Sonntag , 19 Mai 2019
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G 20 – Steht eine Hyperinflation vor der Tür

bruederleDer Schwerpunkt des G-20-Treffens in Südkorea lag in der Währungs-Politik. In einem Punkt scheinen sich die Beteiligten einig zu sein: Ein Abwertungs-Wettlauf kann verheerende Folgen mit sich bringen. Trotzdem müssen wir davon ausgehen, dass einzelne Nationen versuchen könnten, den kurzfristigen Vorteil einer Abwertung ihrer Landeswährung in Anspruch zu nehmen. China wird von den USA ohnehin schon lange vorgeworfen, den Yuan künstlich niedrig zu halten, um dadurch die Exporte zu forcieren. Allerdings, schon vor Wochen verwiesen Gerüchte darauf, dass gerade die USA eine drastische Abwertung des Dollars plane. Die Veränderungen im Wechselkurs zum Euro würden dafür sprechen.

Unbestätigten Gerüchten zufolge, sei das russische Finanzministerium darauf vorbereitet, dass der US-Dollar in naher Zukunft bis zu 50 Prozent seines Wertes einbüßen könnte. Ein Teil dieser möglichen Abwertung ist bereits vorweggenommen. Der Wechselkurs zwischen Dollar und Euro stieg während der vergangenen Wochen von 1,27 auf annähernd 1,40 und eine Veränderung dieses Trends ist vorläufig nicht in Sicht. Die selten veröffentlichten Daten über das Gesamtvolumen des sich in Umlauf befindlichen Geldes zeigen, sowohl in Bereich US-Dollar als auch in der Euro-Zone, eine deutliche Abnahme seit dem Jahr 2008, seit dem Beginn der Wirtschaftskrise. Dabei handelt es sich um eine logische Folge der Verschuldung, gleichzeitig aber auch um einen Faktor, der einer Erholung der Wirtschaft entgegen wirkt.

In diesem Zusammenhang sei wieder einmal daran erinnert, dass der größte Teil verfügbaren Geldes, sogenanntes Buchgeld, nicht in Form von Banknoten oder Münzen existiert, sondern als Guthaben auf Bankkonten und ausschließlich als Kredit entstanden ist. Nähere Erläuterungen dazu finden sich in unserem Artikel über die Geldschöpfung.

Durch Zins- und Kreditpolitik lässt sich das Geldvolumen beliebig steuern. Rezessionen entstehen, wenn der Geldumlauf reduziert wird. Während es Konsumenten an Kaufkraft fehlt, bleiben Produktionsanlagen unausgelastet. Die Frage, wo denn das fehlende Geld herkommen solle, lässt sich ganz einfach beantworten: Wo es seit hundert Jahren herkommt. Durch die Vergabe neuer Kredite. Allerdings, nachdem insbesondere die öffentliche Verschuldung an ihre Grenzen gestoßen und die regelmäßig anfallenden Zinsen zu einer untragbaren Last geworden sind, fehlt es offensichtlich an liquiden Kreditnehmern.

Zum Abschluss des G-20-Treffens, äußerte der deutsche Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle Kritik an den amerikanischen Plänen einer Erhöhung des Geldvolumens. Die Schaffung von mehr Liquidität erachtet er als den falschen Kurs. Eine übermäßige Geldvermehrung bezeichnete er als „indirekte Manipulation eines Kurses“.

Grundsätzlich lassen sich die vorherrschenden Probleme zwar auf einen einfachen Nenner bringen, doch, ob sich die Entscheidungsträger in absehbarer Zukunft zu dringend notwendigen grundsätzlichen Veränderungen des Systems bereit erklären werden, bleibt vorläufig anzuzweifeln. Wie auf The Intelligence schon mehrmals erwähnt, gilt es nämlich, gleichzeitig zwei einander entgegenwirkende Probleme zu lösen. Einerseits verlangt die Wirtschaft nach mehr Geldumlauf, andererseits scheint ein weiteres Ansteigen der Verschuldung ausgeschlossen. Solange Geld aber überwiegend, um nicht zu sagen fast ausschließlich, in Form von Krediten in Umlauf gesetzt wird, scheint es keinen Ausweg aus dieser Krise zu geben. Die einzige Lösung wäre, das System zu verändern. Zinsfreies Geld zu schaffen, dessen Volumen von staatlichen Stellen, und nicht von privaten Banken, kontrolliert wird. Auch wenn es eine beachtliche Zahl von sogenannten Experten gibt, die sich gegen eine derartige Umstellung aussprechen, das derzeitige Geldsystem in dieser Form weiter zu führen ist absolut verantwortungslos. Während skrupellose Spekulanten Milliarden verdienen, finden sich immer mehr Bürger in finanzieller Not. Nachdem wir, zumindest unserem Glauben nach, in Demokratien leben, sollte den Bedürfnissen der Menschen, und nicht den Interessen des Großkapitals, Vorrang zugesprochen werden. Wenn ein Gebäude wegen Fehlern im Fundament vor dem Einsturz steht, dann sollte es abgetragen und durch ein neues ersetzt werden, anstatt Ausbesserungen an der Fassade durchzuführen.

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