Freitag , 22 September 2017
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Gifte im Kindermund: Greenpeace prangert Kinderkleidungsherstellung an

acd7ebb958Ein schreckliches Szenario für Eltern. Ihre Kinder verschlucken beim Spielen ein Gegenstand und bekommen keine Luft mehr. Ebenso beängstigend ist die Vorstellung, dass Kinder giftige Pilze, Beeren oder andere Substanzen essen und sich damit vergiften. Das können ernste und vor allem auch akute Lebenssituationen bedeuten.

Diese Vorstellung richtet sich auf die Umgebung in welcher Kinder sich gerne aufhalten. Wichtig ist es den Eltern, dass ihre Kinder bei jedem Wetter vernünftig gekleidet und ausgestattet sind. Dicke Jacken sind gerade auch noch in dieser Jahreszeit ein wichtiger Kälte- und Nässeschutz. Doch genau hier kann eine unerwartete Gefahr lauern, die einem nicht unbedingt ins Auge fällt: Giftige chemische Substanzen in Kleidungsstücken für Kinder und Babys. Ganz besonders kritisch kann es bei den Reißverschlussanhängern sein, die Kinder gerne auch in den Mund nehmen und daran nuckeln. So können besorgniserregende Stoffe in den menschlichen Organismus eintreten und schwerwiegende Krankheiten auslösen beziehungsweise deren Entstehung begünstigen.

Greenpeace hat einen neuen Test für Kinderkleidungsstücken durchgeführt um dabei giftige Substanzen und Weichmacher aufzuzeigen. Bei dem Schweizer Handelsunternehmen Migros ist eine Marke besonders in Kritik geraten, die Grenzwerte bei Kindern und Babyartikeln um, bis das 600-Fache aufweist. Die Schadstoffe und Weichmacher wie Phthalate überschreiten die für Deutschland gültigen Richtlinien deutlich.

Greenpeace arbeitet an einer Detox-Kampagne, die Lösungswege aus der giftigen Chemikalien-Produktion erörtern soll. Trotz des alarmierenden Fundes ist der Vertreiber offenbar nicht bereit an dieser Kampagne mitzuwirken und diese zu unterstützen. Migros verkauft zwar keine Kleidungsstücke in deutschen Filialen, bietet diese aber über den Online Versand auch nach Deutschland an. Das Unternehmen gilt in der Öffentlichkeit als eines der am nachhaltigsten agierenden Textilunternehmer nach dem Konzern Coop in der Schweiz. Bereits im Februar 2013 protestierte Greenpeace aufgrund giftiger Kleidungsstücke. Das Unternehmen nahm daraufhin eine Kinderjacke aus dem Verkaufssortiment.

Bei Laboranalysen konnte Greenpeace eindeutig giftige Substanzen bei zwei von drei Kinderjacken feststellen. Diese wurden in China produziert. Einige Giftstoffe wie: Nonylphenolethoxylate, perfluorierte Chemikalien und Weichmacher, werden mit unterschiedlichen Krankheiten in Verbindung gebracht. Diese können unter anderem hormonverändernd und fortpflanzungsgefährdend wirken. Die Umweltrechtsorganiststation weißt nicht nur auf direkten Gefahren beim Tragen der Kleidungsstücke hin. Weiterhin richtet sich die Kritik auch stark an die produzierenden Fabriken in China, welche diese Giftstoffe in die Flüsse ableiten und damit die Grundversorgung kontaminieren. Das beschuldigte Unternehmen weißt die erhobenen Vorwürfe als unbegründet zurück und argumentiert mit einem ECO-Standard, der bis in das Jahr 2017 Gültigkeit hat.

Andere Unternehmen wie zum Beispiel H & M haben sich auf Greenpeace Initiative dazu bereit erklärt an der Kampagne mitzuwirken und haben Lieferantenlisten veröffentlicht.

Nachweis, Text- und Bildquelle: http://www.greenpeace.de/themen/chemie/nachrichten/artikel/neuer_greenpeace_test_gefaehrliche_kinderjacken/

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