Sonntag , 11 Dezember 2016
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Die Welt am Abgrund: Der Untergang ist nah

Man kennt sie aus Cartoons und Karikaturen, diese leicht verwirrten Typen, die mit einem Schild an der Straßenecke stehen und vor dem drohenden Weltuntergang warnen. Wer vom Ende der Welt spricht, gilt als Witzfigur. Die Apokalypse wurde einfach schon zu oft beschworen, um damit noch jemanden wach rütteln zu können. Dabei ist es höchste Zeit aufzuwachen, denn die Welt versinkt schon lange im Chaos. Längst warnen nicht mehr nur vereinzelte Mahner vor dem drohenden Untergang, auch führende Wissenschaftler sehen die Welt am Abgrund.

Es ist drei Minuten vor Weltuntergang

Ja klar, die heißesten Krisenherde Syrien, Jemen, Irak oder Nigeria sind weit weg. Doch auch an den Rändern Europas zerbricht die Welt langsam in Stücke. Die Griechenland-Krise und der Konflikt in der Ukraine bestimmen die Schlagzeilen. Weltweit sind 60 Millionen Menschen auf der Flucht – so viel, wie nie zuvor. Der Weltuntergang ist nah! Das denken jedenfalls führende Wissenschaftler und Nobelpreisträger. Die berühmt-berüchtigte Weltuntergangsuhr des „Bulletin of the Atomic Scientists“ wurde für 2015 auf drei Minuten vor zwölf vorgestellt. So nahe am Abgrund befand sich die Welt zuletzt im Jahr 1984, als der kalte Krieg zwischen den Großmächten USA und UdSSR zu eskalieren drohte.

Alarmierende Schlagzeilen

Egal wohin man blickt, die Lage der Welt lässt sich mit einen Begriff zusammenfassen: Krise. Welche Zeitung man auch aufschlägt oder welchen Online-Newsticker man auch liest, fast jede neue Meldung dreht sich um irgendeine Krise: Griechenland-Krise, Ukraine-Krise, Korea-Krise, Flüchtlings-Krise, Börsenkrise in China. Natürlich, mancher wird schulterzuckend fragen: War das nicht schon immer so? Doch die viel wichtigere Frage lautet: Warum ist es noch immer so? Warum wird es immer schlimmer und nicht besser? Warum hat die Menschheit nicht aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt? Sind wir unbelehrbar und daher dem Untergang geweiht? Es ist drei Minuten vor zwölf, sagt Kennette Benedict, Direktorin des Bulletin of the Atomic Scientists: „Der Klimawandel und das ungebrochene nukleare Wettrüsten stellen eine ungemeine und unbestreitbare Gefahr für die Welt und die Existenz der Menschheit dar„. Darüber hinaus bemängelt sie, dass die Regierungen und Staatsoberhäupter diese wichtigen Probleme ignorieren, die das Ende der Zivilisation bedeuten können.

Griechenlandkrise
Die Krisen werden stetig mehr / Bild: hslergr1 – Pixabay.com/de

Wird die Welt vom Wahnsinn regiert?

Angesichts solch düsterer Prognosen stellt sich die Frage, warum die Menschheit offensichtlich unbelehrbar ist und immer wieder auf Katastrophen mit apokalyptischen Ausmaßen zusteuert. Sind es die politischen Systeme, die versagen? Ist der Mensch von Natur aus unbelehrbar und dazu verdammt, immer wieder die gleichen Fehler zu begehen? So merkwürdig es zunächst klingt, es gibt da tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Unbelehrbarkeit und Macht – und der hat tatsächlich etwas mit Wahnsinn zu tun, allerdings einer nicht ganz so offensichtlichen Form von Wahnsinn. Der medizinische Fachbegriff für diese Störung lautet dissoziale Persönlichkeitsstörung, bekannter ist aber die Bezeichnung „Psychopath„. Laut Kevin Dutton, einem Oxforder Psychologieprofessor und Experten für Psychopathie, sind Führungspositionen in Wirtschaft und Politik für Psychopathen wie geschaffen.

Gewissenlose und unbelehrbare Politiker

Wenn von Psychopathen die Rede ist, denkt man zunächst an Figuren wie Hannibal Lecter, an brutale Serienmörder, die ihr blutiges Metzer wetzen. Wenn es um Psychopathen in der Politik geht, sagt man vor allem Diktatoren wie Hitler, Stalin und Pol Pot psychopathische Züge nach. Aber nicht jeder Psychopath ist ein Verbrecher, es gibt auch die erfolgreichen Psychopathen, die unauffällig unter uns Leben und im Hintergrund die Strippen ziehen, manipulieren und ohne Reue ganze Volkswirtschaften zerstören. 2010 wurden in einer Studie von Scott Lilienfeld sämtliche Präsidenten der USA auf psychopathische Merkmale untersucht. Zwar ersetzt so eine Studie keine echte Diagnose, aber das Ergebnis ist dennoch überraschend, denn als die Präsidenten mit den höchsten Werten für Psychopathie erwiesen sich die Bill Clinton und John F. Kennedy. Was einen Psychopathen zu einen Psychopathen macht ist eben nicht in erster Linie Mordlust, sondern sein Mangel an Angst und Schuldgefühlen, seine Fähigkeit zu Lügen und zu manipulieren, sein oberflächlicher Charme und – die totale Unfähigkeit aus Fehlern zu lernen.

Stalin
Nicht nur Diktatoren sind Psychopathen / Bild: OpenClipartVectors – Pixabay.com/de

Die Macht in den Händen der Unbelehrbaren

Als Politiker muss man ein dickes Fell und ein starkes Rückgrat haben. Man muss unpopuläre Entscheidungen verteidigen und Kritik stoisch über sich ergehen lassen. Das sind alles Eigenschaften, die ein Psychopath von Haus aus mitbringt. Was dem Psychopathen allerdings fehlt, ist Verantwortungsbewusstsein. Werden wir tatsächlich von unbelehrbaren und gewissenlosen Psychopathen regiert? Der Anteil von Psychopathen in der Normalbevölkerung wird auf 1% geschätzt. Doch nimmt ihre Zahl zu, je höher man in den Ebenen von Firmenhierarchien internationaler Unternehmen oder Organisationen sucht. Robert Hare, einer der weltweit führenden Experten für Psychopathie, sagte einmal, er hätte seine Studien nicht auf Gefängnisinsassen beschränken , sondern sich auch um die erfolgreichen Psychopathen an den Börsen und den Schaltzentralen der Macht kümmern sollen. Denn dort richten diese Menschen den größten Schaden an.

Eine Welt ohne Mitleid

Die Welt steuert nicht auf die nächste große Katastrophe zu, sie steckt schon mittendrin. Wenn man in den Nachrichten Bilder aus den Kriegsgebieten sieht, die unendlichen, verzweifelten Ströme von heimatlosen Flüchtlingen – man muss seine Empathie einfach ausschalten, um nachts überhaupt noch schlafen zu können. Doch wie steht es um die, die für diese Katastrophen verantwortlich sind? Was ist mit denen, deren Entscheidungen das Leid unzählbar vieler Menschen verursachen? Allein mit Dummheit oder Ignoranz lässt sich dieses Verhalten nicht erklären. In Syrien wurde Khaled Asaad, ein 82jähriger Archäologe von IS-Terroristen enthauptet, weil ich sich für den Erhalt einer antiken Ruinenstätte in Palmyra einsetzte. Ein Einzelschicksal, das dennoch das gesamte Ausmaß des kollektiven Wahnsinns zeigt, der die Welt überrennt.

Das erfolgreiche Böse

Wird der Mensch allein durch Radikalisierung, durch die falschen Ideologien, durch Glaubensunterschiede zur Bestie? Laut den neuesten Forschungen über Psychopathie und ähnlichen Persönlichkeitsstörungen ist das Böse in den Hirnen mancher Menschen fest verdrahtet. Sie werden so geboren, nicht so gemacht. Ihr Umfeld und ihre Kindheit bestimmt nicht so sehr, ob sie Schaden anrichten, sondern eher, wo sie ihn anrichten. Die Versager enden im Gefängnis, die Erfolgreichen in den Führungstagen – oder an den Schaltstellen der Macht.

Den Wahnsinn im Weltgeschehen stoppen
Stoppt den Wahnsinn! / Bild: geralt – Pixabay.com/de

Ist der Wahnsinn noch zu stoppen?

Die Prognose ist düster. Die Wurzel allen Übels liegt nicht in den unterschiedlichen politischen Systemen, nicht in den Religionen und Ideologien, mit denen man Menschen radikalisiert und dazu bringt, sich gegenseitig zu zerfleischen, die Ressourcen unseres Planeten auszubeuten und zukünftigen Generationen die Lebensgrundlage zu rauben. Das grundlegende Problem ist, dass es immer Menschen gab und geben wird, die ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Gewissen und Mitleid nur um ihren eigenen Vorteil bedacht sind. Diese Menschen sind Raubtiere und sie sind unter uns. Sie sind charmante Blender, hervorragende Lügner, charismatische Führungspersonen, gewiefte Manipulatoren. Sie werden von der Macht angezogen wie Motten vom Licht. Leider sind diese Menschen unfähig, aus ihren eigenen Fehlern zu lernen – ganz zu schweigen von den großen historischen Fehlern der Menschheitsgeschichte. So lange diese Raubtiere die Massen blenden und verführen können, so lange wird der Kreislauf von Vernichtung und Untergang unaufhaltsam weiter gehen.

Titelbild: 7854 – Pixabay.com/de

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