Sonntag , 11 Dezember 2016
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Automobilzulieferer im Wandel

Wie viele anderen Branchen durchlebt auch die Sparte der Automobilzulieferer aktuell einen starken Wandel. Es ist zu beobachten, dass die großen Unternehmen einen immer höheren Anteil am Gesamtumsatz auf sich vereinen. Weltweit agierende Automobilzulieferer können ihren Absatz stetig steigern und erhalten dadurch einen zunehmenden Einfluss auf den Markt. Statistiken zufolge werden rund die Hälfte der Umsätze von den größten 100 Unternehmen in diesem Sektor erzielt. Diese Zahlen belegen eine Konzentration, da vor rund 10 Jahren nur etwa ein Drittel der Umsätze den größten Unternehmen zuzuordnen gewesen war.

Die Automobilzulieferer sind im Wesentlichen für die Wertschöpfungen im Automobilsektor verantwortlich. Sie überraschen durch innovative Ideen und arbeiten hierfür mit fachkundigen Partnern zusammen. Durch die Aufteilung der Arbeiten entsteht eine Auto-Lieferkette, die aus verschiedenen Stufen besteht. Die Basis bildet die Materialverarbeitung. Das Unternehmen BMK Baumann GmbH & Co. KG und viele weitere metall- und kunststoffverarbeitende Betriebe agieren als Partner der Automobilzulieferer. Immer mehr Leistungen bei der Entwicklung und der Produktion werden an die Zulieferer übertragen, wodurch die Anforderungen steigen. Die Notwendigkeit der Kooperation sowie zur Fähigkeit der Just-In-Time-Lieferung steigen.

Zu den größten Herausforderungen für die Unternehmen gehören:

  • Die Globalisierung
  • Die steigende Notwendigkeit nach einem hohen Kapitaleinsatz
  • Der Preisdruck
  • Die Konzentration der Macht auf immer weniger Automobilzulieferer
  • Die Zunahme an Software bei der Entwicklung, den Fahrzeugen und der Produktion

Doch welche Trend lassen sich genau in der Sparte beobachten und wie sind diese zu erklären? Lesen Sie, wie die aktuelle Lage ist und was in Zukunft erwartet werden kann.

Trends in der Automobilindustrie

5 entscheidende Trends in der Sparte der Automobilzulieferer

Trend 1: Große Unternehmen wachsen besonders stark

Der größte Wachstum ist bei international agierenden Unternehmen zu beobachten. In der heutigen Zeit ist es entscheidend, eine globale Belieferung von Autoherstellern sicher zu stellen. Die Produktionshallen befinden sich an vielen unterschiedlichen Standorten und nur wer hier flexibel agieren kann, hat eine gute Chance auf dem Markt. Die meisten Autohersteller erwarten von den Zulieferern, dass sie global präsent sind und über eine bestimmte Mindestgröße verfügen. Es soll eine dauerhafte Bindung aufgebaut werden, die sich über verschiedene Fahrzeugtypen erstreckt. Baukästen und Plattformen sollten universell gehalten werden und unkompliziert an die Anforderungen angepasst werden können. Hierbei haben große Unternehmen auf dem internationalen Markt die besten Chancen.

Trend 2: Kleinere Betriebe werden aufgekauft

Um ihren Vorsprung und die Möglichkeiten weiter auszubauen, entscheiden sich immer mehr große Konzerne zur Übernahme von kleineren Unternehmen. Dadurch bauen sie ein internationales Netz aus und vergrößern ihren Einflussbereich. Somit kommt es auch innerhalb der Branche zu einer Verschiebung der Größenverhältnisse. Zwischen der Spitze und der Mitte bestehen große Umsatzdifferenzen. Spitzenreitern, wie beispielsweise Bosch und Continental ist es möglich, wesentlich größere Ebit-Magen zu erhalten. Dadurch baut sich der Vorsprung der großen Unternehmen immer weiter aus.

Trend 3: Die technischen Anforderungen ändern sich

In den letzten Jahren hat die Branche einen großen Wandel hinsichtlich der technischen Voraussetzungen durchlebt. Dadurch haben sich auch die Anforderungen an die einzelnen Unternehmen geändert.

Zu den wesentlichen Änderungen in der Sparte gehören:

  1. Die Elektrifizierung: Der Anteil der Elektrofahrzeuge beziehungsweise der Hybridfahrzeuge ist steigend. Die Kunden erwarten von einem Automobil, dass es umweltschonend und spritsparend ist. Leistungsstarke Elektromotoren erbringen eine immer bessere Performance. Hybridfahrzeuge stellen einen guten Kompromiss dar und vereinen die Vorzüge beider Technologien miteinander.
  2. Das autonome Fahren: Die Sicherheit und der Komfort sollen durch entsprechende Softwareprodukte gesteigert werden. Um mit den aktuellen Entwicklungen Schritt halten zu können, müssen Automobilzulieferer vermehrt technische Ingenieure und Softwareentwickler beschäftigen. Das Anforderungsprofil an die eigenen Mitarbeiter ändert sich daher.
  3. Die Konnektivität: Für das Jahr 2025 wird erwartet, dass rund 50 Millionen Automobile miteinander vernetzt sein werden. Die Umsetzung der Technik hat bereits heute begonnen, wird in der Zukunft jedoch noch weiter vorangetrieben werden.
  4. Veränderte Werkstücke: Neue Werkstoffe sollen die Leistung der Fahrzeuge optimieren. Leichtbaustoffe müssen so verarbeitet und eingesetzt werden, dass die Stabilität des Automobils und die Leistung optimiert werden. Die Ziele sind eine Verbesserung der Performance und eine Kostenreduktion.
  5. Die Digitalisierung: Die Digitalisierung wird bei den Fahrzeugen sowie der Produktion vorangetrieben. Durch die Nutzung im Bereich der Produktion lassen sich hohe Kosten einsparen und der Fortschritt wird weiter voran getrieben. Hierbei spielen sowohl die Überwachung der einzelnen Produktionsschritten als auch die Qualitätskontrolle eine entscheidende Rolle.

Trend 4: Die Investitionen in Forschung und Technik steigen

Betrachtet man die größten 100 Unternehmen der Automobilzulieferer, dann betragen die jährlichen Investitionen in Entwicklung und Forschung mittlerweile mehr als 40 Milliarden Euro. Dabei agieren die Unternehmen als Antriebsmotor für Neuentwicklungen und Veränderungen in der Automobilbranche. Es gilt daher, neue Ideen umzusetzen und aktuellen Trends zu folgen.

Der Wandel in der Automobilzuliefererbranche

Durch den technischen Fortschritt und den Wettbewerb unter den Autoherstellern übertragen sich die steigenden Anforderungen auch auf die Automobilzulieferer. Da rund 78 Prozent der Wertschöpfungen bei den Zulieferern stattfinden, müssen diese mit innovativen Ideen punkten. Die Integration von neuen Werkstoffen ist gängige Praxis und ermöglicht den Bau von leichten und leistungsfähigen Fahrzeugen. Ob Aluminium, Carbon oder ein anderer Leichtbauwerkstoff – durch die Verwendung lässt sich die Performance der Automobile deutlich steigern.

Hinzu kommt die Notwendigkeit der Weiterentwicklung von Softwareabteilungen. Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran, sodass die Integration von selbst entwickelten Softwareprodukten in die Arbeit ein wichtiger Faktor für den Wachstum darstellt. Ein Beispiel hierfür ist das autonome Fahren. In Zukunft wird die Nachfrage nach entsprechenden Fahrzeugen steigen, was gleichzeitig einen Wandel in der Zuliefererbranche darstellt.

Für das Jahr 2030 wird erwartet, dass die Steuerungssoftware in Automobilen aus bis zu 300 Millionen Zeilen besteht. Um den steigenden Umfang und die Komplexität zu realisieren, sind Fachkräfte aus der Softwareentwicklung immer stärker gefragt.

 

Quellen:

https://www.mckinsey.de/automobilzulieferer-chancen-ueberwiegen-aber-mit-neuen-herausforderungen

http://www.autohaus.de/themenspecials/automobilzulieferer-1349650.html

 

Bilder:
Titelbild – Urheber: rainerplendl / 123RF Lizenzfreie Bilder
Trends in der Automobilindustrie – Urheber: ra2studio / 123RF Lizenzfreie Bilder

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    Nach meiner Überlegung wäre ein weltweit 10-jähriger Produktions-Stopp für Neu-Fahrzeuge durchaus denkbar.
    Denn es stehen noch genug fertig montierte PKWs in gutem Zustand herum, die locker 15 Jahre halten werden.
    Das heist:
    Lediglich Ersatzteile werden produziert und Reparaturen gemacht, aber keine neuen Karossereien mehr bestückt.

    NA UND?
    Dann gibs eben mal 10 Jahre keine Auto-Messe!!

    Und die dann langsam nach und nach leer werdenen Ausstellungsflächen, Neuwgen-Halden, Industrie-Häfen, Rennstecken und innerstädtische Gebrauchtwagenhändler-Parkflächen können dann als Austausch-Fläche (anstatt Zuckerwaren-Diskounter auf der Grünen Wiese) herhalten.