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WikiLeaks erhebt Lizenz-Gebühr von „Bild“ für Mailbox-Leak

wikileaks_wallpaperReykjavik – WikiLeaks mischt sich nachdrücklich in den Streit um die Mailbox von „Bild“-Chefdestrukteur Kai Diekmann ein. Über seine in Island zur Spendenwerbung gegründete Gesellschaft Sunshine Press Productions fordert das Portal die „Bild“ auf, umgehend Lizenz-Gebühren wegen Nachahmung des Geschäftsmodells zu entrichten. Deren Anwalt Hralfrund Fundraisson erklärte, „Bild“ habe ins markenrechtlich geschützte Kerngeschäft der Enthüllungs-Plattform eingegriffen. Die heimliche Weitergabe vertraulicher Daten oder Aussagen an andere Medien kopiere exakt WikiLeaks' Vorgehen, obwohl gerade „Bild“ diese selbst hätte veröffentlichen können. Die Wandlung des Boulevard-Blatts vom langjährigen Vertrauten zum Whistleblower spiele keine Rolle, das WikiLeaks- Konzept beruhe schließlich auf der Wühlarbeit von Insidern.

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Fundraisson beziffert die Forderung auf zunächst 500.000,- €. Diese Summe sei nötig, um die Plattform ein Jahr lang zu betreiben. Mindestens so lange werde WikiLeaks benötigen, um das Vertrauen derer zurückzugewinnen, die nun irrtümlich die „Bild“ für ein seriöses Aufdeckungs-Journal halten. Er stellte klar: „Wir fordern Kompensation von einem unlauteren Wettbewerber, wir bitten nicht etwa unter Freunden um einen kleinen Kredit von 500.000,- €.“ Weitere Schadensersatz-Klagen wegen Image-Schädigung behielt er sich ausdrücklich vor. „WikiLeaks hat stets vollständig und selbstbestimmt veröffentlicht, nicht erst ein Häppchen, um dann scheinheilig nach Erlaubnis zu fragen. Wer nur seinen Einfluss beweisen und die Auflage steigern will, der schadet der ganzen Branche.“ wetterte der Jurist.

Auch das Netzwerk Anonymus verwahrte sich scharf gegen die jüngsten Entwicklungen. In einer über youtube und andere Kanäle verbreiteten Video-Botschaft kritisierte die Aktivisten-Gruppe, sie sehe ihre Arbeit, ja ihre Existenzberechtigung in Frage gestellt. Ein Sprecher mit der bekannten Guy-Fawkes-Maske sagte wörtlich: „Nächtelang hacken wir Datenbanken und knacken Mail-Konten. Und dann quatscht einer am nächsten Tag brisante Infos endblöd einfach so auf die Mailbox! So können wir nicht arbeiten.“

Anmerkung der Redaktion: Dieser Beitrag darf selbstverständlich unter „Satire“ abgeheftet werden.


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