Sonntag , 27 Mai 2018
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Fukushima: Die wahren Ausmaße werden geheim gehalten

abschalten_umdenkenWeltweit beklagen sich Wissenschaftler über den Mangel an exakten Informationen, an verlässlichen Daten, im Zusammenhang mit den tragischen Vorgängen im Kernkraftwerk Fukushima. Niemand weiß, wer die Rettungsarbeiten koordiniert, wer als Einsatzleiter verantwortlich ist. Selbst der japanische Premierminister gestand ein, dass er nicht ausreichend in Kenntnis gesetzt wird. Und während die US-Behörden ihren Bürgern empfehlen, die Gegend um Fukushima in einem Umkreis von 80 km zu meiden, werden auch in Japan die Evakuierungen stillschweigend erweitert.

Die Nachrichten über die Entwicklung in den einzelnen Reaktoren von Fukushima ändern sich täglich. Kaum entsteht der Eindruck, die Situation sei unter Kontrolle, verweisen neue Meldungen darauf, dass die größten Gefahren noch lange nicht überwunden sind.

Ein ausführlicher Artikel in der Los Angeles Times berichtet, dass Atomexperten sowohl über die Quantität als auch die Qualität der verfügbaren Informationen klagen. Und das, obwohl seit Beginn des Unglücks mittlerweile zwei Wochen vergangen sind. Im gleichen Artikel findet das träge Vorgehen der internationalen Atomenergiebehörde IAEA Erwähnung. Zitiert wird Prof. Meshkati von der University of California, der sich schon 1993 vor den Vereinten Nationen für die Einrichtung einer internationalen Kommission zur Überwachung derartiger Krisenfälle ausgesprochen hatte, jedoch ungehört blieb: „Es stehen uns keine internationalen Mechanismen zur Verfügung, um mit Atomkrisen umzugehen. Wir befinden uns noch immer in der gleichen Situation wie all die Jahre nach Tschernobyl.“

Wer ist überhaupt der Einsatzleiter, der die Entscheidungen bezüglich des weiteren Vorgehens in Fukushima fällt? Was passiert mit dem Kühlwasser, das mit Sicherheit radioaktiv verseucht ist? Wird es einfach ins Meer abgeleitet? Wie hoch sind die Strahlenwerte?

Die Los Angeles Times verweist auf die Ergebnisse einer Computersimulation, die von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien durchgeführt wurde. Demzufolge sollen die Cäsium-Werte in der Umgebung von Fukushima bereits 50% jener der Katastrophe von Tschernobyl erreicht haben. Edwin Lyman, ein Physiker aus Washington, kam bei seinen Berechnungen auf ähnliche Werte und ist der Überzeugung, dass die Gegend um Fukushima weiträumig unbewohnbar bleiben wird.

Masaru Tamamoto, Professor an der Universität von Cambridge, hält die japanische Bürokratie für den mangelnden Informationszugang verantwortlich. Seiner Meinung nach würden die Entscheidungen von ausgewählten Regierungsbeauftragten und Verantwortlichen der Atomindustrie hinter verschlossenen Türen getroffen werden. Ansonsten sei niemand informiert, nicht einmal der Premierminister, der auf diesen Umstand selbst verwiesen haben soll.

Die New York Times berichtet heute, am 25. März, dass der Evakuierungsradius um das Atomkraftwerk von Fukishima auf 30 km erweitert worden sei. Gleichzeitig aber auch Menschen, die in größerer Distanz leben, angehalten werden, sich aus eigenem Antrieb in weiter entfernte Regionen zu begeben. Amerikanische Behörden empfehlen US-Bürgern, die sich in Japan aufhalten, die Gegend um Fukishima in einem Umkreis von 80 km zu meiden.

Wenn Wissenschaftler, denen durch Universitäten und Organisationen gewiss die besten Informationskanäle zur Verfügung stehen, über die Vertuschung der wahren Ausmaße klagen, wie verlässlich können dann jene Meldungen sein, die durch die Medien Verbreitung finden? Dass hinter dem weiteren Betrieb von Atomkraftwerken im Rest der Welt in erster Linie wirtschaftliche Interessen stecken, ist mittlerweile wohl jedem bewusst. Die im Kern harmonische Zusammenarbeit von Finanzelite, Politik und den etablierten Medien ist ebenfalls kein Geheimnis. Um wie viel die wahren Probleme größer sind als uns durch die breite Berichterstattung vermittelt wird, darüber darf sich jeder selbst ein Bild machen.

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