Mittwoch , 30 September 2020
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Teletubbies lassen Kleinkinder verdummen

kleinkind vor tvDas Medium Fernsehen löste in den vergangenen Jahren einen immer stärker werdenden Magnetismus unter der Bevölkerung aus, der noch vor rund 30 Jahren kaum in diesem Ausmaß denkbar war. Einst gab es lediglich einige wenige öffentlich-rechtliche Fernsehsender, die im Besonderen für Kleinkinder oder Schulkinder nicht wirklich einen Anreiz gaben, sich stundenlang vor der Flimmerkiste zu tummeln. Heute jedoch sitzen bereits Kleinkinder unter zwei Jahren vor dem TV-Gerät und werden mit Sendungen berieselt, die nicht zwingend notwendig das Prädikat „wertvoll“ für sich in Anspruch nehmen können.

Wie geringfügig wertvoll Teletubbies und Co. für die kleinkindliche Entwicklung tatsächlich sind, konnte nun mit einer weiteren Studie aus Kanada beeindruckend und erschreckend zugleich belegt werden. Diagnose: Fernsehen lässt Kinder verdummen und das nicht nur unter dem Bezug des Intellektes.

Wissenschaftler der Universität Montreal, Kanada, veröffentlichten vor kurzer Zeit die Ergebnisse, welche nach der Auswertung der gesammelten Daten im Rahmen der „Quebec Longitudinal Study of Child Development Main Exposure“ über einen Zeitraum von mehreren Jahren zur Dokumentation gebracht worden waren. Bei dieser Studie wurden 1.314 Kinder im Alter von 29 und 52 Monaten beobachtet, sowie unter anderem die Eltern der Kleinkinder auf das Konsumverhaltens ihrer Kinder befragt. Ärzte und Lehrer bewerteten im späteren Verlauf die schulischen, gesundheitlichen und psychosozialen Entwicklungen der kleinen Studienteilnehmer mit dem Eintritt in das zehnte Lebensjahr. Das Gesamtergebnis der Studie lässt nichts Gutes für die Zukunft ahnen, denn selbst die Forscher waren von diesem ebenso überrascht als auch erschrocken.

So konnte dokumentiert werden, dass Kinder, die bereits im Kleinkindalter einen hohen und regelmäßigen Fernsehkonsum erfahren hatten, später sowohl kognitiv als auch schulisch erhebliche Beeinträchtigungen aufweisen. Jede einzelne Stunde, die ein Kleinkind am Tag mit Teletubbies und Co. verbringt, wirkt sich langfristig negativ auf die gesamte Entwicklung aus. Hierbei finden sich Folgen der mathematischen schulischen Leistungen ebenso als auch hinsichtlich eines schulischen Engagements oder im Umgang mit anderen Kindern. Auffallend häufig werden Kinder mit einem frühkindlichen Fernsehkonsum zu Mobbing-Opfern, greifen öfters zu Süßigkeiten und Junk-Food, sowie zeigen eine hohe Inaktivität im gesamten Alltag auf. Im Allgemeinen konnten die Wissenschaftler feststellen, dass gerade im Bezug auf die physischen Aktivitäten der Kinder, unter der Woche eine Abnahme von rund 10% und an den Wochenenden von circa 13% vorhanden ist. Als wäre das noch nicht erschreckend genug, konnte zudem dokumentiert werden, dass Vielseher-Kinder mehr als 5% an einem Mehr an Gewicht aufzeigen und sich diese derart eingeschlichenen Gewohnheiten selbst anhaltende Wirkungen bis in das Erwachsenenalter auslösen.

Kanadische Studienergebnisse und ihre Übertragung auf Kleinkinder in Deutschland

Diese Studienergebnisse aus Kanada lassen sich im Übrigen problemlos auf die Zustände hier im Land übertragen, denn schon seit längerer Zeit schlagen Experten im Land Alarm, welche negativen Auswirkungen ein kindlicher Fernsehkonsum zutage befördert. Lehrer erleben es täglich, dass Kinder, die bereits vor dem Unterricht die ersten Fernsehstunden als Tagesstart erfahren, im Unterricht unkonzentriert, abwesend und desinteressiert sind. Der Grund ist leicht nachzuvollziehen. So sind die Kinder mit ihren Gedanken noch bei den verschiedenen „Kindersendungen“ und lösen sich nur ungern von den anregenden laufenden Bildern. Das hierbei Mathematik, Deutsch oder Biologie nicht das Highlight sind, lässt sich aus kindlicher Sicht betrachtet durchaus verstehen. Allerdings zeigen sich die nachhaltigen negativen Seiten des Fernsehkonsums auch außerhalb der Schule, so beispielsweise darin, dass Fernsehkinder einen Mangel an Fantasie aufweisen, Bücher allenfalls im Regal verstauben lassen und die in früheren Zeiten, folglich vor einigen Jahrzehnten, beliebten außerhäuslichen Aktivitäten mit Gleichaltrigen deutlich vernachlässigen. Auch greift ein weiterer negativer Faktor ein, denn aufgrund eines Bewegungsmangels fehlt es den Kindern an motorischen Fähigkeiten, die zu einer höheren Unfallgefahr beitragen.

Angesichts der Ergebnisse und der aus vorangegangenen Studien dokumentierten Daten, empfehlen die Experten Eltern dringend, den frühkindlichen Fernsehkonsum sehr stark zu begrenzen und sinnvollerweise mit ihren Kindern gemeinsame Aktivitäten den Vorzug zu geben. Ob man sich mit den Kindern in der freien Natur bewegt oder auch gemeinsam bastelt, liest, tobt und spielt – all diesen Aktivitäten ist eines gemeinsam: Für die körperliche, seelische, geistige und soziale Entwicklung eines Kindes sind derartige Beschäftigungen und Unternehmungen um ein Vielfaches gesünder und wertvoller, als es jede Kindersendung im Fernsehen sein kann. Dass bei einem stark eingeschränkten Fernsehkonsum zudem das kindliche Denken weitaus mehr angeregt wird als beim Konsumieren von „oh, oh“ und „winke, winke“, sowie die Manipulation aus der Werbebranche besser unterbunden werden kann, sei bei diesem Thema nur am Rande erwähnt.

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