Samstag , 10 Dezember 2016
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Abführmittel selber machen

Verstopfung ist ein Volksleiden, über das niemand gern spricht. Wer auf lange Zeit chemisch hergestellte Abführmittel konsumiert, kann den Darm damit schädigen und tritt einen Teufelskreis los: Der Darm wird zunehmend träger, du wirst abhängig von den Medikamenten. Dabei gibt es eine Vielzahl natürliche Hausmittel, die das Problem Verstopfung auf gesunde Art lösen können – ganz ohne Nebenwirkungen und Abhängigkeit. Als chronische Verstopfung gilt übrigens, wenn der Stuhlgang nur einmal pro Woche oder seltener erfolgt, nur alle zwei bis drei Tage Stuhlgang zu haben, ist noch völlig im Rahmen.

Wer sich gesund und ausgewogen ernährt, ist übrigens auch bei diesem Thema im Vorteil: Lebensmittel, die viel Ballaststoffe enthalten, kräftigen den Darm, Zucker und raffinnierte Lebensmittel machen ihn träge. Doch was tun, wenn sich eine dauerhafte Verstopfung eingestellt hat? Zehn Tipps, die allesamt verfügbare Hausmittel sind, können dir helfen, deinen Darm wieder in Schwung zu bringen.

Scharfe Gemüsesäfte gegen die Darmträgheit

Gemüsesäfte sind nicht nur Vitaminbomben, sie machen auch den Darm mobil. Aber es kommt auf die richtige Mischung an. Du brauchst:
Tomatensaft, Sauerkrautsaft und Tomatensaft. Auf 200 ml Tomatensaft kommen 70 ml Karottensaft und 100 ml Sauerkrautsaft. Noch besser abführend wirkt der Saft, wenn etwas Pfeffer oder Chili hinzugefügt wird.

Ballaststoffe verbessern die Verdauung

Ein Hausmittel, das sich dauerhaft gegen Verstopfung bewährt hat, ist ballaststoffreiche Ernährung. Fertiggerichte sollten aus der Küche komplett verbannt werden, sie enthalten viele leere Kalorien, die den Darm wenig kümmern. Frisch gekochte Mahlzeiten aus einer Vielzahl von Zutaten regen den Darm zur Arbeit an. Immer in den Speiseplan integriert werden sollte Rohkost. Vor allem grüne Salate und Obst kurbeln die Darntätigkeit an.

Abführmittel selber machen
Ernähren Sie sich ausgewogen und gesund / Bild: Pixabay.com/de – condesign

Samen reinigen den Darm

Schmeckt nicht unbedingt umwerfend lecker, hilft aber. Chiasamen, Leinsamen und Flosamen gelten als Darmreiniger und machen den Stuhlgang weich. Gebe 3 Esslöffel geschrotete Samen deiner Wahl in eine Tasse, giesse mit Wasser auf, und lasse das Ganze eine halbe Stunde einweichen. Dann trinke das Gemisch und dazu noch ein bis zwei große Gläser Wasser. Diese Hausmittel-Wunderwaffe hilft auch einem trägen Darm, der sich längst an chemische Abführmittel gewöhnt hat, wieder auf die Sprünge. Leinsamen bekommst du in jedem Supermarkt, Chiasamen im Reformhaus und Flosamen in der Apotheke.

Trockenfeigen pushen den Darm

Trockenfeigen enthalten besonders viele Ballaststoffe und sind ideal, um den Darm auch auf Reisen fit zu halten. Du kannst sie bequem in der Handtasche mitführen und mehrmals täglich naschen. Mit fünf Feigen deckst du bereits ein Viertel deines täglichen Ballaststoffbedarfs, denn die Feige enthält mehr Ballaststoffe als die meisten anderen Früchte. Zu einer Portion Feigen solltest du ein großes Glas Wasser trinken. Diese Prozedur kannst du bei akuter Verstopfung auch mehrmals täglich wiederholen. Wenn du magst, kannst du die Feigen auch vor dem Essen in Wasser einweichen, sie vergrößern dann deutlich ihr Volumen und sind nicht mehr so zäh.

Abführmittel selber machen
Feigen helfen bei Verstopfung / Bild: Pixabay.com/de – Pezibear

Dörrpflaumensaft in Maßen

Dörrpflaumensaft ist ein hervorragender Cocktail gegen Verstopfung, du bekommst ihn im Supermarkt oder in der Apotheke. Am besten wirkt natürtrüber Pflaumensaft, der aus gedörrten Früchten hergestellt wird. Dörrpflaumensaft darf immer nur in Maßen getrunken werden – sonst reagiert der Körper mit Magenkrämpfen und Durchfall. Beginne mit einem kleinen Glas Dörrpflaumensaft am Abend. Stellt sich am nächsten Morgen kein Stuhlgang ein, trinke ein zweites Glas. Nach einigen Stunden müsste sich die Wirkung bemerkbar machen. Eine Variante des Dörrpflaumensaftes kannst du übrigens auch selbst herstellen. Weiche getrocknete Pflaumen aus dem Reformhaus über Nacht in einer Tasse Wasser ein. Am nächsten Morgen trinkst du das Wasser und isst dazu die Pflaumen. Oder du pürierst das Ganze und bekommst deinen eigens kreierten Dörrpflaumensaft.

Wichtig: Morgens den Saft auf nüchternen Magen trinken, das wirkt besser. Einen verstärkten Effekt erzielst du, wenn du noch eine Prise Ingwer zum Drink gibst.

Weintrauben naschen

Auch Weintrauben regen die Verdauung an. Sie enthalten Fruchtzucker, Zellulose und organische Säuren, die wie ein mildes Abführmittel auf den Darm wirken können. Du sollstest morgens auf nüchternen Magen etwa 300 Gramm Weintrauben essen, inklusive Haut und Kernen. Achte darauf, unbehandelte Früchte zu kaufen, denn Weintrauben sind oft stark mit Pestiziden belastet.

Abführmittel selber machen
Auch Weintrauben regen die Verdauung an / Bild: Pixabay.com/de – jill111

Wassermelone rockt gegen Darmträgheit

Wassermelone spült nicht nur die Blase durch, sondern auch den Darm. Die Frucht ist sehr kalorienarm und darf auch in größeren Mengen gegessen werden. Wassermelone wirkt hervorragend abführend, wenn sie morgens auf nüchternen Magen gegessen wird. Sie sollte nicht mit anderen Lebensmitteln kombiniert werden, da sie sonst im Verdauungssystem stark gärt. Auch die Kerne solltest du mitessen und keinesfalls wegwerfen: Sie sind reich an Mineralien und fördern die Darmtätigkeit zusätzlich. Unbedingt gut zerkleinern und kauen, nicht einfach runterschlucken!

Konjakpulver

Das sogenannte Konjakpulver kommt aus der asiatischen Konjakwurzel und reguliert die Darmtätigkeit sanft und natürlich. Selbst bei chronischer Verstopfung gilt die Wurzel als wahre Wunderwaffe. Sie tragen zum Aufbau einer gesunden Darmflora bei, sättigen gut und sollen sogar Darmkrebs vorbeugen. Konjak-Pulver gibt es im Reformhaus oder in der Apotheke.

Abführmittel selber machen
Regen Sie Ihren Darm mit Olivenöl an / Bild: Pixabay.com/de – condesign

Olivenöl schmiert den Darm

Hochwertiges natives Olivenöl ist ein ausgezeichnetes Hausmittel, um die Verdauung auf natürliche Weise zu fördern. Ein Teelöffel solltest du morgens auf nüchternen Magen trinken, damit stimulierst du den Darm. Du kannst statt Olivenöl auch Leinöl als Abführmittel verwenden.

Milchzucker regt die Darmmuskulatur an

Milchzucker ist ein natürliche Abführmittel, das bereits bei Säuglingen und Kleinkindern gegen Verstopfung angewandt wird. Babys leiden häufig unter Vertopfung, wenn die Umstellung von Muttermilch oder anderer Milch auf Brei und feste Nahrung erfolgt. Sie trinken in dieser Phase oft zu wenig und der Stuhl wird hart und kann den Darm nur noch unter Schmerzen passieren. Zwei Teelöffel Milchzucker, in Getränke oder Speisen wie Joghurt und Griesbrei eingerührt, führen auf sanfte Weise ab. Der Milchzucker sollte nur in Süßspeisen eingerührt werden, da er selbst süß schmeckt. Seine Süßkraft ist zwar nicht so groß wie die von Zucker, dennoch würde sein Geschmack in pikanten Speisen störend wirken. Am Besten wirkt auch Milchzucker morgens, auf nüchternen Magen.

Fazit

Um den Darm in Schwung zu bringen, gibt es viele bewährte Abführmittel, die auf natürliche Weise helfen und nicht viel kosten. Du brauchst vielleicht etwas Routine im Umgang mit Dörrpflaumensaft und Co. – aber ein positiver Effekt wird sicher nicht lange auf sich warten lassen. Die Hausmittel sind in jedem Fall chemisch hergestellten Abführmitteln vorzuziehen. Viele der erwähnten Hausmittel stärken ausserdem nicht nur den Darm: Sie enthalten Vitamine und Spurenelemente, die deinen gesamten Organismus stärken und so eine sinnvolle Gesundheitsvorsorge darstellen. Zudem gilt: Nicht verzagen. Falls eines der Hausmittel bei dir nicht anschlägt, probieren einfach ein anderes Abführmittel aus.

Titelbild: Pixabay.com/de – Alexas_Fotos

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