Montag , 30 März 2020
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Besuchen Sie Japan, dort gibt es strahlende Souvenirs für die ganze Welt

japan_aus_weltallEin knappes halbes Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima erobern sich einige Reiseveranstalter die „Destination Japan“ zurück. „Reisen in den Großraum Tokios sowie in den Süden des Landes seien nun sicher, laut Strahlenexperten bestehe keine Gefahr durch erhöhte Radioaktivität“ wird ein Veranstalter bei SPON zitiert. Der immer noch geringen Nachfrage steuert man mit beruhigenden Argumenten entgegen: „In die verstrahlten Gebiete um Fukushima führte schon zuvor keine Reise“. Ob diese Strategie die richtige ist?

Wenn schon, denn schon, mit Katastrophentourismus könnte man mehr Gewinn erzielen, diese Zielgruppe ließe sich sicherlich auch nicht von Meldungen wie „Starke Radioaktivität außerhalb der Sperrzone entdeckt“ abbringen. Selbst der neueste Störfall eines AKW auf der Insel Kyushu, die sich übrigens genau im Süden des Landes befindet, dürfte nicht weiter ins Bewusstsein dringen, solche Meldungen sind leicht zu übersehen, da muss man schon selbst ein wenig aktiv werden und nachschlagen, in den öffentlich-rechtlichen Nachrichten hat dies kein Platz, da müsste die Schleichwerbung für Apple gekürzt werden.

Andererseits ist die Gefahr, direkter Strahlung ausgesetzt zu werden, tatsächlich gering im Vergleich zur Möglichkeit, radioaktive Stoffe mit jeder Mahlzeit und mit jedem Schluck an der Hotelbar aufzunehmen. Einer vor Kurzem von unabhängigen Radiologen veröffentlichten Studie zufolge wurden in Bodenproben, rund 60 Kilometer vom Unglücksreaktor entfernt entnommen, „Belastungen mit radioaktivem Cäsium von bis zu 307’000 Becquerel pro Kilogramm entdeckt. Der von der Regierung für zulässig ernannte Höchstwert liegt bei 10’000 Becquerel pro Kilogramm Boden.“ Die Schlussfolgerung, ebenfalls auf NZZ Online nachzulesen, gibt weiter zu denken: „Die Radioaktivität könne von dem havarierten Atomkraftwerk stammen“.

Es gibt leider noch weitere Möglichkeiten, wie z.B. von kontaminiertem Müll, der im Lande verbreitet wird. Wie aussichtslos das Unterfangen ist, den von Erdbeben und Tsunami hinterlassenen Berg an giftigem und kontaminiertem Schutt im Wettlauf gegen Zeit und Unvermögen der Verantwortlichen sicher zu entsorgen, (The Intelligence berichtete), führt ein auf Youtube eingestellter Beitrag drastisch vor Augen: Um den großen Mengen radioaktiv verseuchten Klärschlamms, der seit März diesen Jahres in Abwasseranlagen gefunden wurde, Herr zu werden, wurde dieser verbrannt, die Asche Volumen verkleinernd geschmolzen und in einer Abwasser-Recycling-Anlage zwischengelagert. Da die Speicherkapazität dieses Lagers mittlerweile erschöpft ist, entschloss sich die Regierung der Präfektur Tochigi, diese Asche in sechs Kläranlagen zu lagern. Die Asche, die rund 30.000 Becquerels radioaktives Cäsium enthält, wird dazu, in Müllsäcke verpackt, auf LKWs durch die Gegend gefahren und kaum 20 Meter von Wohngebäuden entfernt abgeladen. Es bestünde weder Gefahr für Gesundheit noch für die Umwelt, die Säcke seien schließlich wasserdicht.

So sicher wir davon ausgehen können, dass diese verbrecherische Leichtfertigkeit nur ein kleines Beispiel von Abertausenden ist, so sicher können wir davon ausgehen, dass so wenig Informationen als irgend möglich zum gemeinen Bürger durchsickern. Die Politiker dieser Welt schauen zu, wohl wissend, dass sie bei Störfällen im eigenen Lande nicht viel anders reagieren können oder wollen, gezielte Desinformation, beliebiges Heraufsetzen von Grenzwerten, Bürgschaftsverlängerungen z.B. für Angra3 oder der Umgang mit bestehenden Lagern, siehe Asse und Co., sind nur einige Indizien hierfür.

Kurzfristig strahlt der korrupte Katastrophengewinnler und verantwortungslose Atomlobbyist, langfristig der ganze Planet.

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