.

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