Montag , 30 Mai 2016
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Unser Geldsystem steht im Widerspruch zur Grundregel „Du sollst nicht stehlen“

welt_in_haendenEs wird immer klarer: Wir müssen schon aus ethisch-moralischen Gründen dringend unser Geldsystem auf andere Füße stellen. Aber nicht nur dieses. Es geht auch um die gerechte Verteilung der Ressourcen unserer Erde. Wie komme ich zu dieser Überzeugung? Auf der ganzen Welt haben sich Grundregeln des Lebens durchgesetzt, die für einen vertrauensvollen Umgang miteinander und damit für ein angstfreies Leben sorgen. Überall auf der Welt bemerken WIR Menschen zunehmend, dass an diesen Grundfesten stark gerüttelt wird. Die Menge der Krisen als auch die zunehmend krank werdende Gesellschaft sind eindeutige Indizien, dass die inneren Kräfte, die unsere Gemeinschaften zusammenhalten, zerbrechen.

Auf der anderen Seite sind durch die weltweiten Proteste deutlich die Gefühle der Menschen zu erkennen, dass wir uns bewegen müssen, um den Trend der gesellschaftlichen Zerstörung wieder umzukehren. Ein besonders dringliches Problem ist unser Geldsystem, das die Gier in unsere Welt gebracht hat, und das in den letzten Jahren immer ungezügelter dafür sorgt, dass es nur eine Richtung gibt: den Transfer von Arm nach Reich.

Dieser Fluss bricht gleich mehrere Grundregeln. „Du sollst nicht stehlen“ ist eine davon. Ich würde es lieber positiv formuliert wissen: „Du sollst teilen“. Denn diese kooperative Regel hat uns Menschen starkgemacht, den Unbillen der Natur in Gemeinschaft zu trotzen. Die Prinzipien des Gebens sind durch unsere Spiegelneuronen in uns eingebrannt. Wenn wir einem anderen Menschen etwas von uns geben, und das kann ein einfaches Lächeln sein, den Schirm im Regen reichen, ein Bett für die Nacht, dann sehen wir in dem Gesicht des Empfängers Freude aufstrahlen. Diese Freude löst in uns ein Glücksgefühl aus. Durch diesen Mechanismus werden wir Menschen zu einer Gemeinschaft zusammengefügt. Daher lehren wir schon unseren Kleinsten, gerecht zu teilen. Die Kleinen spüren auch schon sehr genau Ungerechtigkeiten.

Um so verwunderlicher ist zu beobachten, wie wir Erwachsenen es gut finden, wenn jemand für das Verleihen von Geld mit Zinsen belohnt wird, wo es doch selbstverständlich sein sollte zu helfen. Besser wäre doch eine Bestrafung, wenn jemand das Tauschmittel Geld hortet und es damit zu Engpässen in der Wirtschaft kommt.

Aber noch viel schlimmer ist die Praxis der Geldschöpfung durch die privaten Banken. Warum erlauben wir den Banken, für Geld, was vorher nicht da war, auch noch Zinsen zu nehmen? Und noch viel schlimmer, auch als Absicherung einen Gegenwert stellen zu lassen, für den Fall, dass man zahlungsunfähig wird. In meinen Augen ist das Diebstahl und verletzt ganz offensichtlich eine der Grundfeste unser gesellschaftlichen Regeln.

Wenn wir also erkennen, dass über Jahre Diebstahl stattgefunden hat und mit diesen gestohlenen Werten Konzessionen für die Ausbeutung unserer Ressourcen auf dieser Erde erworben wurden, dann wird die Dimension der Verwerfungen unserer Gesellschaft noch offensichtlicher. Aus welchem Grund sollten also Menschen über die Ressourcen dieser Welt verfügen dürfen, wo sie doch allen Menschen gehören und auch die Werte zur Erwerbung der Ausbeutungsrechte schon gestohlen sind?

Es wird daher Zeit, dass wir wieder beginnen, die Ressourcen unserer Welt gemeinsam zu teilen und sie nachhaltig nutzen. Und wenn wir das ganzheitlich betrachten, kann ich mir sogar vorstellen, dass es bei konsequenter Nutzung des Prinzips des Teilens auch kein Geld mehr braucht. Ich kann mir zudem nicht vorstellen, dass 7 Milliarden Gehirne dieser Welt nicht in der Lage sein sollten, dafür eine Lösung zu entwickeln. Dann sollte auch endlich Schluss mit dem Kampf um die Ressourcen dieser Welt sein. Alle Menschen dieser Welt würden wieder satt und glücklich sein können, da es dann auch keine Engpässe des Geldes als Schmiermittel für die Wirtschaft mehr gibt.

Utopie? Ich denke nicht. Es gibt schon viele Ansätze, die gerade auf den Asambleas der Protestbewegungen diskutiert werden. Es kann der Beginn einer neuen Weltordnung sein, wenn WIR nur wollten. Ich jedenfalls will!

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