Mittwoch , 22 Mai 2019
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Irans Atomwaffen: Geschichte wiederholt sich rasch

netanjahu un bombAls der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad vor den Vereinten Nationen seine Rede hielt, wurde diese umgehend als Hetze gegen die „Zionisten“ klassifiziert. Völlig anders klingt es dagegen, von den „dramatischen Worten“ des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zu berichten. Anhand einer mitgebrachten Graphik zeigte er auf, wie weit die iranische Entwicklung von nuklearen Sprengköpfen vorangeschritten sein soll. Genauso wie Colin Powell vor zehn Jahren Bilder der „ambulanten Laboratorien“ Saddam Husseins vor den Vereinten Nationen präsentiert hatte. Powell verabschiedete sich wegen dieser nachgewiesenen Lüge später aus der Politik.

Ahmadinedschad pries Allah zu Beginn seiner Rede. Netanjahu verwies auf die biblische Königsfigur David und nannte Jerusalem die „ewige Hauptstadt“. Allein dadurch zeigt sich bereits die kaum harmonisierbare Denkweise der beiden Streithähne. Doch könnte es vielleicht sein, dass sich hinter den offensichtlichen Ideologiedifferenzen völlig andere, wirtschaftliche Gründe verstecken?

Ungeachtet der positiven Reaktionen auf Netanjahus wirklich rührende Rede fällt das von den meisten Medien gewählte Bild jedoch als erstes ins Auge. Zwar wirkt die Graphik der Bombe nicht sonderliche einfallsreich, doch ruft diese Darstellung nicht sofort Erinnerungen ins Gedächtnis? Erinnerungen an den damaligen US-Außenminister Colin Powell, der am 5. Februar 2003 vor den Vereinten Nationen Graphiken präsentierte, die zu verdeutlichen versuchten, wie fortgeschritten Saddam Husseins Bemühungen zur Herstellung von Massenvernichtungswaffen gewesen seien. Colin Powell mag seinen Beratern zum Opfer gefallen sein, denn nach Bekanntwerden des Umstandes, dass er vor den Vereinten Nationen eine Lüge vorgetragen hatte, zog er die Konsequenzen und verabschiedete sich aus der Politik. Wählten die Verantwortlichen der Medien das besagte Titelbild aus, um die israelischen Bemühungen zu unterstützen, oder dachten zumindest einige Mitarbeiter der Zeitungen daran, diese Erinnerung absichtlich zu wecken?

Wie wir heute wissen, stellte der Irak keine Bedrohung für die Weltsicherheit dar. Was durch Hussein jedoch bedroht wurde, war die Funktion des US-Dollars als Leitwährung. Wie in einem Artikel über den Petrodollar näher erklärt wird, hatte es Saddam Hussein tatsächlich gewagt, irakisches Erdöl gegen Euro zu verkaufen. Dass sich dies auf die europäische Gemeinschaftswährung natürlich positiv ausgewirkt hätte, würde erklären, warum Deutschland und Frankreich es vorgezogen hatten, sich von diesem Angriffskrieg zu distanzieren.

Ähnliche Bestrebungen, aus dem Dollar als Handelswährung für Erdöl auszusteigen, finden sich im Iran. Warum nun Israel die Rolle des Kriegstreibers übernimmt, lässt sich nicht eindeutig erklären, doch lassen sich einige durchaus sinnvolle Überlegungen anstellen.

Berücksichtigend, dass hinter jedem Krieg wirtschaftliche Interessen stecken, entspricht es ebenfalls der Logik, dass die Entscheidungsträger in den Bereichen Wirtschaft und Geldwesen ihren zweifellos bestehenden Einfluss auf die Politik geltend machen. Dementsprechend sind es nicht nationale, sondern internationale Interessen, die zu bewaffneten Auseinandersetzungen führen. Dass der Iran die ganze Welt oder auch bloß die Vereinigten Staaten ernsthaft bedrohen könnte, ist selbst im Falle der Verfügbarkeit einer beschränkten Anzahl nuklearer Sprengköpfe absolut unglaubwürdig. Wesentlich überzeugender hingegen klingt die Behauptung, Ahmadinedschad würde die Vernichtung des Kleinstaates Israel anstreben, um die Region wieder zu Palästina werden zu lassen. Sinn ergäbe dieses Bestreben natürlich nur, würde Palästina daraufhin zum Hauptabnehmer iranischen Erdöls werden. Doch so weit reichen die Überlegungen der sogenannten Weltöffentlichkeit natürlich nicht. Diese glaubt fest daran, dass Kriege durch Hass oder religiösen Wahn ausgelöst werden. Diese Betrachtungsweise wird somit durch die allgemeine Berichterstattung unterstützt.

Nachdem es sich beim US-Dollar noch immer – wenn auch völlig unberechtigt – um die internationale Leitwährung handelt, ist die amerikanische Notenbank Federal Reserve die zentrale Institution des internationalen Schuldgeldsystems. Wie sich mittlerweile herumgesprochen haben sollte, ist die Fed jedoch keine staatliche, sondern eine private Einrichtung, die sich bis heute weder einer generellen Buchprüfungen unterzogen hatte, noch sind ihre Besitzer offiziell bekannt. Von internationalen Bankiersdynastien patriotisches Gedankengut zu erwarten, dabei handelt es sich um eine gefährlich naive Betrachtungsweise. Sind diese Banker nun mächtig und einflussreich genug, um ihre Vorherrschaft über die Vereinigten Staaten durch den von ihnen kontrollierten US-Dollar aufrecht zu erhalten, so ist es auch durchaus vorstellbar, dass dieser Einfluss auch auf die Politik anderer Staaten gegeben ist.

Ebenso wie die ungekürzte Rede Ahmadinedschads stellt Russia Today auch Netanjahus Vortrag via Youtube zur Verfügung:

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