Mittwoch , 17 Juli 2019
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Und schon wieder eine Terror-Warnung

inspireDieses Mal bezieht sich die Warnung vor neuen Terror-Anschlägen auf einen Aufruf von keiner geringeren Organisation als Al-Kaida selbst. „Operation Blutsturz“ (Operation Hemorrhage) wird eine geplante Serie von Tausenden von kleinen Angriffen genannt. Und wie verbreitet sich die Botschaft? Durch Al-Kaidas eigene Zeitschrift, namens Inspire. In der dritten Ausgabe des, seit Juli dieses Jahres erscheinenden, Magazins wird zu kostengünstigen Kleinanschlägen aufgerufen. Die Mittel scheinen knapper zu werden. Mit Stolz wird darauf verwiesen, dass die beiden Bomben für die Synagogen in Chicago nicht mehr als $ 4.200 an Kosten verursacht haben sollen.

Zum Glück sind die Bomben, die Ende Oktober von Jemen nach Chicago geschickt wurden, genauso wenig explodiert wie die für Deutschland bestimmte Attrappe. Trotzdem verweist das Inspire-Magazin auf die niedrigen Kosten. Es scheint somit, als würde Al-Kaida nicht mehr unbedingt auf die Medienwirksamkeit ihrer Anschläge achten. Die „Strategie der tausend Schnitte“ soll die amerikanische Wirtschaft lahm legen. Neben den Schäden durch eine Vielzahl kleinerer Angriffe soll Angst verbreitet werden. So wie das Terrornetzwerk namens Al-Kaida von den Medien dargestellt wird, lauern ab nun hinter jeder Ecke gefahren.

Selbstverständlich haben die Sicherheitskräfte endlich auch wieder mehr Anlass für Kontrollen – und zwar nicht nur auf Flughäfen, denn die Drohung bezieht sich ja auf praktisch jede Gelegenheit im Alltag. Weil es, zumindest in Amerika, als „politisch inkorrekt“ gilt, Überprüfungen rassenspezifisch durchzuführen, haben sich solche natürlich auf alle Bürger zu beziehen und nicht nur diejenigen, die ihrem Aussehen nach als mögliche islamistische Terroristen einzuschätzen wären.

Ist wirklich anzunehmen, dass hinter dem Inspire-Magazin Bin-Ladens Terroristen-Netzwerk stecken könnte? Max Fisher, Autor des im Jahr 1857 gegründeten Magazins The Atlanctic, erkannte nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe im Juli 2010 fünf Gründe, die gegen eine Authentizität sprechen:

1.      Bin Laden und Zawahiri, der sich selbst um die Herausgabe kümmern soll, verhalten sich ansonsten wesentlich zurückhaltender.

2.      Die verwendete Sprache, etwa: „Bau eine Bombe in der Küche deiner Mutter“, vergleicht er eher mit einer Selbst-Parodie.

3.      Die erste Ausgabe enthält einen Aufsatz von Abu Mu’sab al-Suri, der sich seit dem Jahr 2005 in Gewahrsam der CIA befindet.

4.      Die online verfügbare PDF-Version führt zu Problemen beim Herunterladen und soll nebenbei mit einem Trojan-Virus versehen sein. Diesbezüglich schließt Fisher sogar aus, dass der amerikanische Geheimdienst hinter der Fälschung stecken könnte, denn diesem stünden Viren zur Verfügung, die nicht so leicht zu entdecken wären.

5.      Selbst pro-terroristische Webseiten und Foren zweifeln an der Echtheit.

Nun, Hauptsache ist, dass es weiterhin Anlass gibt, an die Gefahr des Terrorismus zu erinnern. Wenn sich Bin Laden schon nicht finden lässt, dann muss er doch irgendwie aktiv sein. Staatsautoritäten dürfen zu schärferen Maßnahmen greifen. Vom katastrophalen Zustand der Wirtschaft lässt sich ablenken. Und gleichzeitig lässt sich frisches Misstrauen gegen Muselmanen schüren.

Als wirklich ernstzunehmende Gefahr lässt sich aber trotzdem die Möglichkeit nicht ausschließen, dass sich hier und dort ein paar Spinner finden, die gerne Al-Kaida angehören würden, die dem Aufruf, wer immer ihn erdacht haben könnte, auch wirklich folgen. Sollte dieser Fall eintreten, hätte jene Gruppe, die den sogenannten „Krieg gegen Terrorismus“ befürwortet, eine neue Bestätigung zur Hand, ohne sich selbst die Hände schmutzig gemacht zu haben.

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