Donnerstag , 22 August 2019
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Hertha BSC 1980 – Nostalgie aus der Jugendzeit

balljungeDas Wichtigste vorweg: Man hatte freien Eintritt ins Berliner Olympiastadion wenn man, so wie ich Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts, im Alter von 13-15 Jahren, in einer Jugendmannschaft spielte. Dies für einige Zeit mal beim Tischtennis, aber hauptsächlich in der C- und B-Jugend Fußball.

Vor allem weil die Hälfte meiner Klassenkameraden das tat, aber auch weil man eben oben genannten Vorteil genoss und somit zu jedem Heimspiel von Hertha gehen konnte, durch den gesonderten Mitglieder- und VIP-Eingang, ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Das Gefühl der Wichtigkeit, das man mit triumphierendem Blick vor sich hertrug, wenn alle anderen an den normalen Kassen dabei zusehen mussten, war mit 13 Jahren nicht zu verachten.

Die Krönung allerdings war es, wenn man, aufgrund der Mitgliedschaft der C-Jugend von Hertha, als Balljunge im Stadioninnenraum eingeteilt wurde. Damals war das noch ein sehr wichtiger Job, denn es gab nicht, wie heute, alle paar Meter einen Ball am Spielfeldrand, sondern nur einen, und wenn der ins Seiten-, oder Toraus ging, dann hatte man die rühmliche Aufgabe, den so schnell wie möglich wieder zu einem Spieler zu bringen, zu werfen, zu kullern, oder was auch immer.

Und so waren wir, mit unseren 13 Jahren in einer mächtigen Position, die teilweise spielentscheidend sein konnte, denn wenn Hertha zur Abwechslung mal kurz vor Schluss führte, tat man natürlich alles mit diesem Ball, nur nicht ihn so schnell wie möglich den Spielern der gegnerischen Mannschaft zu bringen. So verfehlten wir den herankullernden Ball relativ kunstvoll, stolperten überraschend über die eigenen Beine, oder ließen den schon gefangenen Ball mal eben wieder fallen.

So erinnere ich mich an ein ausverkauftes Olympiastadion und einen wütenden Branco Oblak von Bayern München, von dem ich mir fast eine Ohrfeige gefangen hätte. Wir hatten viel Spaß. Seit dem hat sich viel verändert, in der Welt und im Profifußball. Was sich aber wohl nie ändern wird, ist die Tatsache, dass es Berlin nicht schafft, eine solide Mannschaft aufzubauen, die in der ersten Liga bestehen kann.

Egal wer da spielt, oder wer da Trainer ist. Schon immer gab es lichte Momente und Tage, an denen man als Fußballfan Freude an dem hatte, was die Herren da unten auf dem Rasen taten, aber dann in den nächsten drei Spielen wieder die komplette Katastrophe ablieferten.

Nun hat sich im Laufe der Jahre mein Interesse an Fußball und an der Bundesliga so ziemlich auf Null reduziert, ich weiß oft nicht mal, wer überhaupt gerade in der Bundesliga ist. Und ich bin doch auch immer wieder erschrocken, wie erwachsene Menschen ihr Leben einer Fußballmannschaft verschreiben können.

Doch in diesen Tagen, zumal ich als Berliner nun in Düsseldorf wohne, kommt man natürlich nicht dran vorbei und ich werde Dienstagabend ganz sicher auch mal reinschauen, ins Relegationsrückspiel zwischen Hertha und Fortuna, aber weiterhin wird sich mein Leben durch Fußball wohl kaum verändern.

Als alter Weddinger hängt mein Herz schon noch irgendwie an der alten Dame Hertha, ich würde es der Fortuna aber mindestens genauso gönnen aufzusteigen, wie es mich in keinster Weise überraschen würde, dass Berlin mal wieder absteigt. Sollte Ihre Leidenschaft da noch größer sein, so wünsche ich ihnen, den Abend morgen unbeschadet zu überstehen.

Ich hatte auf jeden Fall eine schöne Erinnerung an vergangene Jugendtage, als „Steppke“, in der C-Jugend von Hertha BSC.

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