Montag , 22 Juli 2019
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Fukushima-Arbeiter tot! Wirklich nicht der Strahlung wegen?

strahlung_symbolFukushima 50, so werden die derzeitigen Helden Japans genannt, die sich in Schichten von jeweils 50 der intensiven Strahlung aussetzen und ihr Leben im Bemühen einsetzen, die Situation in den Reaktoren von Fukushima doch noch in den Griff zu bekommen. Einer von ihnen brach tot zusammen. Und während die Mutter von einem der Mitarbeiter schon Anfang April verriet, dass sich diese Männer durchaus bewusst sind, dass sie wahrscheinlich alle sterben werden, ließ TEPCO, der Betreiber des Atomkraftwerkes, verlauten, dass der Tod dieses Mitarbeiters nicht auf Strahlung zurückzuführen sei. Genauso wenig werden wir kaum daran erinnert, dass erhöhte radioaktive Strahlung sich auf unser aller Gesundheit auswirkt. Schockierende Berichte von Experten und Tschernobyl-Überlebenden werden schlichtweg ignoriert.

Ein 60-jähriger TEPCO-Mitarbeiter brach während seiner Arbeit im Atomkraftwerk von Fukushima tot zusammen. „Dem Sprecher (des AKW-Betreibers) zufolge wurden am Arbeitsplatz des Mannes keine erhöhten radioaktiven Werte gemessen“, berichtet Welt-Online. „Vermutlich aus Erschöpfung“, lässt das Hamburger Abendblatt seine Leser wissen. Und Der Spiegel schreibt: „Die Betreiberfirma schließt eine erhöhte Strahlenbelastung des Verstorbenen aus“, fügt allerdings hinzu, dass keine anderen Gründe als Todesursache genannt werden.

Ein Artikel bei The Intelligence verwies schon am 11. April auf die Aussage der Mutter einer jener Männer, die sich für die Arbeiten an den Reaktoren von Fukushima zur Verfügung stellen. Ihr zufolge, sei diesen die Situation völlig bewusst. Sei seien sich im klaren, dass sie wahrscheinlich ihr Leben opfern. Doch irgend jemand müsste es tun. Und sie erklärten sich bereit, dieses Schicksal in Kauf zu nehmen. Wenn TEPCO behauptet, der Tod des Mitarbeiters hätte nichts mit Verstrahlung zu tun, so lässt sich diese Aussage natürlich nicht widerlegen, solange es zu keiner wirklich unabhängigen Untersuchung kommt. Während sich die Weltöffentlichkeit jedoch langsam daran gewöhnt, dass die Brennelemente in Fukushima langsam dahinschmelzen, würde eine Schlagzeile wie: „Erstes Todesopfer durch Verstrahlung!“, dem Dornröschenschlaf vielleicht ein Ende setzen.

Die schwer leidende Tschernobyl-Überlebende Natalia Manzurova riet schon im März in Vorträgen: „Lauft, so schnell ihr könnte!“. Als Nuklear-Ingenieurin gehörte sie einer Gruppe von Experten an, die zur Rettung nach Tschernobyl gerufen wurde. Von ihren 13 damaligen Kollegen ist keiner mehr am Leben. Um ihren Rentenanspruch zu sichern, arbeite sie noch mehrere Jahre an den Aufräumarbeiten in der Umgebung. Sie weiß, warum sie diesen dringlichen Rat ausspricht.

Die Autoren Alexey V. Yablokov, Vassily B. Nesterenko und Alexey V. Nesterenko studierten 5.000 wissenschaftliche Artikel und 30.000 Zeitungsberichte, die meisten davon in slawischen Sprachen. Im Jahr 2007 veröffentlichen sie ein Buch, in dem erklärt wird, dass die Zahl der direkten und indirekten Todesopfer im Zusammenhang mit dem Reaktorunfall von Tschernobyl, 1986, bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ihrer Arbeit, mehr als eine Million Menschenleben betragen könnte. Was in dieser Studie auch Berücksichtigung findet, sind ansteigende Krebsraten in jenen Regionen, über die die radioaktiven Wolken hinwegzogen.

Auf der Webseite der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Zahl der weltweit im Jahr 2008 an Krebs Verstorbenen mit 7,6 Millionen angegeben. Als erste Ursachen werden der Genuss von Tabakprodukten genannt, Alkohol, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel.

Auch wenn es an Daten fehlt, wie hoch der Prozentsatz jener Krebsfälle ist, die durch Strahlung ausgelöst werden, ein Zusammenhang besteht zweifellos. Selbst das, bei Rauchern deutlich erhöhte, Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, dürfte auf die Radioaktivität im Tabak zurückzuführen sein. Wie The Intelligence, basierend auf einer Veröffentlichung durch die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA, ausführlich berichtete, nehmen Tabakblätter eine große Menge des radioaktiven Staubs auf, der sich wiederum auf Phosphatdünger zurückführen lässt.

Eine Überlegung am Rande. Die Staaten der westlichen Welten zeigen seit vielen Jahren eine große Bereitwilligkeit, Flüchtlinge aus anderen Ländern aufzunehmen. Würde einem Japaner, der sich und seine Familie vor der dramatisch steigenden radioaktiven Belastung in seinem Land in Sicherheit zu bringen versucht, ein Flüchtlingsstatus gewährt werden? Japaner sind schließlich als extrem arbeitswillig, gleichzeitig aber auch als anpassungsfähig bekannt.

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