Mittwoch , 21 August 2019
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Modern: Dämmen mit Brandbeschleuniger!

polystyrolWie wir alle mitbekommen haben, ist es derzeit total angesagt, seine Behausung mit Dämmstoffen aller Arten zu isolieren. Selbiges wird gar von der Europäischen Union mittels diverser Subventionen gefördert und für gut verkauft. So begann vor gar nicht allzu langer Zeit der große Run auf die Dämmstoffe wie Glas- oder Mineralwolle. Aber eben auch auf Dinge aus der Kunststofffraktion – also der künstlichen Art, wie zum Beispiel Polystyrol.

Die Älteren unter uns kennen diesen Baustoff sicherlich noch unter dem einprägsamen Namen Styropor. Das ist dieses weiße Zeug, was mittlerweile sogar schon in Blumenerde gesichtet wurde. Dabei handelt es sich im Prinzip um in Wasserdampf aufgeschäumten Kunststoff. In diesem Verfahren werden kleine Polystyrolpartikel erhitzt. Dabei quellen sie auf und binden die Luft aus dem zur Erwärmung verwendeten Wasserdampf. Anschließend wird das Material in verschieden große Blöcke geformt, gepresst, brandhemmend beschichtet und geschnitten.

Die Problematik des Isoliermaterials Polystyrol ergibt sich aus der brandfördernden Wirkung ab einer gewissen Temperatur. Ich habe nicht nachgemessen, der Leser mag Milde walten lassen. Doch wer als kleiner Bengel nach dem Hype des Osterfeuers an der Restglut mit damals noch verschwenderisch vorhandenen Plastiktüten umwickelte Haselstöckchen entzündete, der konnte beobachten, dass auch dieser Kunststoff erst zögerlich schmorte, dann brannte und danach gaste und tropfte.

Viele Mieterschutzorganisationen beklagen einen bundesweiten Hang zur Schimmelbildung in mit Polystyrol sanierten Mehrfamilienhäusern. Sei es nun wegen der mangelnden Durchlüftung, einer fehlenden Lüftungsanlage oder anderen Unwägsamkeiten. Alle unsere Leser wohnen hoffentlich aufgrund ihres Kenntnisstandes wohl nicht in derartigen Bauten oder sind bereits auf der Flucht vor dem Schimmel, dem Schwarzen, welcher ja bekanntlich nur in unbekannter Zubereitung zu genießen sein soll.

Aber mal ehrlich; waren denn die Baumeister der früheren Zeiten (egal welcher) wirklich solche Deppen? Oder gibt es die Frage schon seit jeher die da lautet: Wie bekomme ich die Menschen möglichst schnell dazu, in absoluten Schwachsinn zu investieren?

Der Gedanke mag sacken, währenddessen ich hier weiter schreibe und auf den Punkt komme, welcher die der ganzen Sache zugrunde liegende Frage in den Raum stellt: Warum wohnen wir nicht natürlich? Ist das so ineffizient, das niemand Selbiges in Erwägung ziehen möchte? Ich will nicht physikalisch werden, geschweige denn mit K-Werten um mich werfen, dieses können andere machen und damit unter der nicht geschützten Berufsbezeichnung des “Energieberaters” reich werden.

Meiner Meinung nach ist Kunststoff oder Plastik, PETN, PPP usw. schlecht für uns alle, da diese auf Erdöl basierenden Stoffe von uns zwar (noch) aus Kostengründen gern genutzt werden aber im Gegensatz zu natürlichen Islolationsmaterialien wie beispielsweise Stroh und Lehm in der Umweltbilanz jämmerlich versagen und wie bereits erwähnt und hier zu sehen eher zur Gefahr werden als uns zu nutzen. Einerseits ist wie bereits erwähnt die brandbeschleunigende Wirkung nicht zu verachten und andererseits ist die Anwendung in Mietskasernen und Mehrfamilienhäusern durchaus bedenklich.

Die Ameisen, die Vögel, die Regenwürmer und noch so manch anderes Getier sind auch in der Lage, sich durchaus umweltkonform zu verhalten. Wieso wir nicht?

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