Sonntag , 11 Dezember 2016
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Fruchtbare Tage berechnen

Wie werden fruchtbare Tage berechnet?

Viele Frauen mit Kinderwunsch möchten bei der Familienplanung genau wissen an welchen Tagen die Empfängnis möglich ist. Hierzu gehört im Vorfeld ein Grundwissen über die Abläufe des weiblichen Körpers. Eine Frau ist nur an maximal fünf bis sechs Tagen zwischen 2 Perioden fruchtbar und ausschlaggebend ist dabei der Eisprung, welcher ungefähr in der Mitte eines Zyklus bis 14 Tage vor Zyklusende erfolgt. Geht man also von einem 28-tägigen Zyklus aus, würde der Eisprung etwa am 14. Tag nach dem Einsetzen der letzten Periode erfolgen. Doch jede Frau hat ihre eigene Zykluslänge und diese kann zwischen 21 – 35 Tage betragen und unterliegt zudem auch noch Schwankungen durch Umwelteinflüsse wie Stress, Reisen oder Schlafmangel.

Der Eisprung findet regulär in einem der Eierstöcke statt. Danach ist die Eizelle lediglich 12 bis 14 Stunden befruchtungsfähig. Die Spermien des Mannes wiederum können bis zu 5 Tagen im Körper der Frau aktiv bleiben. Somit geht man davon aus, dass der Geschlechtsverkehr am erfolgreichsten 2 Tage vor dem Eisprung und an genau diesem Tag zum gewünschten Nachwuchs führt.

Die Eisprungberechnung basierend auf Zyklusbeobachtungen

Die Ermittlung des Eisprungs und der somit fruchtbaren Tage anhand der Zykluslängen, war einst das erste wissenschaftlich belegte Verfahren nach Knaus Ogino. Es ist effektiv um die Chancen für die Fortpflanzung zu erhöhen. Da jedoch die wenigsten Frauen einen permanent gleichbleibenden Zyklus haben, wird eine Eisprungsberechnung basierend auf ihre Zyklen schwierig. Hinzu kommt, dass unter Umständen ein Eisprung sich zeitlich verschieben kann oder sogar ausfällt. Dennoch besteht die Möglichkeit den idealen Empfängniszeitraum auf diesem Weg einzugrenzen.

Ratschlag:
Um die jeweilige Längen der Zyklen und somit den mittigen Termin des Eisprungs zu ermitteln, werden über einen längeren Zeitraum die Tage notiert, die jeweils zwischen dem ersten Tag einer Monatsblutung bis zum Einsetzen der nächsten Periode liegen!

Temperaturmethode bei fruchtbaren Tagen
Die Temperaturmethode / Bild: Pixabay.com/de – PublicDomainPictues

Die Temperaturmethode

Es ist erwiesen, dass die Körpertemperatur mit dem Eisprung ansteigt. Der Anstieg beträgt normalerweise zwar lediglich 0,5 Grad, verrät jedoch damit deutlich den Eisprung. Der höhere Wert stagniert in der Regel bis zur nächsten Monatsblutung. Hierfür ist es jedoch wichtig, dass die Temperatur täglich Morgens, möglichst jeweils zur gleichen Zeit und vor dem Aufstehen gemessen wird. Es muss das gleiche Thermometer verwendet werden. Die Messung erfolgt unbedingt immer an der gleichen Körperstelle. Empfohlen wird eine Temperaturermittlung in der Scheide, im After oder im Mund. Bei oraler Messung das Thermometer bitte immer gleich positionieren! Das Thermometer nicht im Achselbereich verwenden, da diese Stelle für eine sensible Messung als zu ungenau gilt.

Ratschlag:
Die täglichen Temperaturwerte idealerweise als Kurve notieren um den Anstieg deutlich sichtbar zu machen. Es gibt auch hilfreiche digitale Apps für eine fortgesetzte Dokumentation.

Fruchtbare Tage mit App dokumentieren
Suchen Sie nach hilfreichen Apps / Bild: Pixabay.com/de – AJEL

Den Eisprung am Zervixschleim erkennen

Als Zervixschleim bezeichnet man das Sekret, welches Frauen als Ausfluss am Scheideneingang registrieren. An der Art dieses Gebärmutterhalsschleims kann man sehr deutlich den Beginn der fruchtbaren Tage ablesen. Parallel zum bevorstehenden Eisprung vermehrt sich die Sekretabsonderung, rinnt an den Scheidenwänden bis zum Scheideneingang entlang und kann sogar so stark werden, dass manche Frauen eine Slipeinlage verwenden. Die feuchte Absonderung beginnt in klumpiger, weiß gefärbter Form und verändert sich dann zu wässrig, fast glasklar und beinahe spinnbar. So verrät sie den unmittelbar bevorstehenden Eisprung. Die Konsistenz resultiert aus der Fülle von Eiweißen, Salz und Glukose. Der ideale Nährboden für männliche Spermien, die in diesem Nährboden tagelang überleben und auf den Eisprung warten können, ohne in dem sonst sauren Milieu der Scheide abgetötet zu werden.

Ratschlag:
Die Beobachtung der Scheidenflora und die genaue Betrachtung der zu bestimmten Zeiten auftretenden Flüssigkeitsabsonderungen festhalten und auf den Zeitpunkt innerhalb des Zyklus achten. Sobald das Sekret als austretender Zervixschleim erkannt wird, besteht die Möglichkeit einer Empfängnis bis zu drei Tage nach dem Höhepunkt der Absonderung.

 Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass man durch die Kombination Temperaturmessung mit Betrachtung des Zervixschleims den empfängnisbereiten Zeitpunkt sehr zuverlässig ermitteln kann.

Werden diese beiden Verfahren zeitgleich berücksichtigt, spricht man von der symptothermalen Methode. Natürlich erfordern sie eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, entsprechender Motivation, einen gewissen Zeitaufwand und bedürfen echter Disziplin. Dafür sind sie jedoch bei korrekter Anwendung ein sicherer Indikator um die Zeit einer Empfängnis zuverlässig zu ermitteln.

Nur der Ordnung halber sei erwähnt, dass die genannten Methoden auch zur Verhütung einer Schwangerschaft herangezogen werden können. Jedoch ist zu beachten, dass hierfür eine bereits seit Monaten dauernde genaue Beobachtung und entsprechende Erfahrungen vorliegen sollte. Hinzu kommt, dass permanent tägliche Messungen durchgeführt werden müssen und ungewohnte Lebensereignisse wie Stress oder andere Erkrankungen (es reicht eine Erkältung!) eine Fehleinschätzung verursachen können.

Ebenso können die mittlerweile zur Verfügung stehenden elektrischen Verhütungskontrollen eine Alternative darstellen. Sie zeigen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage an. Sie basieren ebenfalls auf der symptothermalen Methode oder übernehmen die Temperaturbestimmung. Zumeist nutzen sie jedoch die Hormonmethode durch Messung der Hormonkonzentration im Morgenurin. Zur Bestimmung der fruchtbaren Tage für eine gewollte Schwangerschaft sind sie jedoch eher ungeeignet, da sie bereits beim geringsten Anzeichen den jeweiligen Tag als fruchtbar kennzeichnen.

Titelbild: Pixabay.com/de – ClkerFreeVectorImages / 29622

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