Donnerstag , 8 Dezember 2022
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„Die Russische Mauer“

moscow red square(Buenos Aires) – Als ausländischer Beobachter – ich lebe in Argentinien – bin ich voller Erwartung über die weitere Entwicklung nach den russischen Wahlen. Wie bei allen Wahlen, die weit weg ablaufen, kennt man außer den Kandidaten vielleicht noch ein oder zwei Namen, aber der Rest ist eine verwirrende Liste von Unbekannten. Und mit den Fragen und Problemen vor Ort ist man meist so gut wie überhaupt nicht vertraut. Ich bin kein Russe. Ich lebe nicht in Russland. Ich spreche – leider – nicht Russisch. Und ich muss gestehen, dass ich nur eine lückenreiche Vorstellung von Russland habe.

Aber so viel kann ich Ihnen sagen: Als geopolitischer Analytiker weiß ich, dass Russland von entscheidender Bedeutung für die Menschheit ist, speziell an diesem Scheideweg, an dem wir uns in diesen sehr dunklen Zeiten befinden. Politik ist niemals nur eine schwarz-weiße, „Gut-gegen-Böse“-Angelegenheit (tut mit leid, Hollywood … tut mir leid, Weißes Haus). In der Politik liegt die „Wahrheit“ immer in einer leichten Grauzone. Worum die Politiker streiten und zanken, ist die Frage: Was ist die „korrekte“ Grauzone? Aber sie werden sich nie einig. Warum nicht? Weil es keine „korrekte“ Grauzone gibt. Es ist wie mit der Schönheit: Es kommt immer auf das Auge des Betrachters an.

In der Politik ist das Allerwichtigste, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. So sind weder die USA noch England noch Europa „der Feind“ der Menschheit. Dafür aber die privaten Herren, die Herrscher über die globale Macht, die jene Länder gekidnappt und sich tief in deren private und öffentliche Machtstrukturen eingebettet haben. Sie sind es! Sie kontrollieren die Ökonomien, Banken, Finanzen, Außenpolitik, Armeen, Medien und andere Aspekte so allumfassend, dass wir praktisch davon ausgehen können, dass diese Mächtigen der Feind SIND. Und immer, wenn sie ihre hässlichen Köpfe durch US-Außenministerium/Pentagon- oder NATO-Aggressionen, Überfälle und Invasionen zeigen, dann werden die öffentlichen Institutionen dieser Länder in der Tat zu Instrumenten dieses Feindes.

Für einen Bürger Südamerikas ist in geopolitischen Begriffen Russland ein Freund und Verbündeter, nicht weil Russland und Lateinamerika notwendigerweise gemeinsame Interessen in allen Bereichen haben, sondern weil wir einen gemeinsamen Feind haben: die Herren der globalen Macht, die in den USA, England und Europa eingebettet sind. Russland hat eine unglaubliche Fähigkeit gezeigt, vergangene Fehler zu überwinden und neue Wege zu seinem eigenen Besten und dadurch zum Besten anderer zu suchen. Es gibt fast kein anderes Land in der Welt, das in der Lage war, ein so großes Trauma, wie den Untergang der ehemaligen Sowjetunion, auf die Weise wie es in Russland der Fall war, zu überstehen.

Ich sage „fast“, weil es ein anderes Land gibt, das den Übergang vom marxistischen Kommunismus in einer sehr effektiven Weise löst: China.

China hat sehr erfolgreich soziale und ökonomische Reformen in seinen Küsten-Regionen eingeführt und arbeitet sich langsam in das Hinterland vor.

Heute spielt Russland (und China) auf dem globalen geopolitischen Schachbrett eine so fundamentale Rolle, dass – gäbe es sie nicht – der Planet Erde bereits schlimmsten orwellschen Monsterregimen erlegen wäre, die von den privaten Mammut-Banken-Eliten dirigiert werden und massenpsychologische Kriege gegen uns alle führen. In unsere Gehirne würde eingehämmert werden, dass „Krieg Frieden ist“ und „Der Große Bruder hört und sieht alles“. Hier spielt Russland eine bedeutende Rolle, einmal als Puffer, einmal als Bremse und (potentiell) als eine Mauer.

Wenn Russland als Puffer handelt, wird es von den Medien dargestellt als widerspreche die russische Politik den Interessen der Weltöffentlichkeit, den Forderungen nach der Wahrung von Menschenrechten. Nehmen Sie Libyen, Irak, Afghanistan und Palästina zum Beispiel, wo Russland eine andere Haltung gegen USA/England/EU/Israel einnimmt, wo die genannten Länder aber trotzdem auf ihre eigene Weise handeln. Selbst wenn es damit endet, dass sie sich selbst in den Fuß schießen, wie es in Irak und Süd-Libanon passierte, ist die Wahrheit die, dass Russland (und China) im Grunde eine Menge Erklärungen und Beschwerden vorgebracht, aber nicht wirklich gehandelt haben. Keine Flotten wurden in Stellung gebracht, keine UN-Resolution wurde mit Vetos belegt. Deswegen der Puffer-Vergleich.

Wenn Russland als Bremse handelt, heben wir – ich meine damit, die Mitdenkenden unter uns – die Augenbrauen mit neuer Hoffnung. Nehmen Sie Syrien und Iran als Beispiel, wo Russland (mit China) offen die von USA/England gesponserten Resolutionen gegen Syrien mit Vetos belegt hat und sich weigerte, sich hinter die IAEA Pseudo-Berichte und die Sanktionen gegen Iran wegen seines Atomprogramms zu stellen. Es stellt sich ein Gefühl der Hoffnung, aber auch der Sorge ein. Hoffnung, dass der Vormarsch der globalen Elite eingebremst wird. Sorge, dass es zu folgenschweren militärischen Aktionen kommen könnte. Doch die USA, England, Frankreich und Israel werden allmählich nervös und scheinen zu zögern, ihre Drohungen wahr zu machen. Sie sind in der Tat gezwungen, immer mehr auf geheime und kriminelle Operationen zurückzugreifen, was die Tatsache immer mehr offen legt, dass hinter der nach außen hin gezeigten Politik der genannten Länder skrupellose Mafia-ähnliche Organisationen stecken.

Die größte Frage ist heute, was geschehen muss, damit Russland als eine solide Mauer handelt und den Westmächten in aller Deutlichkeit erklärt: „So weit könnt ihr gehen; das ist das Äußerste, was wir tolerieren werden.“ Falls Russland dieser Art handelt, werden die Westmächte zur Vernunft gelangen, werden sie haltmachen, oder werden ihre „Bulldozer“ die russische Mauer durchbrechen?

Das ist die Schlüsselfrage. Denn in ihr liegt die Antwort darauf, ob es einen dritten Weltkrieg geben wird oder nicht!

(Adrian Salbuchi ist politischer Analytiker, Autor, Redner und Radio/TV-Kommentator in Argentinien.)

Quelle: RT Russia Today English (Moskau)

Im folgenden Video (englisch) wird Salbuchi von Russia Today zur Wahl Putins befragt. Er gratuliert dem russischen Volk und der Welt, denn „im allgemeinen gibt es in öffentlichen Positionen Politiker und Staatsmänner, und was die Welt heute mehr denn je braucht, sind STAATSMÄNNER. Denken Sie daran: Früher gab es einen Adenauer, einen Churchill und einen De Gaulle, und heute haben wir eine Merkel, einen Sarkozy und einen Cameron, die nur ganz ordinäre Politiker sind; und ich denke, worin mir sicherlich viele zustimmen werden, auch das russische Volk, dass Vladimir Putin ein Staatsmann ist. Und das macht einen Unterschied.“

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