Dienstag , 29 September 2020
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Antibiotika aus der Antike: Bier als Heilmittel

bier_in_wuesteDie meisten Menschen gehen davon aus, dass Antibiotika als medikamentöses Therapeutikum eine neuzeitliche Entwicklung ist. Wissenschaftler fanden allerdings heraus, dass der heute gebräuchliche antibiotische Wirkstoff Tetracyclin schon zu Zeiten der Nubier, und somit seit rund 2.000 Jahren, zu Heilzwecken verwendet wurde. Ein Zufallsprodukt der Natur? Dem kann, basierend auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, widersprochen werden, denn nicht nur das Volk der Nubier, sondern auch die alten Jordanier oder Ägypter, wussten durch einen bestimmten Brauprozess heilende Kräfte aus dem Korn zu holen. Die Basis-Flüssigkeit für das Antibiotikum: Das Bier.

Dem „Gerstensaft“ Bier werden gerade in der Naturheilkunde schon seit sehr langer Zeit heilfördernde Kräfte zugesprochen. Kräftige Haare und Fingernägel, eine verbesserte Hautstruktur oder als natürliche Einschlafhilfe – Bier, als Heilmittel, hat bis heute eine Hochkonjunktur und wird folglich innerlich wie äußerlich im Sinne der Gesundheit wohldosiert eingesetzt. Dass das einstige Bier der alten Völker als Antibiotikum seine Verwendung fand, konnte der Anthropologe George Armelagos von der Emory Universität bereits im Jahr 1980 erstmalig in den Knochen von Mumien nachweisen. Dachte der Bioarchäologe anfänglich, dass der antibiotische Wirkstoff Tetracyclin zufällig in den Mumienknochen vorhanden war, konnte er in einer längeren Forschungsarbeit tatsächlich herausfinden, dass die hohen Antibiotika-Konzentrationen wohl gezielt von den Menschen zu heilenden Zwecken eingesetzt wurden.

In langwierigen Untersuchungen, in denen mittels einer der stärksten Säuren der Erde, benannt Hydrogenfluorid, die Knochen der kindlichen und erwachsenen Mumiengebeine extrahiert wurden, konnten der Forscher und seine Kollegen das Tetracyclin selbst in Schädeln oder Schienbeinen nachweisen. Nach den umfangreichen Analysen, wurde bei den Mumien unter anderem eine hohe Knochen-Sättigung mit dem Antibiotika festgestellt, was wiederum den wissenschaftlichen Schluss nahelegte, dass die Menschen von einst das gesunde Bier als Medizin einsetzten, um verschiedene Erkrankungen zu behandeln. Die Wissenschaftler vermuten in diesem Zusammenhang, dass innerhalb der unterschiedlichen Kulturen die Kunst der Antibiotikaherstellung nicht nur weit verbreitet war, sondern zudem auch von Generation zu Generation weitergegeben wurde. In einem weiteren Schritt wollen die Forscher nun herausfinden in welchen Konzentrationen die alten Völker das Antibiotikum über das Biertrinken einnahmen, was wiederum Rückschlüsse darauf geben soll, ob und in welcher Höhe eine Dosierung zur Heilförderung stattfand.

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