Samstag , 28 Mai 2016
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Es gibt keine objektive Berichterstattung in den Massenmedien

Es ist der Alptraum jedes ehrgeizigen Journalisten: Er stößt auf Fakten, recherchiert, trägt Beweise zusammen, arbeitet eine Story aus, die höchste Wellen schlagen sollte. Dann erfolgt die unanfechtbare Entscheidung des Chefredakteurs: Nein, darüber berichten wir nicht! Sie glauben, das wäre ein Einzelfall? Ganz im Gegenteil: Es ist die Regel. Und was bindet Journalisten trotzdem an die marktführenden Zeitungen und Fernsehanstalten? Natürlich die Notwendigkeit des Geldverdienens. Nur den Marktführern steht das Budget zur Verfügung, nennenswerte Honorare zu bezahlen. Je objektiver die Nachrichtenquelle desto mehr kämpft sie ums eigene Überleben. Im Rahmen einer Preisverleihung, plauderte der renommierte Journalist und Buchautor Harald Schumann aus der Schule.

tv_censoredWer sich die Mühe macht, das Internet für seine eigenen Recherchen zu nutzen, wird bald erkennen, dass die Welt, wie sie von den Massenmedien präsentiert wird, nichts mit jener Welt zu tun hat, in der wir leben. Allerdings, derartige Eigeninitiative erfordert nicht nur gewisse Erfahrung, um den Wahrheitsgehalt von Informationen in weniger bekannten Quellen objektiv beurteilen zu können, sondern auch einen entsprechenden Zeitaufwand. Dementsprechend ist es leider eine unabwendbare Tatsache, dass sich die überwiegende Mehrzahl unserer Mitbürger schlichtweg durch die etablierten Medien berieseln lässt. Letztendlich wirkt ja auch alles abgerundet. Und wenn alle namhaften Nachrichtenquellen mehr oder weniger das Gleiche berichten, dann wird schon was dran sein. So mag Otto Normalverbraucher denken. Schließlich ist das Land, die ganze Welt, doch voll von eifrigen Journalisten. Ein großer Teil davon ist durchaus intelligent, erfahren und entsprechend interessiert, dem nachzukommen, was wir als „journalistische Aufklärungspflicht“ verstehen.

Die Wahrheit sieht natürlich ganz anders aus, wie regelmäßige Leser von The Intelligence schon lange wissen. Geld regiert die Welt. Kommerzielle Interessen stehen im Vordergrund. Teilweise liegt es an den Besitzverhältnissen, teils an Forderungen zahlungskräftiger Werbekunden. Nachdem die Berichterstattung in Deutschland in fast allen Fällen mit der in den USA abgestimmt ist, reicht ein Blick auf die großen amerikanischen Medienkonzerne. Es sind nicht mehr als sechs, von denen zumindest 90 Prozent der Nachrichten kontrolliert werden. Zu diesen gehört der Konzern General Electric, dessen Geschäftsfelder Technik, Gesundheitswesen, Energie und damit Öl, die Kapitalmärkte, aber auch die Informationsübermittlung beinhalten. NBC, CNBC, MSNBC, History Channel, Art & Entertainment und vieles mehr gehört General Electric. Dann gibt es die Walt Disney Corporation, News Corporation, Time Warner, Viacom und CBS. Fernsehsender, Filmproduktion, Zeitungen, Fachzeitschriften, Buchverlage, die Fäden laufen immer wieder auf diese sechs Konzerne zurück. Ein amerikanischer Journalist, der einen Job sucht, kann kaum umhin, für eines dieser Unternehmen zu arbeiten.

Seit 1993 stellt es sich Project Censored zur Aufgabe, jedes Jahr 25 bestens recherchierte und erstklassig ausgearbeitete Artikel zu veröffentlichen, die von den Mainstreams einheitlich abgelehnt werden. Ich muss bemerken, dass diese Organisation nicht völlig frei von Zensur ist, doch einige durchaus interessante Fakten, die der Öffentlichkeit ansonsten verschwiegen werden, finden Behandlung. Etwa, dass sich mehr US-Soldaten selbst das Leben nehmen als es Opfer bei Kampfhandlungen gibt. Im Jahr 2010 erfolgten 468 Suizide. Die Zahl der Gefallenen: 462. Solche schockierenden Fakten würden sich mit der Illusion des Heldentums, dem Engagement für Freiheit und Weltsicherheit, kaum vereinbaren lassen.

Und wie frei sind Journalisten in Deutschland? Nur selten fällt es auf, wenn ein Name plötzlich verschwindet. Wie etwa kürzlich Ken Jebsen, seiner kritischen Berichte wegen, den Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg nach 18-jähriger Zusammenarbeit verlassen musste. Am Ende des diesbezüglichen Artikels wurde ein Kommentar mit einem Link zu einer Erklärung von Harald Schumann eingesetzt, die er anlässlich einer Preisverleihung durch den Journalistenverband Berlin-Brandburg abgegeben hatte. Für den Hinweis möchten wir uns übrigens ganz herzlich bedanken.

Harald Schumann, Jahrgang 1957, ist investigativer Journalist, Wissenschaftsredakteur und Autor mehrerer Bücher. Für seine Berichterstattung über die Risiken von unkontrollierten Finanzmärkten wurde er im Jahr 2010 mit dem Berliner Journalistenpreis „Der lange Atem“ ausgezeichnet. Im Rahmen der Preisverleihung erzählte er unverblümt über die Praktiken im deutschen Journalismus: „Es ist nicht so, wenn der Reporter etwas für richtig oder für falsch erkannt hat, dass das dann auch genau so im Blatt erscheint…. Es gibt häufig politische und wirtschaftliche Interessen von Chefredenteueren und Verlegern, und die werden von oben nach unten durchgestellt. Und viele Kollegen werden gezwungen, sich dem zu beugen.“

Schumann spricht nicht von einer Zeitung, nicht von einem Fernsehsender, nein, diese Praktiken sind fast überall gebräuchlich. Er selbst durfte beim Spiegel seit 1999 „zu allen Themen der politischen Ökonomie de facto nicht schreiben“. Sobald er derartige Themen vorschlug, bekam er den Auftrag einfach nicht.

Schuhmann erklärt wörtlich:

„Das muss man wirklich offen sagen. Das ist in der deutschen Presse gang und gebe, dass Chefredakteure oder Ressortleiter ihren Untergebenen einfach sagen, wie sie zu denken haben. Dass Vorgaben gegeben werden, was sie zu recherchieren haben und was nicht. Und dass viele junge Kollegen daran gehindert werden, kritische Journalisten zu werden, weil ihre Vorgesetzten das einfach nicht wollen.“

Diese Gepflogenheiten sind nicht nur bei kommerziell orientierten Medien vorherrschend, sondern auch bei den öffentlich-rechtlichen, wie ihm Kollegen „hundertfach“ bestätigten.

Für Journalisten ist es eine enorme Belastung, Informationen zu sammeln, erstklassige Beiträge auszuarbeiten, und sich dann plötzlich mit dem Problem konfrontiert zu finden, dass diese Informationen einfach nicht weiter gegeben werden. Und diese Situation wiederholt sich immer und immer wieder. Als Ablassventil bleibt letztendlich das Schreiben von Büchern und das Halten von Vorträgen.

Was die Ausführungen von Harald Schumann, der über mehrere Jahrzehnte an Erfahrung mit den namhaftesten deutschen Zeitungen verfügt, hier zweifellos in den Vordergrund rücken, ist die Tatsache, dass die Berichterstattung regelmäßigen Manipulationen unterliegt. Falschinformationen finden Verbreitung. Wahrheiten werden unterdrückt. Tatsachen werden verschwiegen. Lügen werden so lange wiederholt, bis sie von den Massen als „Wahrheit“ akzeptiert werden. Und von diesen Praktiken ist nicht bloß eine Handvoll von Journalisten betroffen, die besonders unbequeme Themen aufzugreifen versuchen, nein, es sind Hunderte. Und während diese Menschen, denen durchaus daran gelegen wäre, die Bevölkerung zu informieren, mit ihrem Schicksal zu leben lernen, lässt sich die schweigende Mehrheit unserer Mitbürger weiterhin regelmäßig belügen. Täglich werden die Berichte in den sogenannten „Qualitätsmedien“ für bare Münze genommen. In der Hoffnung auf seriöse Information, zahlen die Leute letztendlich noch dafür, dass sie nach Strich und Faden belogen werden.

Wie Leser von The Intelligence ebenso wissen wie Jeder, der sich das Internet geschickt zu Nutzen macht, bleiben die meisten Wahrheiten keineswegs mehr verborgen. Belegbare Fakten finden sich in Nachschlagewerken, oft auch bei Wikipedia, es gibt unzählige seriöse Berichte über Manipulationen im Finanzbereich, über die Kernprobleme in unserem Finanzsystem, über die Lügen im Zusammenhang mit Kriegen und Kriegsdrohungen. Auch wenn Vieles immer noch verborgen bleibt, wie etwa die Pläne, die von den Drahtziehern für die nahe Zukunft ausgeheckt werden, so reichen die erkennbaren Widersprüche völlig aus, um ein objektives Bild über die Vorgänge in der Welt zu erlangen. Aber, obwohl so viele unglaublich wichtige Informationen jederzeit verfügbar sind, es fehlt an Reaktionen, es fehlt an Veränderungen, ja es fehlt sogar an den Ansätzen von Versuchen, die wahren Probleme zu bereinigen.

Und warum ist es so? Warum interessieren sich mündige Bürger demokratischer Länder so wenig für die tatsächlichen Umstände, die zu Kriegen und zu Krisen führen, von denen wir alle betroffen sind? Zu einem wesentlichen Prozentsatz liegt die Verantwortung bei den Massenmedien, denen einfach zu viele Menschen blindes Vertrauen schenken. Und dass sie dieses Vertrauen bei Gott nicht verdienen, das erklären die Worte von Harald Schumann, dem wir somit alle zu höchstem Dank verpflichtet sind.

 

Über Konrad Hausener