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“Gewinn liegt im Verzicht”: Ackermanns Autobiographie-Leaks (Achtung Satire!)

ackermann_skulpturZürich – “Darauf verzichten, was man nicht hat, um zu bekommen, was einem nicht zusteht.” Mit diesen Worten leitet der international bekannte Banker das Schlusskapitel “Mein letzter großer Coup” seiner 2012 erscheinenden Biographie ein. Veröffentlicht werden sollte das Buch erst nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand der Deutsche Bank. Durch ein Versehen des Schweizer Fachverlages “Gier & Schlund” bei der Pressemitteilung liegt der Redaktion aber der letzte Abschnitt des Werkes bereits vollständig vor.

Nicht ohne Stolz schildert Ackermann darin, wie er “aus Scheiße Gold” gemacht habe. “Nach über einem Jahr rasanten Spekulierens war wirklich die Luft raus aus den griechischen Staatsanleihen, nominell 100 € haben am Markt vielleicht noch 35 € gebracht, das sind doch nun echt Peanuts.” legt der anerkannte Spekulationsfachmann in seinen berühmten klaren Worten die Situation dar. Und selbst die Realisierung des Restwerts sei mehr als fraglich gewesen.

Daher sei ein Rückgriff auf die Kernkompetenz eines jeden Zockers, das Bluffen, nötig gewesen. “Mit Tränen in den Augen habe ich auf ein 100 €-Papier verzichtet, um dafür ein 50 €-Papier zu bekommen, statt der 35 €, die es vielleicht noch wert war. Wenn man jetzt noch bedenkt, dass das alte Papier bisher im Schnitt schon 50 € Zinsen gebracht hat, merkt man, der Verlust war gar nicht so groß. Und die 30 € Spekulationsgewinn sind nichtmal eingerechnet.” Aber öffentlichkeitswirksam verkauften lasse sich das allemal, 50%-iger Verzicht, das habe Klang.

Der eigentliche Clou beim Coup sei aber ein anderer: “Wir haben die Jetons getauscht. Statt dem alten Ramsch gibt es nun schöne frische Papiere, und nach der großen EU-Show auch wieder genug Deppen, die an die glauben. Wir können mindestens eine Runde weiterzocken.” Durch schmerzliches Gesicht-Verziehen habe er zudem noch eine 30%-ige Absicherung der neu eingetauschten Anleihen erreicht. “Zwei Luschen abgelegt und zwei Asse bekommen, besser kann’s beim Pokern kaum laufen.” fasst der seriöse Financier zusammen.

Etwas herablassend wirkt Ackermanns Einstellung gegenüber den EU-Politikern. “In meiner Eigenschaft als Vorsitzender des internationalen Bankenverbands (IIF) muss ich sagen, es war keine große Kunst, die Brüsseler Trottel-Truppe über den Tisch zu ziehen. Die glauben doch tatsächlich, sie hätten Griechenland umgeschuldet!” Auch für Industrielle, die sich im Verlauf der Finanzkrise vom Verhalten der Banken und Investoren distanziert hatten, findet er kritische Worte. “Italien erhöht das Rentenalter und schafft den Mindestlohn ab, Griechenland steht gleich ganz zum Verkauf. Liebe Unternehmer, denkt bei der Produktionsverlagerung daran, wem Ihr das zu verdanken habt!”

Offenbar hielt der Finanzcier seine Gedanken unmittelbar im Anschluss an den EU-Gipfel fest, denn er schließt mit den Worten: “Zwar würde ich gern noch mehr erzählen, aber griechische Anleihen sind gerade um 19 % gestiegen. Geht also schon los. Zeit zum Geldverdienen, harhar!”

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