Donnerstag , 29 September 2016
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Mönchspfeffer als Heilpflanze

Mönchspfeffer als Heilpflanze

Die Natur ist oft der beste Arzt und bei Betrachtung von Mönchspfeffer sind einige positive Eigenschaften auf den weiblichen Körper zu beobachten. Besonders im Bezug auf prämenstruelle Beschwerden wie der Mastodynie (= Schmerzen und Spannungsgefühl in den Brüsten) gilt die Heilpflanze als gutes Mittel zur Linderung. Bei unregelmäßigem Zyklus fördert Mönchspfeffer die Hormonregulation und durch die Anregung der Gelbkörperhormonbildung wirken seine Inhaltsstoffe helfend bei Unfruchtbarkeit, wenn diese durch eine Gelbkörperschwäche bedingt ist.

Erhältlich ist Mönchspfeffer als Tee, Kapseln, Samen, Tropfen, Früchteextrakt und Tabletten. Da es sich um eine Heilpflanze handelt sind die Produkte nicht verschreibungspflichtig und können in jeder Apotheke käuflich erworben werden. Dennoch sollten die jeweiligen Dosierungsanleitungen sorgfältig beachtet werden. Es wäre ein Trugschluss davon auszugehen, eine erhöhte Einnahme wäre hilfreich. Im Zweifelsfall ist es besser einen Mediziner beratend zu konsultieren. Eine Überdosierung könnte ansonsten zu anderen Beschwerden führen und den gewünschten Erfolg ausbleiben lassen.

Auch wenn Mönchspfeffer seit Jahrhunderten lindernd zum Einsatz kommt, sollten Beschwerden vor der monatlichen Regel oder Spannungsgefühle im Busen grundsätzlich auch mit einem Gynäkologen abgeklärt werden, denn es kann vielfältige Gründe für diese Symptome geben und der Arzt kann im Zweifelsfall entscheidende Tests durchführen oder auch zu einem bestimmten Präparat mit dem Inhaltsstoff des Mönchspfeffers raten.

Ein Blick auf die vielseitige Pflanze

Der Mönchspfeffer trägt unter Botanikern den lateinischen Namen Vitex agnus-castus und ist ein Strauch der bis zu fünf Meter hoch werden kann. Seine Blätter sind auf der sonnenzugewandten Seite dunkelgrün gefärbt und auf der Unterseite filzig weiß behaart. Die Blattform erinnert an Hanfblätter. In der Zeit von Juni bis September bildet die Pflanze kleine Blüten in rosa oder violett bis bläulich, die in ährenartigen Blütenständen zu finden sind. Die hieraus resultierende Frucht erscheint als braun-schwarze und runde Beere. Mönchspfeffer wird den Eisenkrautgewächsen (lateinisch Verbenaceae) zugeordnet und hat seinen Ursprung im gesamten Mittelmeerraum wie auch im Westen von Asien. Er bevorzugt dort die Küstennähe oder wächst an Flussufern und kann im Garten einen schönen mediterranen Blickfang abgeben.

Mönchspfeffer beinhaltet folgende Wirkstoffe:

  • Iridoidglykoside
  • bizyklische Diterpene
  • lipophile Flavonoide
  • Triglyceride
  • Öl- und Linolsäure
  • ätherisches Öl

Die Früchte sind der Ursprung der pflanzlichen Arznei und unter anderem aus den Substanzen Cineol, Sabinen sowie alpha-Pinen zusammensetzt, die in den jeweils 0,15 bis 1,8 Prozent vorhandenem ätherischen Öl vorkommen. Zusätzlich sind Iridoidglykoside (vorrangig Agnusid und Aucubin, aber auch Flavonoide, Diterpene sowie Gerbstoffe) enthalten.

Wie der Mönchspfeffer zu seinem Namen kam

Mönchspfeffer bei Menstruationsbeschwerden
Möchspfeffer lindert Menstruationsbeschwerden / Bild: Urheber: samotrebizan / 123RF

Mönche und Nonnen sollen die Früchte laut mittelalterlichen Quellen stets zu sich genommen haben. Laut ihrer Auffassung sollte die Wirkung darin bestehen, dass die fleischliche Lust hierdurch reduziert würde. Deshalb trug die Pflanze auch den Namen Keuschbaum oder Tanis. Weil die Frucht pfefferartig aussieht und die Mönche sie aus dem angenommenen Grund konsumierten, entstand der gängige Name Mönchspfeffer. Diese Legende erklärt auch den botanischen Namen Vitex agnus-castus (Latein agnus = Lamm und castus = keusch). Aber bereits in der Antike galt die Pflanze als Helfer bei quälenden Menstruationsbeschwerden.

Was diese Pflanze alles kann

Die Naturheilkunde bevorzugt den Mönchspfeffer zur Regulierung des weiblichen Hormonhaushalts. Bei Zyklusstörungen, prämenstruellen Syndrom und unerfülltem Kinderwunsch kommt er zum Einsatz. Die Inhaltsstoffe bewirken dass weniger Prolaktin freigesetzt wird. Prolaktin wird auch Laktotropin genannt und ist ein Hormon, welches im Hypophysenvorderlappen gebildet wird. Es ist verantwortlich für die Milchabsonderung während der Stillzeit und das Wachstum der Brustdrüsen in der Schwangerschaft.

Zusätzlich wirkt er sich positiv auf die psychische Stimmung aus.
Gelegentlich leiden Frauen unter einem erhöhten Prolaktinspiegel. Es ist erwiesen, dass dies in der Folge zu Schmerzen in der Brust (Mastodynie) führt und eine Behandlung mit Agnus Castus Präparaten wiederum für Linderung sorgt. Ebenfalls erfolgreich wirkt der Naturheilstoff unregelmäßigen Monatsblutungen entgegen und lindert Beschwerden (prämenstruellen Syndromen) unmittelbar vor ihrem Einsetzen . Nicht belegt -aber sehr wahrscheinlich- ist die Annahme, dass der Mönchspfeffer auch Frauen in den Wechseljahren mit den damit verbundenen Problemen eine wertvolle Hilfe sein kann.

Ferner haben die Wirkstoffe der Naturheilpflanze eine vertreibende Wirkung auf blutsaugende Arthropoden wie Zecken. In diesem Fall fungieren die Inhaltsstoffe als Vergrämungsmittel. Sie werden über den Geruchssinn erkannt, schrecken ab, töten jedoch den jeweiligen Organismus nicht.

Mönchspfeffer gegen Zecken
Zecken schrecken beim Geruch von Mönchspfeffer zurück / Bild: Pixabay..com/de – blickpixel

Manchmal muss Frau jedoch Vorsicht walten lassen

Frauen in der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten den Mönchspfeffer unbedingt meiden, da er die natürliche Milchbildung stören kann!
Bei einer diagnostizierte Krankheit, deren Verlauf durch Geschlechtshormone beeinträchtigt werden kann (zum Beispiel: Tumore der Hirnanhangdrüse oder Brustkrebs), sind Präparate mit dem Wirkstoff dieser Heilpflanze unbedingt zu meiden!
Bei zeitgleicher Einnahme von Medikamenten, die einen Einfluss auf den körpereigenen Botenstoff Dopamin haben, sollte eine Einnahme nur nach ausdrücklicher Rücksprache mit einem Arzt erfolgen!

Wenn die Frage zu den Nebenwirkungen aufkommt…

Mönchspfeffer gilt als ausgesprochen gut verträglich und provoziert kaum Nebenwirkungen. In sehr seltenen Fällen wurde von Kopfschmerzen, Übelkeit und juckenden Hautausschlägen berichtet. In der Regel muss hierfür aber auch eine besondere Sensibilität und eine zeitgleich hohe Dosierung vorliegen.

Titelbild: Urheber: tunedin123 / 123RF

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