Dienstag , 24 Mai 2016
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Achtung Satire: Die kriminelle Karriere des Julian Assange

julian_assange_comicstyleNBC bringt es auf den Punkt: „Endlich ist die Verbrecherjagd beendet.“ Besser kann man es nicht auf diesen bringen. Die amerikanischen Minister freuen sich, die Partei der Republikaner plant einen Kongress, auf welchem demokratisch über Art und Zeitpunkt der Hinrichtung von Julian Assange entschieden werden soll. Das liberale Schweden wird vom liberalen Großbritannien die Auslieferung des Schwerverbrechers fordern. Der CIA wird mittels der eigenen, seit Wikileaks nicht mehr ganz unbekannten, Fluglinie den Kriminellen in die USA schaffen.

Für die Reise ist bereits ein Zeitplan erstellt. Sie ist auf zwei Monate und drei Tage veranschlagt. Drei Tage beträgt die exakte Reisezeit, zwei Monate sind für Aufenthalte in verschiedenen Staaten im arabischen Raum und für die anschließende Genesungsphase, für die Regeneration von Herrn Assange kalkuliert. Ich bin mir sicher, man vergisst die Gesundheitsvorsorge nicht. Aufgüsse, warm und kalt, andere Methoden mittels der Verwendung von Wasser, der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sicherlich benutzt man für Transfer und Aufbereitung des Kriminellen auch Flugplätze dieses Landes. Als treue Verbündete haben wir natürlich nichts dagegen einzuwenden. Das Recht wird siegen. Tja Julian, dies hast du jetzt davon.

Halt, halt, halt – der letzte Satz war eine satirische Übertreibung, ganz so geht das doch nicht, nicht einmal bei uns. Festsetzungen, Verhaftungen – sie bedürfen eines Grundes, der Beweise. Und jetzt muss ich leider sagen, diese liegen in Hülle und Fülle vor. Er hat schon Diverses auf dem Kerbholz, der Mensch mit dem unaussprechlichen Namen.

Mittlerweile existiert im Netz eine ähnliche Organisation wie Wikileaks, sie hat uns mit Dokumenten versorgt, welche an der schweren Schuld dieses Herrn keine Zweifel mehr aufkommen lassen. Im Gegensatz zum Herrn Assange verfügen wir über genug Respekt und Diskretion gegenüber den Zuträgern, wir nennen sie nicht, auch Ort und Zeit sind unwichtig – nur die Taten sind es, welche geahndet werden sollen, nein, zwingend geahndet werden müssen. Nachfolgend die Aufstellung der Untaten, welche auf dem Kerbholz des Schwerstkriminellen vorhanden sind:

Nachweislich hat A. in seiner Zeit in S. in mindestens elf Fällen keine vorgeschriebene Mülltrennung vorgenommen. So wurden leere Bierflaschen in der Altpapiertonne gefunden. Schon längere Zeit vergilbte Salami fand sich beim Restmüll, im Biomüll wurden drei Socken in unterschiedlichen Farben entdeckt.

In G. hat der Täter schienengebundene Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr benutzt. Die scheinbar legal erworbene (warum auch immer, wenn es überhaupt stimmt) Fahrkarte wurde aber entgegen der Vorschrift nicht vor Antritt der Fahrt entwertet. Der Entwerterautomat fühlte sich unpässlich, A. beschimpfte ihn darauf als „alten Drecksautomaten“. Die Anzeige des Gerätes liegt dem Staatsanwalt in Washington vor. Auch der Tatbestand der Beförderungserschleichung gilt als nachgewiesen. Herr A. wurde schon seit Jahren mittels Kameras akribisch dokumentiert. So ist es kein Problem zu sehen, die Fahrkarte wurde erst eine Station später entwertet.

Ferner trat J.A. immer wieder als Umweltfrevler in Erscheinung. Die sich vor den Fenstern seiner Wohnung befindlichen Blumenkästen mit Begonien wurden im Verlauf eines sehr heißen Sommers an insgesamt drei Tagen nicht gegossen. Sachverständige Ärzte der US-Armee stellten schwere psychische Beeinträchtigungen des Blumenkastens fest, er leidet jetzt für den Rest seiner Existenz an einer Aufmerksamkeitsstörung.

Unzählige Male dokumentiert sind die schweren Verkehrsvergehen. So hat er mehrere Male vor einer Kaserne der Marineinfanterie in Fort Dingsbums den Zebrastreifen trotz Rotlicht für Fußgänger benutzt. Nicht nur, dass Lastwagen und Schützenpanzer zum Halten gezwungen wurden, dies allein rechtfertigt Haft. Zweimal musste der PKW, in welchem sich der Kommandant des Stützpunktes befand, eine Bremsung vornehmen. Der Kommandierende erlitt eine Schädeldeformation, als er gegen die Nackenstütze prallte. Weiter versaute er sich die Hose, als die mit der linken Hand gehaltene, vorher geöffnete und noch volle, Bierflasche gegen seine Kniescheibe prallte und sich über seinen Kriegerschoss ergoss.

Mittels einer ausgefeilten subtilen Technik kränkte A. andere Menschen, schädigte sie auf das Schlimmste. Mindestens in zwölf Fällen vergaß er den Muttertag, den Geburtstag einer Großkusine und den Namenstag des Gemeindepfarrers. Hat man da noch Töne?

Ich denke, die Aufzählung muss uns genügen. Mehr möchte ich ihnen auch nicht zumuten – aus diesem Sumpf des erbarmungslosen Verbrechens, diese an Grausamkeit nicht zu überbietenden psychologischen Krieges. Nehmen wir es als Beispiel für die stets siegende Gerechtigkeit, das Recht siegt auch über Julian Assange.

Möge ihn die volle Härte des Gesetzes treffen. Möge die Gerechtigkeit mittels NBC verkündigen: „Wir kriegen Euch – alle….“ Möge die Flugbereitschaft des CIA die Motoren der Jets warmlaufen lassen. Mögen die Bademeister in den Vernehmungszimmern die Utensilien richten, welche dazu helfen, der Wahrheit zum Sieg zu verhelfen.

Damit das klar ist, sie wird siegen – die Gerechtigkeit. Und das ist gut so, real gut.

© Peter Reuter

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