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US-Kriegsschiff von israelischen Bombern angegriffen

mirage IIIEin schockierender Vorfall, der 34 US-Matrosen das Leben kostete, jährt sich heute, am 8. Juni, zum 45. Mal. Während des sogenannten Sechstagekrieges im Jahr 1967 hielt sich das amerikanische Beobachtungsschiff USS-Liberty im Mittelmeer auf. Ohne ersichtlichen Anlass und ohne jegliche Vorwarnung erfolgte plötzlich ein Angriff durch israelische Kampfbomber und Torpedoboote. Das schwer beschädigte Schiff schaffte es schließlich doch noch, den Hafen von Malta zu erreichen. Die Hintergründe bleiben bis heute ungeklärt.

Zwischen dem 5. und 10. Juni 1967 war der damals noch junge Staat Israel in einen Krieg mit Ägypten, Jordanien und Syrien verwickelt. Die Vereinigten Staaten nahmen eine neutrale Position ein, entsandten jedoch das Beobachtungsschiff USS-Liberty ins Mittelmeer, insbesondere um Funksprüche aufzunehmen.

Am späten Vormittag des 8. Juni näherten sich israelische Kampfflugzeuge, u. a. vom Typ Super Mystère und Mirage III, dem nur leicht bewaffneten Schiff und nahmen es unter Beschuss. Gleichzeitig erfolgten mehrere Angriffe durch Torpedoboote. 34 US-Matrosen wurden getötet, 172 weitere verletzt.

Warum der Angriff wieder abgebrochen wurde, ist ebenfalls unklar. Die USS-Liberty war nicht verteidigungsfähig und es wäre den israelischen Streitkräften durchaus möglich gewesen, sie zu versenken. Dank der plötzlichen Einstellung des Beschusses gelang die Weiterfahrt in den sicheren Hafen von Malta.

Sowohl von israelischer als auch von US-Seite wurde der Vorfall als „Irrtum“ erklärt. Wie im diesbezüglichen Wikipedia-Artikel jedoch erwähnt wird, sind die überlebenden Besatzungsmitglieder überzeugt, dass eine Verwechslung völlig auszuschließen ist. Ihrer Meinung nach, sei der Angriff völlig bewusst erfolgt.

uss liberty damagedVon den Spekulationen bezüglich der Hintergründe werden von Wikipedia zwei erwähnt. Einerseits wäre es möglich, dass die israelischen Streitkräfte Abhöraktionen durch die neutralen USA unterbinden wollten. Andererseits ist aber auch ein sogenannter „Angriff unter falscher Flagge“ nicht auszuschließen. Wäre es nach einem Versenken gelungen, die Verantwortung Ägypten in die Schuhe zu schieben, hätte dies wahrscheinlich einen US-Eintritt in den Krieg zur Folge gehabt. In beiden möglichen Fällen bleibt trotzdem unklar, warum der Angriff dann aber doch abgebrochen wurde. Vermutungen schließen die Möglichkeit ein, dass Funkmeldungen über die wahre Identität der Angreifer von der USS-Liberty aus bereits gesendet waren.

Wikipedia verweist auf einen Bericht in der Chicago Tribune vom 1. Oktober 2007, in dem Dokumente über die damaligen Zeugenaussagen behandelt wurden, die besagen, dass es sich um einen gezielten Angriff gehandelt hatte. Aufgezeichnete Funksprüche der israelischen Piloten unterstützen diese Annahme.

Am 12. Januar 2004 berichtete die Financial Times von der unter Eid erfolgten Aussage eines ehemaligen Mitglieds des US-Marineuntersuchungsgerichts. Demzufolge hätten US-Präsident Lyndon B. Johnson und Verteidigungsminister Robert McNamara eine Geheimhaltung des Vorfalles angeordnet.

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