Mittwoch , 19 Februar 2020
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Innovative Handprothese lindert Phantomschmerzen

offene_handEs schmerzt im Fuß, in der Wade, Hand oder Unterarm und das obwohl die selbigen aufgrund eines Unfalls oder Erkrankung amputiert werden mussten. Phantomschmerzen nennt man dieses Phänomen, das zahlreiche Betroffene nicht nur bei Wetterumschwüngen leiden lässt. Während Wunden in der Regel recht schnell abheilen, erweisen sich die Schmerzen in den nicht mehr vorhandenen Gliedmaßen nicht nur als sehr schwer behandelbar, sondern zumeist auch noch anhaltend über viele Jahre, um nicht zu sagen bis zum Ende des Lebens. An der Universität Jena konnte, aufgrund dieser vielfach auftretenden Problematik, nun eine innovative Handprothese entwickelt werden, die fähig ist derartige Phantomschmerzen zu lindern.

Das Phänomen der Phantomschmerzen ist schon sehr lange bekannt. Für die Schmerzforscher sind diese Schmerzen ein intensives Forschungsfeld, denn neben der Tatsache, dass diese oft ein Leben lang den von einer Amputation Betroffenen psychisch stark belasten, erweisen sich diese selbst gegenüber unterschiedlichen Schmerzmittel als resistent. Zudem besteht jederzeit das Risiko, dass die Patienten in eine Abhängigkeit der Medikamente abrutschen und somit nicht nur die Phantomschmerzen als dauerhaftes Problem existieren, sondern zusätzlich die Sucht die Lebensqualität nochmals deutlich beeinträchtigt.

In einer Zusammenarbeit zwischen Schmerzforschern der Universität Jena und Unfallchirurgen sowie Wirtschaftspartnern, konnte nun eine neue Handprothese entwickelt werden, die durchaus im Stande ist Betroffenen eine neue Hoffnung auf Linderung der plagenden Phantomschmerzen zu ermöglichen. Ein wichtiger Bestandteil dieser innovativen Prothese ist eine bestimmte Simulationseinheit, die mittels einer Manschette über den Oberarmstumpf eines Patienten verbunden wird. Drucksensoren, am Daumen und zwischen dem Zeigefinger und Daumen angebracht, waren einst dafür gedacht eine Regulierung der Griffstärke einer künstlichen Hand zu ermöglichen. Letzteres führt jedoch häufig dazu, dass durch die sensorischen Informationen, die an das Gehirn weitergeleitet werden, eine Umstrukturierung der betroffenen Gehirnbereiche erfolgt. Dieses Problem scheint nun dank der neuartigen Systementwicklung eingeschränkt werden zu können.

Bei dieser Problematik setzt die neue Handprothese der Uni Jena gezielt und effektiv an. Durch ein innovatives System wird eine derartige Umstrukturierung rückgängig gemacht beziehungsweise gleich zu Beginn verhindert. Wie die Universität berichtete, konnten bereits bei Patienten erste Erfolge durch das Rückkopplungssystem verzeichnet werden, was natürlich nun Hoffnung macht vielen, von Phantomschmerzen, Betroffenen eine Linderung der Schmerzen zuteil werden lassen zu können.

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