Dienstag , 6 Dezember 2016
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Wildlederpflege

Wildlederpflege – so hält es länger

Echtes Wildleder ist die gegerbte Haut nicht domestizierter Tiere, also solcher, die nicht in einem Stall leben. Es zeichnet sich durch eine samtartige weiche Beschaffenheit aus. Das Material saugt sich leicht mit Wasser voll und lässt dieses auch durch. In Deutschland hat es sich eingebürgert, alle Veloursleder als Wildleder zu bezeichnen. Die folgenden Pflegetipps sind für alle Leder mit einer samtigen Oberfläche wichtig.

Leder sofort nach dem Kauf imprägnieren

Eine Pflege braucht neues Wildleder noch nicht. Das Material ist weich und geschmeidig, da es ausreichend Fette enthält. Die Oberfläche ist, wie der Fachmann sagt, offenporig. Staub und Flüssigkeiten dringen tief ein. Das Leder wirkt schnell verschmutzt und lässt sich nur durch strapaziöses Reinigen säubern.

Das Verschmutzen lässt sich leicht verhindern, wenn das Leder vor dem ersten Benutzen mit einem Imprägnierspray behandelt wird. Diese Sprays sind keine Pflege, sie versiegeln lediglich die Poren, um Wasser und Schmutz abzuhalten. Der Einsatz der Sprays verlängert aber die Lebensdauer des Leders, da es seltener gereinigt werden muss.

Ein einfacher Test zeigt, ob das Imprägnieren wiederholt werden muss. Ein Tropfen Wasser soll auf dem Leder stehen bleiben und nicht sofort einsickern.

Wichtig: Nur Sprays verwenden, die ausdrücklich für Wildleder geeignet sind. Imprägnierungen für Zelte oder Textilien greifen das Material an.

Regelmäßiges säubern ist wichtig

Loser Schmutz lässt sich leicht und ohne Schäden von Wildleder abbürsten. Außerdem raut die Bürste die Struktur auf, die Oberfläche bleibt samtig weich. Die Bürste darf nicht zu hart sein, damit sie das Leder nicht beschädigt. Für losen Schmutz reichen Büsten von der Härte einer Zahnbürste.

Starke Verschmutzungen lassen sich mit Messing- oder harten Gummibürsten entfernen. In ganz hartnäckigen Fällen kommt ein Lederradierer zum Einsatz. Dieser rubbelt aber einiges vom Material ab und ist daher sparsam zu verwenden. Fettflecke lassen sich übrigens schonend mit Natron aufsaugen und Wasserränder mit Essigwasser wegtupfen.

Wildlederschuhe reinigen
Wildlederschuhe sind besonders empfindlich / Bild: Urheber: >ludmilafoto / 123RF

Vorsicht bei nassem Leder

Nasses Wildleder ist extrem empfindlich, besonders Wildleder sollte nie durchnässen. Falls dies einmal geschieht, kommt es auf ein schonendes Trocknen an. Ideal ist, das Leder vorsichtig in Form zu ziehen und leicht aufzuspannen. Denn Leder schrumpft beim Trocknen. Aus diesem Grund stopfen Experten feuchte Schuhe mit Papier aus.

Das „Erstarren“ von Leder beim Trocknen, lässt sich durch sanftes Bewegen und viel frische Luft vermeiden. Wärme darf auf keinen Fall zum Einsatz kommen. Nasses Leder gehört weder an die Heizung noch in die Sonne.

Wasser laugt das Leder aus. Außerdem legen sich die feinen Fasern des Wildleders flach an. Es verliert durch die Nässe Fette, die es braucht, um geschmeidig zu bleiben und den typischen samtigen Charakter. Beides lässt sich bis zu einem gewissen Grad rückgängig machen.

Wildleder reinigen
Wildleder ausschließlich mit Pflegeprodukten reinigen / Bild: epicantus – Pixabay.com/de

Pflege von angegriffenem Leder

Die Oberfläche wird schnell wieder samtartig. Meist reicht es, das Material mit einer harten Büste zu bearbeiten. Stellen, die glatt bleiben und „speckig“ wirken, lassen sich mit Schmirgel vorsichtig aufrauen. Die Behandlung öffnet außerdem die Poren des Leders. Ein wichtiger Schritt um Pflegestoffe aufzunehmen.

Wildleder braucht Öle und Feuchtigkeit, um weich zu bleiben. Wichtig ist die richtige Dosierung und natürlich ein auf das Material abgestimmtes Pflegeprodukt.

Hausmittel, wie Milch, Bodylotion oder gar Cremes sind absolut verboten. Damit entstehen Fettflecken im Leder.

Der Fachhandel hält verschiedene Pflegeprodukte vorrätig, die für Wild- und Veloursleder geeignet sind. Pumpsprays lassen sich gut dosieren und sind umweltfreundlich. Manche Produkte werden mit einem Schwämmchen aufgetragen. Es bedarf etwas Übung die Flüssigkeiten aufzutupfen, denn Reiben ist beim Verteilen tabu.

Die Dosierung stimmt, wenn sich die Farbe des Leders leicht ins Dunkle verändert. Das Material darf auf keinen Fall Nass wirken. Braucht es viel Pflege, weil es erkennbar brüchig wird, ist ein mehrfacher Auftrag besser, als einmalig viel Pflege zu verteilen.

Wer diese Tipps beachtet hat lange Freude an dem hübschen weichen Leder.

Titelbild > Urheber: inawa / 123RF Lizenzfreie Bilder

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