Samstag , 10 Dezember 2016
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Metallischer Geschmack - Ursachen und Behandlung

Metallischer Geschmack im Mund – Ursachen und Behandlung

Kennst du das vielleicht auch? Im Mund breitet sich ein unangenehmer Metallgeschmack aus, der zunächst nicht definierbar scheint und erst einmal irritiert. War es das Essen? Oder taucht der Geschmack etwa öfter auf? Was steckt hinter dem ungewohnten Beigeschmack im Mund? Und was kann man dagegen unternehmen? In diesem Artikel gehen wir dem Phänomen „Metallischer Geschmack“ auf den Grund.

Die menschliche Zunge – ein Wunder der Natur

Unsere menschliche Zunge ist ein faszinierendes Gebilde und mit mehr als tausenden sogenannter Geschmacksknopsen auf ihrer Oberfläche ausgestattet. Diese Geschmacksknopsen wiederum sind auf unterschiedliche Geschmacksrichtungen spezialisiert und hängen mit den Geschmackszellen zusammen. Ungefähr 100 Geschmackszellen gehören zu einer Geschmacksknospe.

Wir können in fünf Geschmacksrichtungen schmecken, die wissenschaftlich untersucht worden sind: süß und salzig, bitter und sauer und umami.

Wenn die Geschmackswahrnehmung jedoch, bedingt durch eine Krankheit, gestört ist, dann können unter Umständen diese fünf Geschmacksrichtungen nicht mehr klar wahrgenommen werden. Die Sinneswahrnehmung ist entsprechend verändert. Der medizinische Ausdruck für dieses Phänomen ist Dysgeuise. Die Patienten haben entweder ständig oder nur phasenweise beim Essen zum Beispiel eine Art metallischen Geschmack im Mund. Wer unter einem Metallgeschmack leidet, sollte auf jeden Fall die Hilfe eines Arztes aufsuchen, um eventuell eine Erkrankung auszuschließen.

Mögliche Ursachen für den Metallgeschmack

Es muss nicht immer gleich eine ernsthafte Erkrankung vorliegen. Die Veränderung der Geschmackswahrnehmung ist auch eine Erscheinung des Alters. Mit zunehmenden Jahren verringern sich die Anzahl der Geschmacksknopsen und Geschmacksnerven auf unserer Zunge. Ebenso nehmen die Sinneszellen in der Nase ab oder verringern ihre Empfindsamkeit. Entsprechend kommt es dann zu einer veränderten Wahrnehmung bzw. zum Ausbleiben von intensiven Geschmackserlebnissen. Eine weitere Erklärung sind Umweltfaktoren bzw. Lebensgewohnheiten. Wer zum Beispiel jahrelang raucht, muss sich nicht wundern, dass er seinem Körper Schaden anrichtet und auch den Geschmacksnerven nichts gutes tut.

Metallischer Geschmack im Mund
Sardinen als Auslöser für metallischen Geschmack / Bild: Pixabay.com/de – lola56

Essen und Medikamente als Auslöser

Lebensmittel, die einen Metallgeschmack herbeiführen können, sind bestimmte Fischarten wie Heringe oder Sardinen. Auch Pinienkerne oder Nüsse im Allgemeinen können durch ihre natürliche Bitterkeit einen Metallgeschmack verursachen. Da es bei Lebensmitteln einen direkten Bezug gibt, kann man hier gelassen mit der Wahrnehmung umgehen und es braucht keinen medizinischen Rat. Auch bestimmte Medikamente können Ursache dafür sein, dass ein metallischer Geschmack im Mund auftritt. So zählen Antibiotika und einzelne Medikamente gegen Alzheimer oder Demenz, Antidepressiva und Medikamente für die Funktion der Schilddrüse ebenfalls zu den auslösenden Faktoren für einen Metallgeschmack.

Veränderte Sinne in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen kennen die veränderte Geschmackswahrnehmung während der neun Monate Schwangerschaft nur zu gut. Man riecht plötzlich sehr viel besser und intensiver und auch das Geschmackserlebnis ist verändert. Da kann unter Umständen auch ein metallischer Geschmack im Mund auftreten, ganz gleich, welches Lebensmittel man gerade zu sich genommen hat. Hinter dieser Veränderung steckt das Schwangerschaftshormon Östrogen, das allgemein für hormonelle Schwankungen und die Veränderung des gesamten Körpers zuständig ist.

Schwangerschaft und metallischer Geschmack
Auch in der Schwangerschaft kann es zu einem metallischen Geschmack kommen / Bild: Pixabay.com/de – WawnyNina

Metallischer Geschmack – Erkrankung als Ursache abchecken

Verletzungen im Mundbereich können ebenfalls die Sinneswahrnehmung beeinträchtigen. Hier muss ärztlich geklärt werden, ob es sich um eine temporäre Störung oder eine chronische Erscheinung handelt. Erkrankungen, die Ursache für das Auftreten des Metallgeschmacks sind, sind beispielsweise Erkältungskrankheiten, virale Infekte, Rachenentzündungen wie Mandelentzündungen, Allergien oder Erkrankungen des Zahnfleisches. Diese Aufzählung ist nur ein Beispiel und es muss immer genau unter ärztlicher Aufsicht geklärt werden, inwieweit wirklich eine Erkrankung vorliegt.

Was hilft langfristig gegen den Metallgeschmack?

Es ist schwer, einen allgemeinen und verbindlichen Ratschlag zu geben, da auch bei den Maßnahmen immer individuell geschaut werden sollte. Je nach Ursache steht eine andere Therapie im Vordergrund, sei es eine zahnärtzliche Behandlung oder die Therapie des viralen Infekts. Wer eine Erkrankung ausschließen kann, der sollte auf jeden Fall hygienische Maßnahmen wie ausgiebiges Zähneputzen, eine professionelle Zahnreinigung und auch Zungenreinigung sowie die gründliche Reinigung der Zahnzwischenräume und das Spülen des Mundes mit Mundwasser ergreifen.

Auch eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüsen, Früchten und der Verzicht auf Zucker kann helfen. Da es für den ganzen Körper wichtig ist, ausreichend Wasser über den Tag verteilt zu trinken, ist auch dies eine Maßnahme, die hilft, wenn ein metallischer Geschmack im Mund stört. Wer darüber hinaus noch an Mundtrockenheit leidet, kann auch zwei bis dreimal am Tag Kaugummis (selbstverständlich ohne Zucker) kauen. Diese regen den Speichelfluss an und reinigen den Mund auf natürliche Weise. Wer sich nicht scheut, kann seinen Mund auch mit Salzwasser spülen, das sorgt dafür, dass Entzündungen verschwinden und ist darüber hinaus günstig, umweltfreundlich und schonend zum Körper. Weitere natürliche Gewürze wie Kardamom, Ingwer und Nelken erfrischen ebenfalls den Atem.

Auf jeden Fall sollte ein Arzt zurate gezogen werden, wenn es öfter vorkommt, dass ein metallischer Geschmack im Mund auftritt. Wer sich gesund und abwechslungsreich ernährt und auf eine gründliche Mundhygiene achtet, der kann davon ausgehen, dass es sich im besten Fall nur um eine temporäre Erscheinung handelt.

Titelbild: Pixabay.com/de – PublicDomainPictures

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