Freitag , 2 Dezember 2016
Startseite » Wissen » Gesundheit-Wissen » Wer länger raucht ist früher tot!
wer raucht stirbt eher

Wer länger raucht ist früher tot!

Rauchen galt lange als verzeihliches Laster. Die Tabakindustrie tat über Jahrzehnte ungehindert ihr Bestes, das Rauchen als zeitgemäß und cool darzustellen. Eine Generation von Rauchern löste die nächste ab. Und wenn man heute durch manche Innenstädte läuft, könnte man meinen, daran habe sich nichts geändert.

Dabei gibt es in Deutschland und anderen Ländern schon lange massive Kampagnen gegen das Rauchen. Trotzdem stirbt alle sechs Sekunden weltweit ein Mensch an den Folgen des Rauchens. Diese alarmierende Tatsache sollte alle wachrütteln, die die Gefahr des Tabakkonsums immer noch verharmlosen.

Forderung nach dauerhaften Maßnahmen

Die „World Lung Foundation“ publizierte in Frühjahr 2015 den Tabak-Atlas. Neben der traurigen Tatsache, dass aller sechs Sekunden ein Mensch am Tabakkonsum stirbt, wird hier das Rauchen in aller Deutlichkeit als Epidemie bezeichnet, die es massiv zu bekämpfen gilt. Die Foundation fordert „massive und dauerhafte Maßnahmen“ im Kampf gegen das Rauchen. Es gehe nicht nur um die Gesundheit des Einzelnen, sondern auch um den Wohlstand der Nationen. Das Rauchen sei eine Seuche beziehungsweise eine Massenerkrankung. Die Weltgesundheitsorganisation WHO erkennt die Nikotinsucht als Krankheit an. Bloß in den Köpfen der breiten Bevölkerung gilt sie immer noch als dumme, aber verzeihliche Gewohnheit. Obwohl die Werbeplattformen für Zigaretten und Tabak schon arg eingeschränkt wurden, zieren immer noch übergroße Plakate die zentralen Plätze. Gern wird mit persönlicher Freiheit geworben. Dabei ist der abhängige Raucher alles andere als frei. Mit welchen widerlichen Methoden die Abhängigkeit von der Tabakindustrie bewusst herbeigeführt wird, erfahren Sie im Folgenden.

Sechs Millionen tote Raucher in jedem Jahr

Sechs Millionen Menschen sterben jährlich weltweit an den Folgen des Tabakkonsums. Davon waren fünf Millionen selbst Raucher. Eine Millionen Menschen erliegen hingegen den Folgen des Passivrauchens. Allein im 20. Jahrhundert starben hundert Millionen Menschen frühzeitig an den Folgen des Rauchens. Wenn das Rauchverhalten so ungebremst weitergeht, kann der Rauchertod von einer Milliarden Menschen für das 21. Jahrhundert prognostiziert werden. Jeder zweite Raucher der heute etwa 1,1 Milliarden wird letztlich an den Folgen seiner Sucht zugrunde gehen. Der frühe Rauchertod ereilt die meisten zwischen 35 und 69 Jahren. Helmut Schmidt muss hier ganz klar als Ausnahme wahrgenommen werden. Ein solch hohes Alter erreicht der Großteil der Raucher nicht. Und das Verrückte ist, dass den meisten Rauchern bewußt ist, was sie sich antun. Seit einigen Jahren wird das ja auch bildhaft und schriftlich auf jeder Zigarettenschachtel verdeutlicht.

gesundheitliche Probleme durch Rauchen

Körperliche und seelische Beschwerden

Zähne und Fingerkuppen verfärben sich gelb, die Haut ist fahl und grau und man hat ständig einen schlechten Geschmack im Mund. Doch das sind nur die geringsten Probleme. Man ist kurzatmig und müde, fühlt sich insgesamt nicht gut. Das können schon die Symptome schwerwiegenderer Folgen des Rauchens sein. Oft sind die die Cholesterin- und Blutfettwerte erhöht, weil die Blutgefäße im Körper entzündet sind. Das Risiko, an einem Diabetes zu erkranken, steigt ebenfalls, weil die Bauchspeicheldrüse ständig stimuliert wird. Das gesamte Herz-Kreislauf-System wird geschädigt, weil sich die Blutgefäße verengen und sich der Herzschlag infolge erhöht. Und natürlich steigt das Krebsrisiko. Insgesamt sind es sechs der acht weltweit häufigsten Todesursachen, die durch das Rauchen massiv begünstigt werden. Diese sind Lungen-, Luftröhren- und Bronchienkrebs, Schlaganfall, Herzinfarkt, Lungenentzündung, Lungenemphysem und Tuberkulose. Auch psychisch leidet der Raucher, weil er selbst über seine Sucht unglücklich ist.

Nicht nur der Tabak macht abhängig

Leider ist Tabak nicht das Einzige, was einem mit der Zigarette verabreicht wird. Der Tabak selbst ist genetisch manipuliert und mit Pestiziden verseucht. Beim Rauchen werden um die 5.000 chemische Verbindungen freigesetzt, die teilweise krebserregend und giftig sind. Es entsteht Teer, das die Flimmerhärchen in der Lunge verklebt und in den Blutkreislauf eindringt. Der sogenannte Raucherhusten ist Anzeichen für eine chronische Bronchitis. Wer täglich etwa zehn Zigaretten raucht, atmet innerhalb von zehn Jahren rund 500 Gramm Teer ein. Im Tabakrauch befinden sich weiterhin Schwermetalle, Kunststoff, Formaldehyd, Phenole und Arsen. Vor all diesen Stoffen nimmt sich normalerweise jeder vernünftige Mensch in acht. Hinzu kommt das Kohlenmonoxid. Es besetzt die roten Blutkörperchen, die eigentlich den Sauerstoff transportieren sollen. Es kommt zu einer dauerhaften Unterversorgung. Es werden in den Arterien vermehrt Zellen gebildet, um Sauerstoff aufnehmen zu können. Folge ist die Arterienverkalkung, die oben genannte tödliche Krankheiten nach sich zieht.

Ein starkes Nervengift: Nikotin

Nikotin, benannt nach seinem Entdecker, dem französischen Gelehrten Jean Nicot, ist ein starkes Nervengift. Bei oraler Einnahme würde es tödlich wirken. Es wirkt verheerend auf Körper und Gehirn. Beim Inhalieren erreicht es in kurzer Zeit das Belohnungszentrum des Gehirns. Die sogenannten Glückshormone Adrenalin, Serotonin und Dopamin werden ausgeschüttet. Die Durchblutung, Aufmerksamkeit und Konzentration erhöht sich erst einmal. Stress und Hungergefühl werden gedämpft. Man fühlt sich entspannt. Doch das Nikotin wird rasant schnell wieder abgebaut. Eine neue Dosis muss her. Als Raucher kennen Sie diesen Mechanismus nur zu gut. Ist keine Zigarette in Aussicht, stellen sich Entzugserscheinungen ein. Man schwitzt, wird nervös und fühlt sich leer. Je länger man raucht, um so mehr Nikotin verlangt das Gehirn. Die Tabakindustrie setzt den Zigaretten Ammoniumverbindungen zu, die die Nikotinaufnahme erleichtern und damit das Suchtpotential noch erhöhen. Klebstoffe und Aromen sorgen für Konsistenz und Geschmack. Obwohl die erlaubten Zusatzstoffe immer mehr reglementiert werden, findet die Tabakindustrie Mittel und Wege, ihre Produkte an den Mann zu bringen.

Nikotin: Todbringender Rauch – Welt der Wunder

Bildernachweis:
Titelbild – Urheber: ra2studio / 123RF Lizenzfreie Bilder
Stop Smoking – Urheber: artiomp / 123RF Lizenzfreie Bilder

Check Also

Junge im Rollstuhl

Der Duogynon-Skandal: An Risiken und Nebenwirkungen – will niemand schuld sein

Inhaltsverzeichnis1 Zwischen Ohnmacht und Wut2 Vertuscht und todgeschwiegen3 Trifft die Ärzte eine Mitschuld?4 Schweigen statt …