Sonntag , 11 Dezember 2016
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Harzflecken aus Haar und Kleidung entfernen

Harzflecken ohne Chemie aus Kleidung und Haar entfernen

In flüssigem Zustand ist es klebrig wie Honig, getrocknet hart wie Stein: Harz. Harz bzw. Baumharz ist ein natürliches Wundsekret unserer Bäume und daher ökologisch betrachtet äußerst wichtig, außerdem findet es industriell breitbandigen Einsatz. Für Mensch und Tier hingegen kann Harz ein echtes Ärgernis darstellen, nämlich dann, wenn es auf unsere Haut, Kleidung oder ins Tierfell gelangt. Das betrifft Wanderer und Pilzesammler ebenso, wie Hundebesitzer, die mit ihrem vierbeinigen Gefährten im Wald Gassi gehen. Aber auch Autofahrer, die ihren Wagen nicht in Garage oder Carport parken (können), haben mit dem hartnäckigen Übel häufig zu kämpfen. Doch wie wird man diese lästigen Harzflecken wieder los und das am Besten besonders schonend für Kleidung, Haut, Tierfell, Autolack und Co.!?

Dem Harz auf den Leim gegangen?

Eigentlich wolltest du ja nur ganz entspannt eine Runde mit dem Hund spazieren gehen, die Kids wollten Cowboy und Indianer im Wald spielen und das Auto kann auch später noch in die Garage. Mit etwas Glück regnet es ja noch und man spart sich die teure Autowäsche. Doch gerade in Wäldern und Alleen lauert das Harz bereits, um dir den Tag zu vermiesen. Zum Glück ist Harz völlig ungiftig, sodass man problemlos erst ein mal kräftig mit dem Fingernagel daran herumkratzen kann, in der Hoffnung, es wieder abzubekommen. Jetzt, wo du aber festgestellt hast, dass das so nicht funktioniert, im Gegenteil, die Sache sogar noch schlimmer machen kann, sind wertvolle Tipps von Nöten.

Dabei muss man unterscheiden zwischen:

  • Harzflecken auf Textilien
  • Harzflecken auf Kunstfaser
  • Harzflecken im Tierfell / in den Haaren und
  • Harzflecken auf glatten Oberflächen wie bspw. dem Autodach

Denn wo sich eine Methode der Entfernung von Harz bewährt hat, könnte sie anderswo schaden, denn mit Hitze ans eigene Haupthaar beigehen ist in etwa so kontraproduktiv wie bei Rot über die Kreuzung zu marschieren: Es kann gut ausgehen, wird es vermutlich aber nicht. Hier also die wichtigsten Tipps zur Harzfleckenentfernung.

Harzflecken effektiv aus Textilien entfernen

Harzflecken mit Olivenöl entfernen
Harzflecken mit Olivenöl entfernen / Bild: pau_noia0 – Pixabay.com/de

Da Harz ein Naturprodukt ist, sollte nach Möglichkeit auch ein Naturprodukt zur Entfernung herhalten.

Die natürlichen Feinde von Naturharz sind hohe Kälte, Öl und der gute alte Alkohol.

Alle drei Tips funktionieren jedoch nur bei frischen, also noch klebrigen Harzflecken.

Das Prozedere bei Öl (hier hilft bereits handelsübliches Olivenöl) und Alkohol (bspw. Spiritus) ist identisch:

Das Harz wird mit dem jeweiligen Lösungsmittel betupft und zwar so lange, bis es sich aufgelöst hat und entfernen ließ.

Alkohol kann jedoch das Textil bitter angreifen, weshalb vorher an einer unauffälligen Stelle getestet werden sollte.

Öle und andere Fette hinterlassen wiederum hässliche Flecken. In beiden Fällen sollte hinterher also dringend der Gang zur Waschmaschine auf dem Plan stehen. Kälte hingegen ist harmlos.

Das Textil wird, eingewickelt in eine Plastiktüte, einfach ins Gefrierfach gelegt, bis das Harz hart und trocken wurde.

Durch die Kälte wird es brüchig und kann vorsichtig abgekratzt werden.

Bereits ältere, trockene Harzflecken können mit Hitze behandelt werden. Dazu wird auf das Harz, sowie darunter, Löschpapier gelegt und mit einem Bügeleisen auf halber Stufe das Harz langsam erhitzt. Dieser Vorgang ist, vorsichtig angewendet, der schonendste, erfordert u.U. aber mehrfache Wiederholungen. Die Löschblätter sollten derweil öfter mal gewechsel werden, sonst landet das Harz einfach an einer anderen Stelle in der Kleidung.

Harz auf dem Autodach

Wer kratzt, verliert! Was bei vereisten Scheiben funktioniert, sollte man beim Harzfleck auf dem Autolack tunlichst vermeiden. Lieber auch hier auf sanfte Methoden zurück greifen. Bei geringerer Verschmutzung tut es hier bereits warmes/heißes Wasser. Wie bei Textilien auch, sollte allerdings der Fleck benetzt und dann mit einem Tuch abgetupft werden, bis er vollständig entfernt ist. Reiben wäre kontraproduktiv und vergrößert nur den Fleck.

Hartnäckigeren Flecken rückt man mit Alkohol zu Leibe, am besten mit einem Universalverdünner oder alkoholhaltigem Nagellackentferner.

Hier gilt es jedoch zu beachten, dass scharfe Alkohole auch den Lack angreifen könnten – daher bitte auch hier erst ein mal an unauffälliger Stelle testen.

Hilft alles nichts, muss auch hier die Hitze ihren Beitrag leisten. Ein Heißluftfön verflüssigt das Harz, sodass es mit einem Tuch abgetupft werden kann. Der Fön sollte dabei jedoch in entsprechender Entfernung gehalten werden, sonst tupfen wir den Lack gleich mit ab und das will ja keiner.

Harz aus Fell entfernen
Fell abschneidern oder nicht? / Bild: HebiFot – Pixabay.com/de

Harz im Fell – ein echter Fiesling

Den schlimmste Fall von Harzbefall haben wir, wenn es sich in unseren Haaren oder im Fell unseres Hundes/unserer Katze gemütlich gemacht hat. Hier fällt naturgemäss Trick 17 mit der Kühltruhe weg und mit dem Heissluftfön an die Sache rangehen klingt auch nicht nach der besten Idee. Das einfachste wäre jetzt natürlich, die betroffene Stelle einfach mit einer Schere herauszuschneiden. Ist das möglich, ohne dass Mensch und/oder Tier hinterher in eine Depression verfallen, weil man plötzlich zur Hälfte kahl ist, sollte diese Methode Anwendung finden.

Geht Herausschneiden der betroffenen Stelle/Strähne nicht, können unter Umständen Eiswürfel (statt Tiefkühltruhe) helfen. Sie sollten sich in einer Plastiktüte befinden und dann möglichst viel Kontakt mit dem Harz bekommen.

Vorsicht jedoch bei Harz auf der Kopfhaut. Hier kann diese Methode zu leichten Unterkühlungen führen.

Stattdessen wäre es hier sinnvoller, ebenfalls mit Öl zu versuchen. Wahlweise geht auch Butter – das wäre dann sogar noch gut für die Haare.

Absolut abzuraten wäre bei Mensch und Tier von chemischen Harzentfernern.

Sie können gesundheitsbedenkliche Substanzen enthalten oder bei einigen auch allergische Reaktionen hervorrufen. Chemische Harzentfernen sind jedoch ohnehin nicht für die Anwendung an Lebewesen gedacht, auch wenn dies vielleicht nicht immer unbedingt auf der Packung stehen muss.

Harz aus Haaren entfernen
Denken Sie bei Ihrem nächsten Spaziergang im Wald an eine Kopfbedeckung / Bild: StockSnap – Pixabay.com/de

Harzflecken entfernen – aber mit Bedacht

Unabhängig von der Lösungsmethode sollte beachtet werden, dass das Prozedere sich durchaus in die Länge ziehen kann. Keinesfalls sollte man hektisch, panisch oder ungeduldig an die Sache herangehen. Gerade bei Haaren, Fell und Textilien bedarf es meist mehrerer Anwendungen, bis das Harz vollständig entfernt wurde. Daher ist die beste Methode, Harzflecken zu entfernen, die, gar nicht erst welche zu bekommen. Beim Auto hilft da bereits eine simple Abdeckplane, besonders dann, wenn es über einen längeren Zeitpunkt an einem Ort parken soll. Hund und Katze sind natürlich nicht so einfach bzw. so gut wie gar nicht zu schützen, wir Menschen hingegen schon.

Eine alte Kopfbedeckung ist:

  • viel schneller von Harz gereinigt als unser Haupthaar und
  • vielleicht auch gar nicht so wichtig, sodass sie ruhig Opfer werden darf.

Gleiches gilt natürlich generell für alte Kleidung und Schuhwerk. Wer beim Gassigehen etc. also nicht zwingend auf seine Optik achten muss, sollte sich gelegentlich dann vielleicht doch für den Schlabberlook entscheiden

PS: Kunstfaser ist zwar oftmals empfindlicher gegen Hitze und auch Alkohol, dafür aber weniger anfällig für mechanische Einwirkungen. Hier wäre die Kombination aus Kälte und Kratzen noch am empfehlenswertesten.

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