Montag , 8 August 2022
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Welcher Konflikt steht als nächster auf dem Programm?

amerkanischer_panzer_XM1Nach siebenjähriger Pause veröffentlichte die militärische Führung der Vereinigten Staaten ihren neuen Strategie-Bericht. Im Gegensatz zum letzten aus dem Jahr 2004, reichen die Ziele und Wünsche nun weit über Afghanistan und den Irak hinaus. Von den Medien ignoriert, fällt der zeitliche Zusammenhang zwischen dieser jüngsten Publikation und der Einberufung aller US-Botschafter nach Washington ins Auge. Während nationalistische Tendenzen in nicht näher genannten Ländern angesprochen werden, wird auch auf das Heranwachsen von zwei neuen Weltmächten in Asien verwiesen.

Bei der sogenannten „Nationalen Militärstrategie“ handelt es sich um einen, vom Vorsitzenden des US-Generalstabs verfassten Bericht über die militärischen Pläne der Vereinigten Staaten. Es ist vorgesehen, einen solchen bis zum 15. Februar jedes zweiten Jahres zu veröffentlichen, es sei denn, an den Fakten der vorangegangenen Erklärung hat sich nichts geändert. Dadurch erklärt sich, dass der letzte Bericht aus dem Jahr 2004 stammt und sieben Jahre lang kein neuer erstellt wurde. Was für Überraschungen finden sich in der jüngsten Erklärung?

In einem Artikel in der Online-Ausgabe von Time wird auf „durchgesickerte Binsenweisheiten“ verwiesen, die sich auf jeder der 21 Seiten des, vom Vorsitzendenden des Generalstabs Admiral Michael G. Mullen unterfertigten, Dokuments finden. Selbstverständlich wird darauf verwiesen, dass es sich bei den Vereinigten Staaten weiterhin um die dominierende Weltmacht handelt, auch wenn eine wachsende Zahl von „Staaten und nichtstaatlichen Akteuren“ immer mehr Einfluss ausüben. Es gäbe „globale und regionale Mächte“, die „Nationalismus und Durchsetzungsvermögen“ an den Tag legten und dadurch sowohl die Belastbarkeit der amerikanischen Verbündeten als auch die eigene Führungskraft herausforderten. Mit den beiden wachsenden Weltmächten in Asien sind zweifellos China und Indien gemeint.

Bei den zitierten „nichtstaatlichen Akteuren“ kann es sich ausschließlich um einflussreiche Kreise im Finanz- und Wirtschaftsbereich handeln, denen nationale Bestrebungen grundsätzlich im Wege stehen.

Die vier wichtigsten Punkte fasst Time folgendermaßen zusammen:

  • Bekämpfung von gewaltsamem Extremismus
  • Das Unterbinden und Zerschlagen von Aggressionen
  • Die Festigung internationaler und regionaler Sicherheit
  • Formung der zukünftigen Stärke

Ferner befasst sich das vorliegende Dokument mit dem für die nahe Zukunft erwartetem Anwachsen der Weltbevölkerung um 1,2 Milliarden bzw. einer Milliarde mehr Menschen, die bis zum Jahr 2025 in Städten leben werden. Für Europa, so wird erwähnt, wird mit einer Abnahme der Bevölkerungszahlen gerechnet. Als ungewiss werden die Auswirkungen der globalen Klimaveränderung erachtet.

Wie nicht anders zu erwarten, werden in dem Dokument, das als PDF-Datei zur Gänze verfügbar ist, keine militärischen Geheimnisse verraten. Und Neuigkeiten, die nicht an anderer Stelle bereits ausführlich analysiert wurden, finden sich genau so wenig. Doch ist es ein Zufall, dass in der Woche vor der Veröffentlichung alle US-Botschafter der Welt, aus insgesamt mehr als 180 verschiedenen Ländern, nach Washington einberufen wurden? Wie von The Intelligence bereits berichtet, hielt nicht nur US-Außenministerin Hillary Clinton eine Ansprache an die diplomatischen Vertreter, sondern auch der Vorsitzende des Generalstabs, Admiral Mullen. Wie nicht anders zu erwarten, wurden bei diesen, der Presse zugänglichen, Versammlungen keine Punkte behandelt, die eine nähere Erklärung für den Anlass dieser Einberufung boten. Während sich US-Botschafter einzelner Regionen regelmäßig in Washington zusammenfinden, dürfte es das erste Mal sein, dass die Repräsentanten aus aller Welt zur gleichen Zeit in der amerikanischen Hauptstadt eintrafen. Dass die Veröffentlichungen von Diplomatenpost durch Wikileaks als ausschließlicher Anlass dafür zu verstehen sein könnte, erscheint eher als unwahrscheinlich.

Die weltweit angespannte Situation ins Auge fassend, von der Wirtschaftskrise bis zu den Volksaufständen in Nordafrika, wäre nicht auszuschließen, dass von den Vereinigten Staaten, die – wie Hillary Clinton es formulierte – noch immer über die „Weltherrschaft“ verfügen, Aktionen für die nahe Zukunft eingeleitet werden. Dass diesbezüglich die Karten aber noch lange nicht offen gezeigt werden, muss aus verschiedenen Gründen als durchaus rechtfertigbar akzeptiert werden. Die Entwicklungen der kommenden Monate werden vermutlich mehr Einblick in jene Informationen geben, die während der vergangenen zwei Wochen vertraulich ausgetauscht wurden.

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