Samstag , 13 August 2022
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Irak: Söldnerheer anstatt Armee

hussein_gefangennahme„Der Irak-Krieg ist hiermit offiziell zu Ende! – Operation ‚Iraqi-Freedom’ ist vorüber!“, erklangen die Worte des US-Präsidenten Barack Obama. Die Mission sei erfüllt. Zehntausende Soldaten und ihre Familien hätten jene Opfer gebracht, die zu diesem Sieg geführt hätten. Gloria Victoria! Während dem Ölkonzern Halliburton ein neuer Vertrag zugesagt wurde, verbleiben vorübergehend noch rund 50.000 US-Soldaten im Irak, um die lokalen Sicherheitskräfte auszubilden. Und dazu kommt eine Zahl von 70.000 bis 140.000, die Angaben schwanken, von „Contractors“, ein anderes Wort für Söldner.

Mehr als 4.000 US-Soldaten haben im Irak ihr Leben verloren – um ihre Heimat zu verteidigen, wie es so gerne ausgedrückt wird. 32.000 wurden verwundet. Und begeistert wird von den amerikanischen Medien erklärt, dass die Ziele im Irak erfüllt worden seien. Während allgemein bekannt ist, dass ein ehemals stabiles Land unter anhaltenden chaotischen Zuständen mit täglichen Gewalttaten leidet, verweisen die US-Medien doch allen Ernstes darauf, dass es seit dem Überfall durch US-Truppen mehr Internet- und Telefonanschlüsse gebe und, vor allem, dass die Ölproduktion gestiegen sei. Wer profitiert davon? Das irakische Volk? Oder wird ein Teil der 750 Milliarden Dollar Kriegskosten, die vom US-Steuerbudget getragen wurden, dadurch abgedeckt?

Es wird von Sieg gesprochen. Ja, für eine bestimmte Gruppe war und ist der Irak-Krieg ein Erfolg. Allen voran steht der Name Halliburton, ein Anbieter technischer Dienstleistungen, vor allem in der Öl- und Energieindustrie. Wer war von 1995 bis 2000 Vorsitzender und CEO von Halliburton? Dick Cheney, der Vizepräsident unter George W. Bush. Während diese sonderbare Verbindung immer wieder für Schlagzeilen sorgte, und nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem völlig ungerechtfertigen Vorwand für den Einmarsch, die nicht vorhandenen Massenvernichtungswaffen von Saddam Hussein, wurde heute verkündet, dass Halliburton einen neuen Vertrag im Irak an Land ziehen konnte: Die Betreuung der Zubair-Ölfelder.

Schiiten und Sunniten bekämpfen einander weiterhin. Ein Konflikt, den es unter Saddam Hussein nicht gegeben hat, und der fast täglich Menschenleben fordert. Von einigen strategisch wichtigen Punkten abgesehen, vor allem die Absicherung der gewinnbringenden Ölfelder erfordert bewaffnete Sicherheitskräfte. Und dies wird sogenannten PMCs überlassen – Private Military Companies – private Unternehmen, die sich militärischen Aufgaben widmen. Im Dienst stehen sogenannte „Security Contractors“ – Sicherheitsvertragsbedienstete. Und dabei handelt es sich schlicht um ein anderes Wort für Söldner.

Der Irak-Krieg diente von Anfang an weder der Weltsicherheit noch dem Wohl des irakischen Volkes. Was immer Saddam Hussein vorgeworfen werden kann, der Vergleich der Situation im Land, zwischen seiner Regierungszeit und jetzt, spricht für sich. Hätte die amerikanische Besatzungsmacht Saddam Hussein als demokratischen Präsidentschaftskandidaten zugelassen, so wäre sein Wahlerfolg kaum in Frage gestanden. Natürlich wäre dies undenkbar gewesen. Stattdessen wurde behauptet, er sei in einem „Spinnenloch“ versteckt gewesen. Entwürdigende Fotos des Präsidenten beim Entlausen gingen um die Welt. Dann sah man ihn in einem Käfig sitzen, während des Schauprozesses. Und eines Tages folgten die Bilder mit dem Strick um den Hals. Wer von den Amerikanern entmachtet wird, darf auch im eigenen Land nicht zur Legende werden.

Könnte im Zusammenhang mit diesem Konflikt nicht der Verdacht von Kriegsverbrechen entstehen? Zwar hat Amerika diesen Krieg nicht gewonnen, genauso wenig wie seinerzeit in Vietnam, genauso wenig wie in Afghanistan. Doch verloren wurde er auch nicht. Und, so lehrt uns die Geschichte, nur wer im Kriegsfall eindeutig unterlegen ist, wird am Ende aufgefordert, sich vor einem Tribunal zu rechtfertigen.

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