Montag , 26 September 2016
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Das Ende des Geldes – und was kommt danach?

franz_hoermann_1Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann, heißt es. Die gedankliche Kehrtwende erlangte Franz Hörmann mit 23 Jahren, als sein damaliger Professor zu ihm äußerte: “In einem rationalen Steuersystem wäre die Wirtschaftswissenschaft überflüssig.“ In jungen Jahren war Hörmann ebenso Anhänger der Finanzwirtschaft und des liberalen Wirtschaftssystems. Seither sieht er anders auf die Dinge. Am vergangenen Sonntag kamen rund 100 Besucher zum Kongress „Wahre Alternativen“ in den Ort Altlengbach im Wienerwald, um sich von Franz Hörmann das Betrugsmodell des Kapitalismus erklären zu lassen.

Seit längerer Zeit begeistert Hörmann immer mehr Menschen mit seinen Thesen. Ein Wirtschaftswissenschaftler, der für das Wesentliche vehement unangenehme Fragen stellt. Und Antworten gibt. Er ist keine weitere Figur, die Floskeln mit wenig Inhalt rezitiert. Eine geistreiche Person mit der Fähigkeit, im Menschen einen Funken zu entzünden. Ein unkonventioneller Vordenker. Keiner jener etablierten Ökonomen, die in eine Sinnkrise stürzen, da die alten Theorien nicht mehr helfen. Ein Freigeist, der Grenzen überschreitet. Jemand, der den Schreibtischtätern und Schreibtischuntätern Paroli bietet und nicht beim Nennen von Symptomen des Systemversagens stehen bleibt, sondern die Ursachen klar aufzeigt. Stets authentisch und mit wertschätzender Geduld dem Mitmenschen gegenüber.

Veranstaltungseinladungen und Interviewtermine mehren sich. Einen zusätzlichen Anstoß dazu gab das Buch „Das Ende des Geldes“, das Hörmann mit Otmar Pregetter schrieb und am 8.3.11 in Wien präsentiert wurde. Darüber wurde am 10.3.11 bereits berichtet. Auch am 7.4.11 zur Kino-Filmvorführung von „Zeitgeist: Moving Forward“ kam Hörmann zur anschließenden Podiumsdiskussion. Mittlerweile hat der Film auf YouTube mehr als 5 Mio. Zugriffe innerhalb von 10 Wochen bewirkt. Auch in dieser Nacht folgten rund 140 Anwesende gebannt dem Film im Kino und der anschließenden Podiumsdiskussion, die bis nach Mitternacht andauerte.

An der Diskussion nahmen neben Univ. Prof. Dr. Franz Hörmann, Lehrbeauftragter der Wirtschaftsuniversität Wien, auch Dr. Alfred Strigl, Biotechnologe und Wirtschaftswissenschaftler, Univ. Prof. Dr. Gerhard Senft, Volkswirt und Lehrbeauftragter der Wirtschaftsuniversität Wien, Franz Schandl, Historiker und Publizist, sowie Mili Badic, Vertreter des Zeitgeist Movement Chapter Wien, teil.

Angemeldet war auch der Abgeordnete zum Nationalrat, Grünpolitiker und Wirtschaftswissenschaftler Dr. Alexander Van der Bellen. Ein paar Stunden vor Veranstaltungsbeginn ließ er sich wegen Migräne entschuldigen! Mili Badic kommentierte die Absage damit, dass das Publikum und die Zeitgeist-Veranstalter sich auf seine Ansichten gefreut hätten. Sie hoffen, dies bei einem ähnlichen Event nachzuholen. „Eine Politik mit Verantwortung würde ja Rücksicht auf die Ressourcen nehmen wollen. Daher meinen wir, dass die vermittelten Informationen des Filmes sehr wichtig für die Politik wären“, so Badic.

Alle geladenen Diskutanten waren sich einig: der Zeitgeist-Film beschreitet Neuland. Doch ob die Welt schließlich so wie vorhergesagt kommt oder davon abweichend, sei nicht wesentlich. Die Zukunft ist nicht vorhersehbar. Vermutlich komme es ganz anders. Wichtig sei daran die gegenwärtige Befassung mit den großen Fragen der Zeit. Der Film ermögliche ein Nachdenken über unser bestehendes System. Und das leistet der Film allemal.

Strigl bezeichnet die Wirtschaftswissenschaft, wie auch die Theologie, als  Dogmenwissenschaft. Es bedarf, politische Dogmen und Ismen aufzulösen, unterschiedliche Lebensformen anzuerkennen und „keine propagandistischen Lösungen anzubieten“. Strigl unterstellt, dass wir genau jenes System und jene Volksvertreter haben, die wir verdienen. Die Menschen sind das System. Es sei eine Welle der Aufklärung nötig. Aufklärung über die Strukturen und Machenschaften. Hörmann stimmt zu, indem er hinzufügte: „Das Wissen über unser bestehendes System zu haben, ist entscheidend für eine Änderung.“ Und Schandl merkte frappant an: „Es wird sich erst etwas tun, wenn man etwas tut.“

Hörmann hat eine Sensibilität für Dialektik und Begriffsbestimmungen, so auch beim Wort „verdienen“. Er erachtet die Klassifizierung von „etwas verdienen“ als missverständlich, da dies mit der Analogie der „Belohnung“ verstanden wird. Daher sei eine Befreiung von diesem Gedankenkonstrukt angebracht. Ein Entwicklungsprozess unseres Bewusstseins sei unumgänglich. Der Verstand sei das schwächste Wertmaß, der durch gesellschaftliche Konventionen geprägt wird, meint er unter Verweis auf den Neurobiologen Prof. Dr. Gerald Hüther: „Gefühle und Intuition sind die stärksten Kräfte.“

Hauptaugenmerk wird in diesem Film auf das Geldsystem gelegt. „Geld sollte man als Tauschmittel betrachten. Geld hat eine Kapitalfunktion“, so Senft, ein Experte zur Geschichte des Geldes. Schandl hingegen plädiert dafür, das stoffliche Gut „Geld“ zu entsorgen. Die menschliche Lebenszeit wird zu 80% mit Geld verdienen verschwendet und diene nur zur Aufrechterhaltung von Systemen wie Banken, Versicherungen, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern etc.

„Wir brauchen Geld nicht. Und warum müssen Zahlen in Bilanzen in Kolonnen stehen und warum muss auf beiden Seiten das gleiche stehen?“, ergänzt Hörmann mit zarter Komik.

Strigl, auch ein Biochemiker, verurteilt eine Wirtschaft, die die Konkurrenz in den Mittelpunkt stellt und vergleicht den Wirtschaftskreislauf mit dem menschlichen Körper, der aufgrund eines Blutkreislaufes und nur mit kooperierenden Organen am Leben bleiben kann. Ein Moratorium der Weltwirtschaft werde gebraucht, um Fragen zu behandeln, denn: „Das was war, ist nicht mehr, aber was sein wird, ist noch nicht klar.“

Noch am selben Tag gab Hörmann ein Interview mit WienTV. Die Grundlagen eines neuen elektronischen Geldsystems wurden erstmals öffentlich formuliert und Details über das von ihm und Mitstreitern entwickelte neue Geldsystem verraten.

Auch bei seinem Vortrag am Kongress am 10.4.11, führte Hörmann seine Vision aus: „Die Gesellschaft als Informationsgesellschaft sehen, die Bedürfnisse in Echtzeit ins Netz mittels vorhandener Informationstechnologie stellen und selbstregulierend nach kybernetischer Ordnung kooperieren.“ Besonders die Ausführungen Hörmanns zum von ihm vorgestellten Modell ließ die Teilnehmer aufhorchen.

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Hörmann bezeichnet sich als Anhänger des Konstruktivismus. Er ist überzeugt davon, dass jedes Individuum seine eigene Wirklichkeit erzeugt. Und genau darin liege auch die Chance. Wenn diese Gültigkeit einen allgemeinen Wissensstand erreichen würde, wäre dieses Bewusstsein die Grundlage zu Toleranz in der Gesellschaft. „Der Mensch kann nur über seine eigene Wahrnehmung berichten, ohne die eines anderen zu erzwingen.“ Jeder lebt seine Wahrheit und dadurch sind individuelle Klassifikationen wie „Recht und Unrecht“ und „wahr und falsch“ obsolet.

Diese Bewertungen seien der Ursprung des Materialismus. Selbst ein Wirtschaftssystem sei eine Schwingung wie jedes andere geistige Denkmuster und jede andere Frequenz. Gerade gegenwärtig sei das Hervorkehren von Vereinendem und Gemeinsamem wichtiger als das Trennende. Dadurch wären auch Begriffe wie „Knappheit“ zu hinterfragen. Was ist Knappheit und existiert sie wirklich? Oder ist sie auch nur eine kreierte Denkvorstellung? Eine Materie erlangt seine Bedeutung durch den Nutzen oder die Funktion und nicht aus seiner Materialbeschaffenheit. Ebenso ist im vorhinein der optimale Einsatz eines knappen Gutes nicht bestimmbar. Die Optimalität ist nicht darstellbar. Als Beispiel nannte Hörmann die Privatisierung des französischen Wassers, wodurch eine künstliche Knappheit hergestellt wird. Die Privatisierung von Infrastruktur sei eine Beraubung der Bevölkerung ohne Militäreinsatz. Die Ökonomisierung folge dem Gesetz von Angebot und Nachfrage und diese Gesetzesanwendung betrachtet er als Erpressung und Plünderung.

Die heutige Geldwirtschaft sei grundsätzlich ein Nullsummenspiel. „Wenn ich etwas haben möchte, muss ich es jemand anderem wegnehmen.“ Das Geld repräsentiert einen Preis und der Preis zeigt ein Werteverhältnis auf, das eine gewisse Kaufkraft ermöglicht. Geld zeigt nicht den Wert einer Ware, sondern ist das Ergebnis eines Verhandlungsprozesses. Geld sei ein fiktives Konstrukt, das sich ohne gesetzliche Grundlage entwickelte. Die doppelte Buchführung in der Buchhaltung, als Erfindung des Mittelalters, kommentiert Hörmann mit diesen Worten: „Es ist ein Skandal, dass seit dem Mittelalter keine ernsthaften Überlegungen mehr angestellt wurden.“

Der Preis besitzt eine Dimensionslosigkeit und Bezeichnungen wie Dollar, Euro oder Yen seien lediglich Herrschaftssymbole. Ausführlich hat dies am 31.3.11 Hörmann in einem Interview mit der OÖ BezirksRundschau erläutert, in dem er noch heuer den Staatsbankrott prognostiziert.

In der Replik von Univ. Prof. Friedrich Schneider, Professor für Volkswirtschaft an der Linzer Johannes Kepler Universität, äußerte sich dieser am 7.4.11 in einem Interview mit demselben Blatt selbstdisqualifizierend unter anderem mit diesen Worten: „Wir haben die beste Bonität, wir können alle Schulden bedienen, wenn wir ein Stück weit privatisieren.“ Zur Frage, ob Österreich seine Schulden leicht zurückzahlen könne meinte er: „Ja natürlich.“ Und weiter: „…im Notfall könnte die Republik auch noch die Steuern erhöhen.“

Das Interview brachte Hörmann in die Bredouille. Seine Gastprofessur an der Linzer Johannes Kepler Universität wurde ihm fast aberkannt. Und Reaktionen anderer „anerkannter“ Experten wurden am 7.4.11 vom OÖ Regionalblatt veröffentlicht. Es äußerten sich: Bundeswirtschaftsminister R. Mitterlehner, Raiffeisen-Landesbank Generaldirektor Scharinger, Volkskreditbank AG Chef Wagner, HYPO Generaldirektor A. Mitterlehner, Oberbank Generaldirektor Gasselsberger. Also fünf Banker und der Wirtschaftsminister haben ein wenig blanke Nerven gezeigt!

Die Leser-Kommentare auf die Replik von Schneider lassen weit mehr Fachkenntnis erkennen. Immer mehr wird der Bevölkerung klar, dass Geld aus Schuld erzeugt wird. Nicht Zentralbanken, sondern jede kleine Privatbank erzeugt Geld in Form von Buchungssätzen: Forderungen gegen Verbindlichkeiten, die sich in einer Bilanzverlängerung bemerkbar machen. „Bilanzen haben keine Informationsfunktion, sondern öffnet Tür und Tor für alle möglichen Betrugsfälle“, so Hörmann. Die Absurdität mache sich auch darin bemerkbar, dass das Eigenkapital in der Passiva der Bilanz nur eine Differenzzahl ist. Und die historischen und stichtagsbezogenen Bewertungsregeln des Anlagevermögens seien irreal und wirtschaftlich nicht tragfähig. Würde man hierbei ansetzen und „die Bewertungsregeln gar abschaffen, wäre der Kapitalismus als Ganzes gescheitert, da dann das Eigenkapital in der Passivseite Null wäre.“

Die folgende Ausführung von Hörmann stellt es noch schlüssiger dar: „Das Problem am Kapitalismus ist, dass etwas, das gar nicht da ist (Eigenkapital ist ja nur eine Saldogröße, also die Differenz zwischen den willkürlich bewerteten Aktiva und den Schulden) mit Gewinnen „belohnt“ werden muss. Würde hingegen korrekt gebucht und das Geld bei der Anschaffung von Anlagevermögen auch gleich ausgebucht, wäre das Eigenkapital gleich nach der Beschaffung des Anlagevermögens (zumindest als Geldbetrag) verschwunden!“

Betreffend den International Financial Reporting Standards (IFRS), den internationalen Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen, erwähnt Hörmann stellvertretend den deutschen Ökonomen Prof. Dr. Thomas Schildbach, der IFRS als „Irre Führendes Rechnungslegungs-System“ bezeichnet: Die erstellten Jahres- und Konzernabschlüsse zeigen eine verfälsche Darstellung von Wertansätzen. Hörmann erwähnt auch Prof. Dr. Peter Bofinger, einer der fünf deutschen Wirtschaftsweisen, der ebenso den IFRS kritisch gegenüber steht und sich als Antagonist des fair value-Wertansatzes ausweist.

Hörmann beschreibt sich als Freund der Demokratie, wobei diese bisher im eigentlichen Sinne „noch nie ausgeübt wurde“. „Demokratische Gruppenentscheidungen seien im Gegensatz zu Einzelentscheidungen wissenschaftlich belegt, legitimierter und repräsentativer.“ Das bedarf allerdings auch eines hinreichenden Bildungsniveaus für eine „Gruppen- und Schwarmintelligenz“.

Seine Ausführungen erinnern an die französische Philosophin Simone Weil und ihren „Anmerkungen zur generellen Abschaffung der politischen Parteien“: „Das Volk muss seinen Willen hinsichtlich der Probleme des öffentlichen Lebens ausdrücken und nicht nur eine Wahl zwischen Personen treffen können.“ Sie war davon überzeugt, dass fern von Parteien und Regierungen unser universeller Konsens und der Wille des Volkes die Wahrheit macht, in der wir leben wollen. Der Geist besteht nicht in dem Gedanken, dass eine Sache gerecht ist, weil das Volk sie will, sondern darin, dass der Wille des Volkes eher der Gerechtigkeit entsprechen dürfte als jeder andere Wille. Das Volk müsse sich seines Willens bewusst werden und ihn äußern.

Das Bildungssystem der Hochschulen steht laufend auch medial unter Kritik. Selbst Universitätsprofessoren machen keinen Hehl aus der verkehrten Sparpolitik und Streichung von Studiengängen. Anders scharf formulierte Hörmann die Bildungsinstitutionen zur Rolle der Bewusstseinsbildung:“ Die Wirtschaftsuniversität Wien ist eine fiktionale Institution.“  Und bei anderer Gelegenheit artikulierte er packend, dass der Großteil der Menschen nicht mit Begeisterung arbeite und um sich weiter zu entwickeln. Das Arbeitsvolk sei ein „Zuchtprodukt des Bildungssystems“.

Hörmanns alternative Sicht auf das Geld, die Ökonomie und die Gesellschaft ist eindringlich und utopisch anmutend. Versetzt mit philosophischen und wissenschaftlichen Aspekten gleichermaßen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien der Quantenphysik fließen gedankenübergreifend, was in seinen Ausführungen erkennbar ist. Der Kritik, der einzelne Disziplinen der Wissenschaften ausgesetzt sind, sie wären nicht ganzheitlich und zu wenig interdisziplinär, setzt Hörmann etwas Pionierhaftes entgegen.

Er meint, Geld sei kein Tauschmittel, kein Wertemaßstab und kein Wertaufbewahrungsmittel. Hörmanns Überlegungen fußen auf didaktischen Begriffsdefinitionen. Zum Tausch benötige man kein „Mittel“. Aufgrund von Inflation, Wechselkursen und dem Gesetz von Angebot und Nachfrage existiere kein „Maßstab“. Die unterschiedlichen Währungen unterliegen Wechselkurzschwankungen, die lediglich dazu dienen, Spekulanten zu Gewinnern und die Realwirtschaft zum Verlierer zu machen. Und somit wäre ebenso der Gedanke des Wertaufbewahrungsmittels obsolet. Ebenso macht Hörmann den Vorschlag, den Begriff „Schuld“ im Sprachsatz abzuschaffen. Da dies im Zusammenhang steht mit dem derzeitigen Schuldgeldsystem. „Den Schuldigen mit Vergebung zu begegnen um so ein weiteres Mittragen im Bewusstsein zu vermeiden.“ Geld bezeichnet er als „geheime Staatsreligion“. Geld funktioniert nur, wenn daran geglaubt wird. Daher ist es eine Religion. Da es staatlich zwingend ist, eine Staatsreligion. Und da es nicht öffentlich kommuniziert wird, eine geheime.

Die Wirtschaftswissenschaften sind völlig abgekoppelt von der Wirklichkeit, zwar mathematisch darstellbar, jedoch aussagelos über wirkliche Werte der Gesellschaft. Die Volkswirtschaftslehre sei sinnlos, solange sie nur auf Zahlen achtet, ohne Verständnis für gesellschaftliche Prozesse außerhalb ihres Zahlenhorizonts, kritisiert er. Eine simple Zahl könne keine Wahrheit sagen.

Hörmann meint, das einzig Wertvolle sei das menschliche Verhalten und nicht „tote Materie“, wie er das Geld bezeichnet. Das Festhalten an der Materie sei die Form des Materialismus, in dem wir uns befinden. Geld müsse man als aufgeschriebene Zahl betrachten und nicht als Weitergabe eines Wertes. Geldschöpfung könne auch ohne Schuld erfolgen, ohne Eigenwert und durch die Gemeinschaft demokratisch legitimiert und transparent.

Es bedarf einer neuen Sichtweise auf die Gesellschaft mit einer Bewusstwerdung jedes Einzelnen. Die wahre Erfüllung des Menschen liege in Weiterentwicklung und Kooperation, die Innovationen und Ideen ermöglichen, welche in die Gesellschaft eingebracht werden können. In einer Innovationsgesellschaft werden Leistungen und gemeinschaftliche Kreativität gefördert. Ohne Knappheit, Zinsen, Enteignung, Patente und geheim gehaltenen Laborexperimenten, die in einer Konkurrenzgesellschaft nötig sind für ständige Gewinnmaximierung.

Eine Automatisierung in der Produktion und Dienstleistung ermögliche die Entsklavung der Menschheit von systemerzwungenem Verhalten. Und die Menschheit könne sich geistig zu Wissenschaftlern und Experten weiterentwickeln. „Menschliche Werte müssen die Grundlage eines neuen Geldsystems sein“, so Hörmann. Stets im Bewusstsein, dass er nie die einzige Wahrheit sagen kann, verfügt ein Wissenschaftler nur über sein eingeschränktes Denkmodell. Hörmann prognostiziert, dass wir alle Einzel-Unternehmer werden, uns mit Gemeinschaftsgütern umgeben und auf Basis von Kooperation in Netzwerken agieren.

Globalisierungskritiker Jean Ziegler nennt die Dinge mit griffiger Sprache beim Namen. Vermutlich wurde er deshalb wieder ausgeladen, bei der Salzburger Festspieleröffnung vor CEO’s und Konzernchefs Klartext zu sprechen, denn, so eine Schlagzeile: „Die Geldsäcke hätten eine halbe Stunde zuhören müssen.“

Ich kann mir vorstellen, dass Franz Hörmann auch ein Kandidat für eine Ausladung wäre, dass es aber durch sein Engagement eventuell eines Tages nicht mehr nötig sein wird, vor Geldsäcken brüskierende Reden zu schwingen.

„Es ist gut, dass die Bürger der Nation unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn würden sie es verstehen, gäbe es, glaube ich, eine Revolution – vor morgen früh.“ (Henry Ford)

 

Franz Hörmann:

Ein Beitrag von Diana Ljubic

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