Sonntag , 28 August 2016
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BP Ölkatastrophe: Berechnungen sagen, Öl kommt nach Europa

bp_oel_prognoseDerzeit ist das Öl-Unglück von Deepwater Horzion noch auf den Golf von Mexiko begrenzt. Nun jedoch konnten Wissenschaftler der School of Ocean and Earth Science and Technology (SOEST) an der Universität von Hawaii durch Simulationen herausfinden, dass bereits 2011 das schwimmende Erdöl die europäischen Gewässer erreichen kann. Geschätzte sechs Millionen Liter Erdöl verlassen die Unglücksstelle Deepwater Horzion am Tag. Entlastungsbohrungen sind, den neuesten Erkenntnissen nach, erst ab August vorgesehen, was bedeutet, dass sich bis dahin weiterhin Tag für Tag Millionen Liter Erdöl ihren ungehinderten Weg in den Golf von Mexiko suchen können – und nach Europa! 

Zudem ist noch sehr ungewiss, ob und in welchem Umfang das sprudelnde Öl eingedämmt werden kann. Forscher der Universität von Hawaii* untersuchten nun den theoretischen, jedoch sehr wahrscheinlichen Weg, den das Öl bis zum kommenden Jahr in einer noch nicht bekannten Konzentration nehmen wird. Ziel: Europa und dessen Meere.

Bei ihren Simulationen setzten die Wissenschaftler insgesamt acht Millionen verschiedene Simulationen ein, die aus virtuellen und schwimmenden Ölpartikel bestanden. Anhand der bisherigen Aufzeichnungen über die in einem Zeitraum von acht Jahren und jeweils 360 Tagen stattfindenden Ozeanzirkulationen, konnten Kalkulationen erstellt werden, die dahingehend ihre Prognose fanden, indem sowohl diese bekannten Meereszirkulationen durch die natürliche Strömung, als auch der Zeitpunkt des ersten Tages der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, mit in die Untersuchungen einbezogen wurden.

Hierbei konnten die Forscher prognostizieren, dass die schwimmende Ölfläche bereits im kommenden Oktober die Küsten von North und South Carolina, Georgia und Nordflorida erreichen könnte. Da bekanntlich im Herbst jeden Jahres die Nordostwinde an Stärke zunehmen, werden die Ölflächen dadurch in den Atlantik getrieben, was diese weiter an die Ostküste der USA heran bringen, jedoch in Westflorida eine Reduzierung der Ölschwemme nach sich ziehen wird. Den Berechnungen der Forscher zufolge, werden allerdings nach einem Jahr rund 20% der einst an Deepwater Horizon freigesetzten Ölpartikel die Meerenge bei Florida passiert und somit den Atlantik erreicht haben.

Der Hauptast des subtropischen natürlichen Strömungswirbels und der Golfstrom an sich, werden folglich nach rund zwölf Monaten den Atlantik erreicht haben. Ergebnis: Vermutlich wird das Öl aus dem Golf von Mexiko, zu großen Teilen, zu diesem Zeitpunkt im europäischen Raum sein Ziel erreicht haben. Doch wie bereits erwähnt, können die Forscher noch nicht exakt vorhersagen in welchem Umfang die Ölpartikel dann in Europa und dessen Gewässern vorzufinden sein werden. Zudem werden in der Studie lediglich die Geschwindigkeiten und möglichen Ausbreitungswege anhand des Modells aufgezeigt, was jedoch bedeutet, dass keine bio-chemischen Prozesse, so beispielsweise der Abbau der Ölpartikel durch Mikroben oder die Bildung von Teer und ähnlichen Effekten, eine Berücksichtigung bei der Modell-Erstellung fanden. Die Studie selbst soll den Angaben der Wissenschaftler zufolge, keine detaillierte Prognose darstellen, allerdings Vorbeuge- und Schutzmaßnahmen erleichtern, die sicherlich in unterschiedlichen Varianten auch in Europa nötig werden.

Das folgende Video zeigt die Simulation der Studie

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* http://manoa.hawaii.edu

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