Montag , 5 Dezember 2016
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US-Atomwaffen Deutschland

Deutschland bekommt neue US-Atomwaffen mit Erlaubnis der Bundesregierung

Neueste Meldungen sorgen für Unruhe bei den Wissenschaftlern und den Russen. Demnach sollen in Deutschland 20 neue US-Atomwaffen stationiert werden. Die Sprengkraft dieser Atombomben entspricht einem Potential von 80 Hiroshima-Bomben.

Nicht nur Wissenschaftler sind über diese neue Entwicklung besorgt, auch in Russland zeigt man sich bestürzt über diese neue Entwicklung.

Atomwaffen in Deutschland

In den nächsten Tagen kommt Bewegung in den Fliegerhorst Büchel

Bereits in den kommenden Tagen soll der Bundeswehrfliegerhorst Büchel auf die neuen Nuklearwaffen vorbereitet werden. Laut dem ZDF-Nachrichtenmagazin „Frontal 21“ liegen bereits die entsprechenden Haushaltspläne vor. Die neuen Atombomben mit der Bezeichnung B61-12 sollen wesentlich zielgenauer sein, als die bisherigen, die im rheinland-pfälzischen Büchel gelagert waren. Das zumindest haben Rüstungsexperten entsprechend bestätigt.

Doch was hat das für Konsequenzen?

Im Falle eines Krieges werden deutsche Tornados damit ausgerüstet, um damit Angriffe fliegen zu können. Das entspricht der Nato-Strategie der „Nuklearen Teilhabe“.

Die Russen zeigen sich besorgt

Kritische und besorgte Stimmen kommen vom russischen Außenministerium. Die Sprecherin Maria Sacharowa gab in einem Interview gegenüber „Frontal 21“ an, dass bei einer Stationiert dieser Waffen gegen Artikel eins und zwei des Vertrages über eine Nichtverbreitung von Nuklearwaffen verstoßen wird. Sie ist darüber beunruhigt, dass die Länder ohne Atomwaffen nun den Einsatz damit üben würden. . In ‪Moskau wertet man die nukleare Nachrüstung als gezielte Zerstörung des strategischen Gleichgewichts in Europa und sieht auch die nationale Sicherheit bedroht.

Verwunderlich ist dieser Akt schon, denn noch im März 2010 hatte der Bundestag beschlossen, dass sich die Bundesregierung bei den Amerikanern über die Stationierung der Atomwaffen besorgt zeigte und deren Abzug gefordert hatte. Diese Forderung wurde auch im Koalitionsvertrag zwischen FDP und der Union festgehalten. Doch nun zeigt sich, dass mit einer Stationierung der neuen Atomwaffen B61-12 gerade das Gegenteil erfolgt.

Investitionen in den Bundeswehrstandort Büchel

Für Büchel ist der Ausbau des Bundeswehrstandortes sicherlich nicht unwillkommen. Die Bundesregierung will in Zukunft rund 120 Millionen Euro in diesen Standort investieren. Geplant ist zum Beispiel, die Landebahn mit einem modernen Instrumentenanflugsystem auszurüsten. Aber auch in andere US-Standorte in Europa soll investiert werden. So werden in der italienischen Luftwaffenbasis Aviano und im türkischen Incirlik auch Atomwaffen des Typs B61-12 stationiert werden.

Angela Merkel zum Thema Atomwaffen
Die Bundeskanzlerin hat nichts gegen die Pläne der Stationierung neuer Atomwaffen. Dafür aufkommen müssen letztendlich die Steuerzahler.
Kritik an Bundeskanzlerin Merkel – Kritik hagelt es auch an der Bundeskanzlerin. Obwohl es bereits 2009 im Bundestag ein Votum gegen die Stationierung von Atomwaffen gab, wurde dieses einfach ignoriert. Selbst US-Präsident Barack Obama sprach damals von den Plänen, die Atomwaffen in Deutschland abzuschaffen. Doch es sieht ganz so danach aus, als ob die Bundeskanzlerin nichts gegen die Pläne der Stationierung dieser neuen Atomwaffen habe, denn die Steuerzahlen müssen letztendlich dafür aufkommen. Geplant ist ein Budget von 112 Millionen Euro, das für den Ausbau des Fliegerhorsts veranschlagt wird.

Russland gilt als Hauptfeind der Nato

Experten zeigen sich allerdings wenig überrascht von der neuen Entwicklung. Bereits im Jahr 2014 wurde beim Nato-Gipfel Russland zum Hauptfeind der Nato erklärt. Daraufhin wurde von der Bundeskanzlerin die Militär-Doktrin der Bundeswehr deutlich überarbeitet. Von diesem Zeitpunkt an stellt Russland auch für Bundeswehr eine große Gefahr dar. Der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär vom Verteidigungsministerium, Willy Wimmer, sieht in der Stationierung eine Provokation der russischen Föderation.

Russland Feind der Nato
Bereits im Jahr 2014 wurde beim Nato-Gipfel Russland zum Hauptfeind der Nato erklärt.

16. Juli 1945

Am 16. Juli 1945, 05.25 Uhr Ortszeit, wurde in New Mexico in den USA die erste Atombombe getestet, Codename: The Gadget. Nur drei Wochen später fand der Atombombenabwurf über Hiroshima statt. Drei Tage später erfolgte ein weiterer Abwurf über Nagasaki. Insgesamt kamen 250.000 Menschen bei diesem Bombenabwurf um. Noch Jahre später leiden die Menschen an den Spätfolgen.

Auch 70 Jahre später wird noch der Opfer der beiden Atombombenabwürfe gedacht und man stellt sich die berechtigte Frage, ob der Abwurf angesichts der vielen zivilen Opfer gerechtfertigt war. Nach Meinung der USA hätte man durch den Abwurf Hunderttausende amerikanische Opfer unter den Soldaten vermieden. Allerdings gilt es heute als gesichert, dass Japan ohnehin bereits am Ende war und es nicht mehr lange gedauert hätte, bis das Land kapituliert würde.

Allein schon aus der Geschichte heraus ergibt sich eine moralische Verpflichtung, gänzlich auf den Einsatz von Atomwaffen zu verzichten. Nun steht die Welt offenbar wieder einer Zeit des „Kalten Krieges“ gegenüber, obwohl wir doch alle dachten, dass diese Zeit endlich vorbei sei.

Wer sich genau über die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland informieren möchte, der sollte sich das ZDF-Magazin „Frontal 21“ ansehen. Die Sendung wurde am 22.09.2015 im ZDF ausgestrahlt.
Der Titel der Sendung lautet: „Frontal 21 – Die Stationierung neuer Atomwaffen in Deutschland beginnt“.

Bilder:
Titelbild – Urheber: serazetdinov / 123RF Lizenzfreie Bilder
Atomwaffen in Deutschland – Urheber: skdesign / 123RF Lizenzfreie Bilder
Russland Feind der Nato – Urheber: tanyar30 / 123RF Lizenzfreie Bilder
Angela Merkel – Urheber: mikewaters / 123RF Lizenzfreie Bilder

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