Mittwoch , 19 Februar 2020
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Terror bei RTL! Explosionen im Dschungelcamp!

dschungelcamp_tag4Es ist so ekelhaft! Und dann noch diese Dschungelprüfung. Auch als positivst denkender Mensch hat man es nicht leicht, wenn man das verfolgt, was RTL einem da unter dem Überbegriff Unterhaltung kredenzt. Der vierte Tag des Dschungelcamps ist absolviert und mein Plan, dieses „Event“ zu einem Selbstversuch zu benutzen, gerät mehr und mehr ins Wanken. Ich gestehe ich hätte nicht gedacht dass mich diese Sendung so schnell weichkocht. Es besteht also keine Gefahr, dass ich mich vom Privatfernsehen anstecken lasse, der Ausstieg ist deutlich näher als die feindliche Übernahme. Doch wie immer zuerst das elementar Wichtigste im Telegramm-Stil:

Fakten zu Tag 4: Dschungelprüfung: Ekelhaftes Zeug essen ++ Dschungelprüflinge: Sarah & Jay ++ Erkotzte Sterne: 9 von 11 (Jay: 6 – Sarah: 3) ++ Neuer Teamchef: Gitta ++ Morgen zur Dschungelprüfung: Sarah ++ Spruch des Tages: „Ich scheiß auf alles“ (geliefert von Sarah)

Was hinter den Kulissen, beziehungsweise den Bäumen im Dschungel passiert weiß man natürlich nicht. Dank der ausgeklügelten Kamerapositionen ist es für den Zuschauer schlicht unmöglich etwas davon zu sehen was in unmittelbarer Nähe des Camps geschieht oder wie es dort aussieht. Daher kann ich nicht ausschließen, dass RTL dort ein Sprechzimmerchen eingerichtet hat, in dem täglich neu über die an die Verzweifelten zu bezahlende Gage, nein, nennen wir es lieber Notopfer, verhandelt wird. Es geht zwar das Gerücht, jeder der nur im RTL-Jargon sogenannten „Stars“ bekäme 50.000 € für die Zeit in freiwilliger Vollverhorstung, aber das mag ich irgendwie nicht glauben. Eher vermute ich, dass 500 € im Raum stehen und nur durch besonderes Engagement während der Show oder der Drohung das Camp „freiwillig zu verlassen“ noch ein paar Bonus-Hunderter den Besitzer wechseln. Unter uns gesagt, finde ich selbst fünf „große Grüne“ pro Person für deutlich übertrieben, aber es geht ja schließlich um Bedürftige, also Schwamm drüber. Und das Geld wird nicht aus GEZ-Mitteln finanziert, was ich als positiven Punkt Nummer 1 anmerken möchte.

Auf jeden Fall könnte die eben aufgestellte Theorie der Grund dafür sein, warum eine 24-jährige 10-Meter-geradeaus-Geherin – in Fach- und GNTM-Fan-Kreisen Model genannt – dafür sorgt, dass sie nach bereits vier Tagen Dschungel den Rest ihres Lebens versaut hat, nur um die Kasse noch ein bisschen aufzubessern. Heute hat sie zudem allen Anwesenden glaubhaft versichert, dass sie das Camp gleich verlassen wird, konnte aber selbst durch einen liebenvollen Chorgesang ihrer Mitbewohner nicht davon überzeugt werden, wenigstens diese eigene Entscheidung durchzuziehen. Kurz gesagt, es war mal wieder warme Luft. Sie bleibt natürlich. Schade um das „schöne“ Abschiedslied.

Laut Quotenbarometer sind es täglich immerhin knappe 5,5 Millionen Zuschauer, die Sarahs Peinlichkeiten, ich vermeide bewusst das Wort „Dummheit“, und das Nichtvorhandensein der anderen zehn Lagerinsassen quasi live erleben und sich zumindest die nächsten 20 Jahre das Maul darüber zerreißen sollten. Sofern es RTL nicht gelingt noch jemand Blöderen zu finden, der diese „Leistung“ toppt. Aber das halte ich momentan für ziemlich ausgeschlossen. Kommen wir daher zum positiven Punkt Nummer 2: Von dieser Schnepfe wird man schon in Kürze nie mehr etwas hören, sehen oder lesen, was allerdings vor der Show auch schon nicht anders war. Ihr Leben ändert sich also nicht großartig. Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: „Acervus iacta est“, wie der Lateiner sagt. Frei übersetzt „Der Haufen ist gefallen“ oder in RTL-Zuschauersprache: Sarah hat gekackt! Endlich! Die Nation kann aufatmen und die Ausrede mit der Verstopfung ist hiermit vorerst passé und in ihrem „Markenzeichen“ aus der Vordschungelzeit, dem Spruch „Zack die Bohne“ muss das „Z“ nun gegen ein „K“ ausgetauscht werden!

Meine heutigen Hut ziehe ich vor Jay, der im echten Leben übrigens Mitglied der überaus weltbekannten und unwahrscheinlich erfolgreichen Band „US5“ ist, deren letzte Single aus dem Jahr 2009 datiert und weder in Deutschland, Österreich, der Schweiz noch in England eine Chart-Platzierung erreicht hat. Mein Sarkasmus geht sicher relativ weit, aber für diese Leistung gibt es natürlich keinen „Hut-Lüpfer“, sondern für die Tatsache, dass er sich soweit im Griff hatte, seine Dschungelprüfungskollegin nicht im angrenzenden Bach zu ertränken, als diese nach der Prüfung mit anschließender Retournage der Köstlichkeiten – aus Pietätsgründen verzichte ich auf Details – die Jay sich im Verlaufe derselben einverleibt hat, von einem Schulterklopfen unterstützt zum Besten gab, dass er das gut gemacht hätte, aber ihre Prüfung gestern ja wesentlich härter gewesen sei. Wir erinnern uns, sie hat nach gut einer Minute ohne nennenswerten Grund das Handtuch geworfen. Ich selbst bin erklärter Pazifist, hätte aber keine Hundertstelsekunde gezögert, dem Leid ein Ende zu setzen! Ich bin sicher, ein guter Anwalt und der Videobeweis hätten einen lupenreinen Freispruch wegen einer bewiesenen Affekthandlung herausgeholt!

Meine Erkenntnis des Tages: Ich muss unbedingt noch positiver denken!

Zu meinem persönlichen Befinden: Ich habe mir heute einen großen Beutel Studentenfutter gekauft, den ich zur Unterstützung der Gehirntätigkeit jetzt während der Sendungen wegknabbern werde. Mein gestriger Versuch mich mit Werken von Marcel Proust abzulenken ist leider kläglich gescheitert, ich werde daher heute ein paar Stufen nach unten klettern und ein altes Micky Maus Heft durchblättern. Anspruchsvoller als „Ich bin ein Star! Holt mir hier raus“ ist das allemal.

Ich „freue“ mich ungemein auf Tag 5 und werde an gewohnter Stelle darüber berichten. Bis dahin eine gute und RTL-freie Zeit!

Für alle Leser die es bis hierhin geschafft haben, gibt es heute noch ein paar Bonus-Tracks, allesamt Zitate der unsäglichen Sarah. Mit dabei auch die Auflösung der Überschrift.

Als Begründung für ihren Plan das Camp zu verlassen:

„Ich will nicht krank werden. Ich hab keinen Bock irgendwelche Explosionen in meinem Körper zu haben.“
“…und ich irgendwelche schwierigen Krankheiten hier aus dem Camp mitnehme“
„Ich bin nicht die Schublade, in der mich viele Leute sehen!“

Zu Klärung der Spielregeln vor der Dschungelprüfung an Dr. Bob:

„What happens when we break?“

Was bisher geschah erfahren sie hier:

Prolog
Tag 1
Tag 2
Tag 3

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