Samstag , 10 Dezember 2016
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Berufsunfähigkeit: Immer mehr ältere Versicherte sind betroffen

Mit dem Alter steigt das Risiko für eine Berufsunfähigkeit dramatisch an. Die Zahl der Arbeitnehmer ab 50, die ihre Berufsunfähigkeitsversicherungen in Anspruch nehmen müssen, ist überproportional hoch. Besonders häufige Ursachen sind Nervenkrankheiten und Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats. Das hat eine Analyse jetzt herausgefunden.

Anstieg der Leistungsfälle ab dem 50. Lebensjahr

Wie aus der Analyse des Marktforschungsunternehmens Morgen & Morgen Group hervorgeht, werden immer mehr Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) von Arbeitnehmern ab 50 in Anspruch genommen. In der Untersuchung wurden die Verträge und Leistungsfälle unter anderem nach Altersgruppen aufgegliedert. Dabei stellte man eine starke Konzentration der Leistungsfälle bei den älteren Versicherten fest: Rund 50 Prozent der Fälle betrafen Versicherte, die das 50. Lebensjahr überschritten hatten. Die Unterteilung in einzelne Altersgruppen hat auch gezeigt, dass bei den unter 30-Jährigen nur 0,3 Prozent der Berufsunfähigkeitsversicherungs-Tarife ausgezahlt wurden. Bei den über 50-Jährigen sind es hingegen fast fünf Prozent. Laut den Marktforschern von Morgen & Morgen ein Indiz dafür, das eine rechtzeitige Vorsorge in Sachen Berufsunfähigkeit eine Notwendigkeit darstellt: Auch wenn man mit 30 Jahren noch gesund ist, kann das sich das in späteren Jahren schnell ändern. Bei den Angeboten auf dem Versicherungsmarkt hat sich bei der BU einiges getan. So gibt es zum Beispiel unter dem Begriff „Arbeitskraftschutz“ beim Versicherer Swiss Life seit geraumer Zeit gleich drei Policen, die die Bereiche

abdecken.

Ein Abschluss aller drei Policen würde für den Versicherten einen Arbeitskraftschutz aus einer Hand bedeuten.

Hauptursache der Berufsunfähigkeit: Nervenleiden, Psyche und Co

Laut der Untersuchung von Morgen & Morgen sind als Hauptursache für eine Berufsunfähigkeit über alle Altersklassen hinweg die Nervenkrankheiten zu sehen: Sie schlagen mit 30,99 Prozent zu Buche. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Untersuchung der Deutschen Rentenversicherung, die die häufigsten Ursachen einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit untersucht hat:

  • Sie benennt psychische Erkrankungen mit einem Anteil von 42,7 Prozent als inzwischen häufigste Ursache von Berufsunfähigkeit. Betroffene werden nur durch eine BU oder eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) finanziell aufgefangen.
  • Zweithäufigste Ursache mit 13,6 Prozent sind Erkrankungen des Skeletts, der Muskeln und des Bindegewebes.
  • Krebs oder Krebsneubildungen folgen mit 12,3 Prozent.
  • Danach kommen Kreislauferkrankungen mit 9,5 Prozent.
  • Dahinter folgen die Erkrankungen des Nervensystems mit 5,8 Prozent.
  • Schlusslicht sind Störungen des Verdauungssystems und Stoffwechselkrankheiten mit 3,6 Prozent.

Verschiedene Krankheitsgewichtungen bei den Altersklassen

Bei den Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems und einer daraus resultierenden Berufsunfähigkeit kommt die Untersuchung von Morgen & Morgen zu dem Schluss, dass sie mit dem Alter zunehmen: Während sie bei den bis 40-Jährigen nur etwas über drei Prozent der Leistungsfälle zur Berufsunfähigkeit ausmachen, vervierfacht sich dieser Wert ab dem 51. Lebensjahr auf über 13 Prozent. Zwischen dem 41. und 50. Lebensjahr liegt er bei etwas über sieben Prozent.

Anders verhält es sich bei Unfällen als Grund für eine Berufsunfähigkeit: Bis zum 40. Lebensjahr sind es fast 15 Prozent, die wegen eines Unfalls eine BU in Anspruch nehmen müssen. Zwischen dem 41. und 50. Lebensjahr sind es noch über neun Prozent – und ab dem 51. Lebensjahr lediglich noch knapp sieben Prozent.

Bei den Krebserkrankungen sieht das Verhältnis naturgemäß anders aus: Hier fallen bis zum 40. Lebensjahr knapp über elf Prozent am Arbeitsplatz wegen einer Tumorerkrankung aus und müssen eine BU in Anspruch nehmen, ab dem 41. bis zum 50. Lebensjahr sind es fast 17 Prozent. Ab dem 51. Lebensjahr ist das Gefälle hier nur noch sehr gering: Es sind über 15 Prozent, bei denen es wegen einer bösartigen Geschwulst zur Ausschüttung einer BU kommt.

Erstaunlich ist, wie oft Skelett- und Gefäßkrankheiten zu einer Berufsunfähigkeit führen können – und das über alle Stufen des erwerbsfähigen Alters hinweg: Bei den bis zu 40-jährigen sind es bereits fast 23 Prozent, die wegen Ischias und Co berufsunfähig werden. Zwischen dem 41. und 50. Lebensjahr sind es über 21 Prozent und ab dem 51. Lebensjahr noch über 20 Prozent.

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: andreypopov / 123RF Lizenzfreie Bilder

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