Dienstag , 21 Mai 2019
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Noch ein Wort zu BILD und „Wir sind Helden“

wellmanns_wilde_wochenSozusagen ein Nebenstrang der Deutschland weiten Plagiateritis fand in der letzten Woche gleichermaßen statt, bzw. sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Und in Zeiten in denen Köche Fernsehstars geworden sind ist es geradezu bezeichnend, dass es der Koch ist, der sich in der Talkshow (siehe Video am Artikelende), in der auch die Sängerin der Band „Wir sind Helden“, Judith Holofernes, am Freitag zu Gast war, nicht nur die ganze Zeit Stirn runzelnd zeigt, sondern dann auch sehr kritisch fragt, ob es denn nicht auch sehr „tricky“ sei, was die liebe Judith mit ihrer Absage an die BILD gemacht hat. Denn immerhin geht es ja für die Band auch um die Promotion ihres neuen Albums.

Das mich dies dazu anhält wieder über ein persönliches Gefühl, anstatt über Fakten zu schreiben ist vielleicht auch bezeichnend, vielleicht aber auch nur Ausdruck dieser außerordentlich emotionalen letzten Tage. Denn ich weiß nur zu gut, was es bedeutet, spontan und impulsiv seinen Unmut im Internet zu äußern und erst viel später mit den Folgen dessen konfrontiert zu sein. Und so habe ich auch das Gefühl, dass es tatsächlich ein spontanes Gefühl war, das die Berliner Sängerin dazu trieb ihren Unmut öffentlich, auf der Band Webseite zu äußern.

Bei längerem Überlegen sage ich sogar: Selbst wenn es geplant war, was es nun geworden ist, nämlich großartige Werbung für das neue Album der Band, dann wäre ich sicher, Sunzi würde in seinem Grab vor Freude Polka tanzen. Denn ein „Machtinstrument“ wie das unsägliche Schmierenblatt mit seinen eigenen Waffen zu schlagen, kann man in der „Kunst des Krieges“ nur als hervorragend bezeichnen.

Und wenn man bedenkt was wir kleinen Internetschreiber tun müssen, um nur einige Leute auf die Straße zu bekommen, oder überhaupt Aufmerksamkeit für das Hinterfragen zu erhalten, während die BILD mit einer Schlagzeile Millionen blinder Schafe zum Hinterherlaufen bewegen kann, ist es nicht nur legitim, sondern verdammt erforderlich dies in aller Öffentlichkeit zu tun. Der Vorwurf des Kochs, Judith Holofernes hätte doch im Stillen antworten können, kann also irgendwie nur von jemandem kommen, der vergrätzt darüber ist, dass man ihn noch nicht gefragt hat an der Kampagne der Mitläufer teilzunehmen.

Ich kenne die Mitglieder der Band „Wir sind Helden“ nicht persönlich, obwohl gerade ihre Sängerin in Berlin, nur ein paar Meter von mir entfernt geboren und aufgewachsen ist. Dafür kenne ich aber einige der heute „großen Stars“, die sich für die BILD prostituieren, sehr gut, denn ich habe noch vor ein paar Jahren gemeinsam mit ihnen auf der Bühne gestanden, habe in kleinen Käffern mit ihnen zusammen Mix-Shows organisiert und habe manche nicht nur Kollegen, sondern Freunde genannt.

Und in keinster Weise missgönne ich irgendeinem von ihnen ihren Erfolg, denn ich weiß was für ein Knochenjob es ist, den die jeden Tag machen. Was ich aber so überhaupt nicht verstehen kann, mich beschämt und zutiefst traurig macht, ist die Tatsache, dass diese Menschen alles tun um sich ihre Prominenz zu erhalten, diese aber in keinster Weise dazu gebrauchen um Menschen denen es schlechter geht zu helfen, oder auf Ungerechtigkeiten hinzuweisen.

Wenn sich da also so ein Köchlein hinsetzt und einer Band, die sich durch ihr Können und nicht durch Beziehungen und Fürsprache von Latenight-Gurus in den kommerziellen Bereich gebracht hat und dazu weiterhin ihrem kritischen Image treu bleibt, einen Promotion-Schachzug vorwirft, dann ist daran irgendwas sehr schräg.

Das Problem mit dem Berühmt sein ist ja vor allem eines: Wenn man es erst mal ist, dann plagt einen Tag und Nacht die Frage was man tun muss, um es auch zu bleiben. Und allzu oft geht hierbei jede Menschlichkeit verloren. Schade an sich.

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