Montag , 8 August 2022
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Setzt die Türkei chemische Waffen gegen Kurden ein

kursistan_mapNur äußerst vorsichtig wird in wenigen Tageszeitungen dieser Verdacht geäußert. Vor wenigen Stunden erschien ein ausführlicher Bericht in der taz, der die Fotos, die den Anschuldigungen zugrunde liegen, zur Verfügung stehen. Der Bericht eines Augenzeugen, demnach acht PKK-Kämpfer einem Angriff der türkischen Armee zum Opfer gefallen sind, korrespondiert mit dem schockierenden Zustand der Leichen. Markante Hautdefekte führen zur Annahme, dass diese durch chemische Waffen entstanden sein könnten. Die türkische Regierung weist den Verdacht kategorisch zurück und bezeichnet die PKK als Terrororganisation.

Ob es sich bei Mitgliedern der Arbeiterpartei Kurdistans, PKK, um Terroristen oder um Freiheitskämpfer handelt, sei dahingestellt. Zweifellos wurden von Kämpfern der PKK zahllose Gewalttaten, auch gegen Zivilisten, verübt, die sich kaum rechtfertigen lassen. Gleichzeitig erinnert der Vorfall aber auch daran, dass sich ein nicht unbedeutender Teil der Vorwürfe gegen den ehemaligen Präsidenten Iraks, Saddam Hussein, auf dessen brutales Vorgehen gegenüber den Kurden im nördlichen Teil des Landes bezog.

Der Vorfall ereignete sich im Herbst des vergangenen Jahres. Den Behauptungen eines Augenzeugen zufolge, hätten türkische Militärs mit einem Großaufgebot eine Gruppe von acht PKK-Kämpfern, sechs Männer und zwei Frauen, gejagt, die versuchten, sich in einer Höhle zu verstecken. Daraufhin wurde ein „größeres Geschoss“ in diese Höhle gefeuert. Nach einer Wartezeit hätten die Soldaten die leblosen Körper ins Freie gezerrt, auf sie geschossen und seien über einige der Leichen mit Panzerfahrzeugen hinweggerollt. Die grausamen Verstümmelungen der Körper würden diese Behauptung bestätigen.

Die taz erachtet die Bilder dabei als zu schockierend, um sie zu veröffentlichen. Der Artikel zitiert den Bildfälschungsexperten Hans Baumann, der erklärt, dass es keine Hinweise auf Manipulationen der Aufnahmen gäbe.

Worauf begründet sich der Verdacht, dass die türkische Armee chemische Kampfstoffe eingesetzt haben könnte?

Zwei der fotografierten Leichen zeigen „eigentümliche großflächige Hautdefekte“. Zwar könnten diese auch durch die Einwirkung von Hitze entstanden sein, was bei der Explosion einer Granate in einer Höhle durchaus möglich wäre, doch lässt sich diese Erklärung weitgehendst ausschließen, nachdem weder Augenlider und Brauen noch Kopf- oder Barthaar Anzeichen von starker Hitzeeinwirkung aufweisen.

Eine Anfrage der taz beim türkischen Außenministerium führte zur Erklärung, dass die Armee über keine chemischen Kampfstoffe verfüge. Die Leichen seien nach einer Obduktion freigegeben und an Familien, Freunde oder „Sympathisanten der Terrororganisation“ übergeben worden. Über das Ergebnis der Obduktion ebenso wie über die Gründe, warum eine solche durchgeführt wurde, gibt es keine Angaben.

Sowohl in Deutschland also auch im Ausland fanden sich, neben der taz, nur sehr wenige Zeitungen, die über den schwerwiegenden Verdacht berichten.

Quelle: taz

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