Dienstag , 29 September 2020
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Die härteste Dschungelprüfung aller Zeiten – Auch für Autoren!

dschungelcamp_tag3Das Positive gleich vorneweg, heute hat die Sendung „Ich bin ein Star, holt mich hier raus“ genau 60 Minuten gedauert, also keine zusätzlich verschenkte Lebenszeit, im Gegensatz zu gestern, als RTL mich 30 Extra-Minuten auf der Couch festgetackert hat. Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal für so eine Tatsache dankbar sein würde, schon gar nicht als mir die Idee kam das Dschungelcamp täglich live zu verfolgen und darüber zu berichten. Allerdings gestehe ich, eben selbst noch einmal hier nachgelesen zu haben, warum ich mir das Alles antue. Aber wie immer zu Beginn erst einmal die nackten Tatsachen:

Fakten zu Tag 2: Dschungelprüfung: Durch ein Tunnelsystem krabbeln ++ Dschungelprüfling: Sarah ++ Erlegte Sterne: 0 (in Worten: null) von 11 ++ Neuer Teamchef: Jay ++ Morgen zur Dschungelprüfung: Sarah und Jay ++ Spruch des Tages: „Ich hatte die härteste Dschungelprüfung aller Zeiten“ (geliefert von Sarah)

Dass die Überschrift dem Spruch des Tages entnommen wurde kommt nicht von ungefähr. Psycho-Model Sarah agierte beim Spiel ums Essen nämlich getreu dem Motto „Geben ist seliger denn Nehmen“ und gab die Dschungelprüfung schon nach der ersten mit Kakerlaken angereicherten Dusche wegen Atemproblemen auf. Dr. Bob, der einzige Sympathieträger der Veranstaltung, musste eingreifen und die Delinquentin beruhigen. Allerdings meinte er zu ihr, sie solle doch Deutsch sprechen, als sie ihm auf Englisch von ihrer zumindest „lebensbedrohlichen“ Lage erzählte. Für mich klang das ein bisschen nach „Mir isses wurscht, aber vielleicht interessiert‘s ja die Zuschauer“. Wie gesagt, ich mag Dr. Bob!

Null Sterne und ein vollkommen fertiges Häuflein Elend gehen also in die Geschichtsbücher ein. Es ist aber auch sowas von gemein, ausgerechnet ihr die „härteste Dschungelprüfung aller Zeiten“ aufzuerlegen. Diese Aussage hat sie gefühlte 30 Mal von sich gegeben, in der Regel vollkommen ungefragt und die meisten Wiederholungen waren mit Schluchzern und Tränen untermauert. Als ob der australische Boden in jüngster Vergangenheit nicht schon genug Feuchtigkeit abbekommen hätte.

Dabei gab sie sich vor der Anreise auf den 5. Kontinent noch so zuversichtlich, als sie den Interviewern des ausstrahlenden Senders in den Notizblock diktierte: „Sicherlich wird im Dschungel viel Ekliges dabei sein, aber ich habe aus allen Herausforderungen immer meine Stärken gezogen.“ (aus der RTL Presseinfo) Damit dürfte dann wohl auch klar sein, warum sie so unglaublich stark ist und nur 50% des Tages mit verheulten Augen herumläuft. Ich ernenne das zu laute Wasserstoffblondchen deshalb hiermit offiziell zur „VerSarahgerin des Jahres“ und wette eine halbe Flasche Klosterfrau Melissengeist, dass sie diesen Titel bis zum Ende behalten wird. Der Fairness halber sei erwähnt, dass sie natürlich nicht selbst schuld ist an ihrem Scheitern, denn schließlich leidet sie unter einer unfassbar schlimmen und wahrscheinlich durch Nichts und Niemanden jemals wieder heilbaren VERSTOPFUNG, weshalb das böse „S“-Wort auch multiple Male zum Einsatz kam. Ich weiß nicht genau wie lange es bei mir dauern wird, bis ich die, mit einer mystischen Nachtkamera eingefangenen, Diskussions-Szenen vor dem Waldscheißhaus wieder vergessen kann. Besonders der Satz „Ich hab Angst vor der Toilette“ hat sich tief eingebrannt. Verdammte Scheiße!

Wer sich an dieser Stelle fragt, warum eigentlich immer nur diese unwichtige Sarah Erwähnung findet, dem möchte ich hier die drei möglichen Gründe nennen. Zum ersten sind auch alle anderen „Camper“ unwichtig, da ist es vollkommen egal über wen man sich auslässt! Grund Nummer zwei ist wohl der, dass der Regisseur der Sendung entweder beschlossen hat Sarahs nicht vorhandenen Ruf zu ruinieren und deswegen 80 Prozent der Sendung mit ihren Szenen vollpackt, oder alle anderen zehn Kandidaten schlicht und ergreifend nichts zur niveaulosen Unterhaltung des via Telefonvoting zahlenden Zuschauers beitragen können oder wollen. Grund Nummer drei mag unter Umständen der sein, dass ich während dieser Sendung erstmals über den Sinn des Lebens nachgedacht habe und das ein oder andere eventuell an mir vorbeigegangen ist. Nein liebe Leser, es geht nicht um mein Leben, dessen Sinn ich in Frage stelle, sondern das der RTL Zuschauer, die sich diesen hundsmiserablen, menschenunwürdigen, unbeschreiblichen, unterirdischen Bockmist tagtäglich auf rein freiwilliger Basis reinziehen – zur Unterhaltung! Ich bin allerdings nicht zu einer Lösung der Frage gelangt, aber dazu habe ich ja noch weitere zwei Wochen Zeit.

Mein persönliche Erkenntnis zu Tag 3: Das Projekt wird kein Spaziergang!

Mein körperliches Befinden ist heute ein bisschen angeschlagen. Bereits eine Stunde vor der Sendung haben sich leichte Kopfschmerzen eingestellt, die ich allerdings weitestgehend in den Griff bekommen habe. Werde beobachten ob das in den kommenden Tagen häufiger auftritt und als körperliche Präventiv-Abwehrreaktion zu bewerten ist.

Als Kontrastprogramm werde ich nun zu einem frühen Werk von Marcel Proust greifen, in Originalsprache versteht sich! Wir lesen uns dann morgen wieder, bis dahin eine gute und RTL-freie Zeit!

Was bisher geschah lesen sie hier:

Tag 1
Tag 2

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