Mittwoch , 18 Januar 2017
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Ins Netz gegangen: Einkaufsführer gibt grünes oder rotes Licht für den Fischkauf

Mit dem Einkaufsratgeber für Fische veröffentlicht Greenpeace eine Art von Ampelsystem für den Einkauf von Meerestieren. Diese Bewertungsskala empfiehlt oder warnt vor der Auswahl einer bestimmten Fischart oder Sorte. Der kleine Leitfaden führt dabei etwa 100 Arten auf.

Ein Problem der Fischfangindustrie ist die Herkunftsangabe der gefangenen Tiere. Die Weltmeere werden von unterschiedlichen Ländern und Konzernen abgeerntet. Dabei gibt es keine einheitlichen Kennzeichnungspflichten auf den Produkten im Handel. Gerade beim Fischfang bleiben die Methoden der Industrie meist unter der Wasseroberfläche verborgen, die Art des Fisches sagt in vielen Fällen noch nichts über Nachhaltigkeit oder Überfischung aus. Meere bedeuten auch unklare Grenzen zwischen unterschiedlichen Fangvorgaben und Gesetzen. Greenpeace nennt dabei ein konkretes Beispiel, die Makrele aus dem Nordostatlantik. Direkt beteiligte Länder wie Island und Norwegen haben es schon seit vielen Jahren nicht geschafft, allgemeingültige und übergreifende Fangrichtlinien mit der EU auszumachen, die Folge: eine Überfischung der Makrele, da der Absatzmarkt ohne Einschränkungen den Fisch an Kunden weitergibt.

Die Verbraucher am anderen Ende des Handels haben letztendlich die Möglichkeit über das Angebot durch die Nachfrage zu bestimmen. Der Einkaufsführer gibt dabei Auskunft, welche Fischarten vor Überfischung oder sogar Leerfischung bedroht sind. Anhand der grünen Signalgebung ist es möglich zu erkennen, welche Tierarten aus nachhaltiger und ökologischer Fischzucht oder Fischfang stammen. Unter den von Greenpeace unbedenklich gekennzeichneten Arten gehören zum Beispiel: Sprotte und Hering aus der Ostsee, Lachs Schellfisch oder Dorade (solange diese aus Wildfischerei oder Aquakultur stammen). Zu den exotischen Fischsorten gehören: Barramundi, Seehase, Roter Schnapper oder auch die Jakobsmuschel.

Ein besonders wichtiges Kriterium für die Nachvollziehbarkeit ist die Kennzeichnung auf den Fischprodukten bei den Supermärkten und den Händlern. Vermarkter, die solch eine Informationstabelle auf ihre Angebote drucken, ermöglichen es dem Verbraucher sich über Herkunft, Fangmethoden oder Haltung zu informieren. Zu den großen Problemen, die im direkten Zusammenhang mit dem Fischfang stehen, sind die angewandten Fangechniken. Schleppnetze zerstören die Lebensgrundlage der Tiere, indem sie den Meeresgrund beschädigen oder neben den gewünschten Fangtieren weitere Lebensarten des Meeres fischen und töten. Unternehmen, welche sich nach den Wünschen der Verbraucher richten, geben freiwillig eine entsprechende Kennzeichnung auf die Waren und ermöglichen damit eine gewisse Transparenz. Eine Pflicht zu dieser Kennzeichnung besteht aber bislang nicht.

Der Einkaufsführer und eine informative Broschüre stehen direkt bei Greenpeace zum Download oder zur Bestellung zur Verfügung.

Bildquelle:Greenpeace.de

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